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WM-Ball 2018: farblich top – grafisch ein Flop!

Ab heute steht der Ball «Telstar18» für einen Monat im Mittelpunkt. Adidas zeichnet seit der Fussballweltmeisterschaft 1970 für den WM-Ball verantwortlich. Design und Technik haben sich seitdem stetig weiter entwickelt, siehe auch Post vom 12. Juni 2014: FIFA WM-Ball: Design Evolution 1970- 2014.

FIFA WM-Bälle: 2018 «Telstar18», 1978 «Tango» und 1970 «Telstar»

Das Design des aktuellen Balls «Telstar18» soll von den russischen Städten inspiriert sein… Haben die Leute von Adidas da wohl an die trostlosen Plattenbauten der Vorstädte gedacht? Mich erinnert das Pixel-Design höchstens an den CNF-Chip, der im Ball steckt. Der aktuelle Fussball soll an den ersten «Telstar» von 1970 und sein grossartiges Design mit den schwarzen Pentagonen und weissen Hexagonen erinnern. Die Gestaltung dieses «Telstars» wurde bewusst stark abstrahiert, um eine möglichst gute Sichtbarkeit des Balls am Fernseher zu gewährleisten. Das aktuelle verpixelte Design bewirkt gerade das Gegenteil. Viele Torhüter haben sich anfänglich beklagt, das der «Telstar18» ein «Flatterball» sei, was natürlich nicht stimmt. Das Gefühl kommt vom ungleichmässigen Muster, das den Ball flatterig erscheinen lässt. Auf die perfekte Geometrie einer Kugel gehört ein gleichmässiges Design, wie das beim «Telstar» aus den Jahren 1970 und 1974 der Fall war, oder beim «Tango» ab 1978 bis 1998.

Was mir am neuen Ball gefällt ist das schwarzweisse Design und die goldigen Beschriftungen, welche dem «Telstar18» eine edle Note geben. Der farbige «Brazuca-Ball» der letzten WM fand ich wenig überzeugend. Ein Ball sollte eine farblose, gleichmässige Musterstruktur haben.

Weniger Farbe wäre auch bei den Fussballschuhen oft mehr. Die Farben der Nationalmannschafts-Tenues sollten optisch im Mittelpunkt stehen und nicht die papageiartigen Fussballschuhe der Spieler. Da erinnere ich mich gerne an die klassischen, schwarzweissen Fussballschuhe zurück.

Das Schwarzweiss des WM-Balls 2018 ist top, die unregelmässige Pixelgrafik jedoch ein Flop. Um an die «Telstar»-Legenden aus den 1970er-Jahre anzuknüpfen, braucht es gestalterisch etwas mehr. Der aktuelle WM-Ball hat aus meiner Sicht den Namen «Telstar» nicht verdient.

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