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Im September letzten Jahres habe ich das Masterstudium Architektur an der HTA Luzern begonnen. Das Studium umfasst drei Schwerpunktthemen – Energie, Material und Struktur – auf die das jeweilige Semester abgestimmt ist.

links: Modell zum Fügungsprinzip der Ingwerwurzel; Material Gipsbinden; rechts:  Modell zur Raumfindung; Gipsguss - gefüllte Wasserballons in Gips
links: Modell zum Fügungsprinzip der Ingwerwurzel; Material Gipsbinden; rechts: Modell zur Raumfindung; Gipsguss – gefüllte Wasserballons in Gips

Im ersten Semester war es das Thema „Struktur“, welches über Vorlesungen, Vorträge und Vorstellungen theoretisch und über ein semesterumfassendes Projekt praktisch vermittelt wurde. Nach dem Erhalt des ersten Aufgabenblattes stellten sich bereits die ersten Fragen ein. Inhalt der Aufgabe war es, einen mehrgliedrigen Gegenstand zu wählen. Meine ersten Gedanken waren: „Was hat das mit Architektur zu tun?“ und „Wo soll es hinführen?“
Nach langem Überlegen entschied ich mich für eine Ingwerwurzel.

Jeder Student stellte nun also sein Objekt vor, wobei sich die unterschiedlichsten Gegenstände versammelten, wie zum Beispiel ein Strohhut, eine Orgelpfeife, ein Fächer, eine Hummerschere, ein Röntgenbild und vieles mehr.

Jetzt begann der schwierigste Teil der Aufgabe.
Über unzählige Experimente mit verschiedensten Materialien versuchten wir eine Fügungslogik, ein Prinzip unseres Objektes zu generieren und in Architektursprache zu übersetzen. So entstanden im Semesterverlauf verschiedenste architektonische Projekte.
Später sollte aus den entstandenen Räumen eine Funktion bzw. Nutzung abgeleitet und auf den Entwurf angewendet werden.

Entwerfen rückwärts – ohne Richtlinien, ohne Zwänge durch Funktion und Nutzung, also ohne jegliche Vorgabe bildete den grössten Kontrast zu meiner regulären Arbeitsweise und bereitete mir dadurch Probleme beim freien Denken.

Schon während des Experimentierens mit Raum und Fügungsprinzipien stiess ich oft an meine Grenzen. Grenzen, die durch Rationalität, Pragmatismus und Erfahrungen aus der Praxis hervorgingen. Ich bemühte mich diese auszublenden, mich von Ihnen zu lösen, um mich so auf dieses Experiment einlassen zu könnnen, leider mit mässigem Erfolg.

Auch wenn ich dieses Semester gescheitert bin, habe ich doch sehr viel gewonnen.
Nämlich die Einsicht, mir selbst Grenzen auferlegt zu haben, die durch Erfahrungen ganz natürlich sind, aber die es nun heisst einzureissen.

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