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150 Wettbewerbsteilnehmer…?

Für den Projektwettbewerb „Neubau Alterszentrum Bündner Herrschaft“ in Maienfeld haben sich ca. 150 Architekturbüros angemeldet. Verbunden mit der Anmeldung zahlt jeder Teilnehmer das Depot von Fr. 500.- für das Modell und die Planunterlagen an den Auslober ein. Warum nehmen so viele Architekten den grossen Aufwand (Gesamtkostenaufwand* pro Teilnehmer ca. Fr. 32000.-) auf sich, trotz der kleinen Chance, zu einem Auftrag zu kommen? Für viele Architekturbüros ist es eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, verbunden mit einem allfälligen Erfolg, sprich Preis, mindestens zu den fünf bis sieben prämierten Wettbewerbsteilnehmern zu gehören. Die Preissumme für diesen Projektwettbewerb beträgt Fr. 130000.- , verteilt auf die fünf bis sieben prämierten Projekte. Alle anderen Teilnehmer gehen leer aus, erhalten aber das Depot von Fr. 500.- bei einer vollständigen und termingerechten Projektabgabe zurück erstattet.

Modell mit Grundstück für das Alterszentrum
Modell mit Grundstück für das Alterszentrum „Bündner Herrschaft“ und Schloss „Brandis“ im Hintergrund

Warum nehme ich den Aufwand auf mich? Im aktuellen Fall hat mich die eigentliche Bauaufgabe Altersheim und die unmittelbare Nachbarschaft zur „Stadt“ Maienfeld mit dem Schloss und den Weinreben gereizt mitzumachen. Zusätzlich ist eine Wettbewerbsteilnahme auch immer eine Weiterbildung und ein Training. Mit der Besichtigung vor Ort Ende April hat für mich der Entwurf begonnen. Im Kopf konkretisieren sich erste Bilder und Ideen. Doch bis zur Abgabe Ende Juli 2008 werden noch viele Entscheidungen und Fragen auf mich zukommen, immer mit dem Gedanken, den Wettbewerb zu gewinnen…!

*Der Zeitaufwand für einen Projektwettbewerb in dieser Komplexität beträgt ca. 360 Stunden. Bei einem mittleren Stundenansatz von Fr. 80.- sind das rund Fr. 30000.- Aufwand oder zwei Monate Arbeit für zwei Personen. Für das Modell und die Plotkosten müssen noch einmal Fr. 2000.- gerechnet werden.

Eine Antwort zu «150 Wettbewerbsteilnehmer…?»

  1. Sind die Architekten das „Frühwarnsystem“ der Bauindustrie? Wenn ja; dann suchen wohl „einige“ Arbeit – und nicht „nur“ Aufmerksamkeit. Wenn ich mich richtig entsinne, waren vor einem Jahr etwa die Hälfte in OW „dabei“. Gerade deswegen also gebt alles und good luck! lg, mm

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