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Villa Arpel – Symbol für spiessige Modernität?

Wer Jacques Tatis Oscar-gekrönte Filmkomödie «Mon Oncle» einmal gesehen hat, wird sie nie mehr vergessen. Die Villa Arpel steht im Zentrum dieses zeitkritischen Films aus dem Jahre 1958, welcher den ungebrochenen französischen Fortschrittsglauben auf amüsante Art auf die Schippe nimmt. Die Villa – ein supermodernes Haus in gestalterischer wie technischer Hinsicht – lässt die Bewohner sonderbar angestrengt aussehen; die Antithese zur Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf…

blog_14.11.14
Villa Arpel mit den charakteristischen Bullaugenfenster und Fischspringbrunnen im Garten

Das Haus steht für das moderne Nachkriegsleben der französischen Elite: Was technisch machbar war, wurde im Haus integriert, die Technik hat den Menschen zu dienen. Auch der architektonische Ausdruck des Hauses verkörpert diese Modernität: Ein Manifest geometrischer Grundformen, welche für Fortschritt stehen. Alles scheint kontrollierbar… Nur das Leben der Bewohner nicht, durch die vielen gestalterischen und technischen Tücken, die so ein modernes Haus bietet. Der Fischspringbrunnen und seine Bewohner bilden einen schönen Kontrapunkt zum Formalismus von Haus und Garten.

Wo sind die Grenzen der Gestaltung in der Architektur? All dies wird in diesem Film auf unterhaltsame Weise aufgezeigt. Alles ist arrangiert und klinisch sauber. Die Architektur als Kunstwerk – «Bitte nicht berühren». Eigentlich stören nur die Arpels mit ihrem Sohn Gérard und ihren Gästen die durchdachte Ästhetik.

Irgend jemand hat mal gesagt: «Was ein Klo hat, kann keine Kunst sein».

Aufgelockert wird das Ganze durch den arbeitslosen Onkel, Monsieur Hulot, welcher der beste Freund des 9jährigen Sohns Gérard ist, ihn regelmässig von der Schule abholt und natürlich mit der Technik auf Kriegsfuss steht!

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