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Blog-Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’


Free your Mind
Mittwoch, 3. März 2010 von Juliane Reuther (Kein Kommentar)

Im September letzten Jahres habe ich das Masterstudium Architektur an der HTA Luzern begonnen. Das Studium umfasst drei Schwerpunktthemen – Energie, Material und Struktur – auf die das jeweilige Semester abgestimmt ist.
Im ersten Semester war es das Thema „Struktur“, welches über Vorlesungen, Vorträge und Vorstellungen theoretisch und über ein semesterumfassendes Projekt praktisch vermittelt wurde. Nach dem Erhalt des ersten Aufgabenblattes stellten sich bereits die ersten Fragen ein. Inhalt der Aufgabe war es, einen mehrgliedrigen Gegenstand zu wählen. Meine ersten Gedanken waren: „Was hat das mit Architektur zu tun?” und “Wo soll es hinführen?“
Nach langem Überlegen entschied ich mich für eine Ingwerwurzel.
Jeder Student stellte nun also sein Objekt vor, wobei sich die unterschiedlichsten Gegenstände versammelten, wie zum Beispiel ein Strohhut, eine Orgelpfeife, ein Fächer, eine Hummerschere, ein Röntgenbild und vieles mehr.
Jetzt begann der schwierigste Teil der Aufgabe.
Über unzählige Experimente mit verschiedensten Materialien versuchten wir eine Fügungslogik, ein Prinzip unseres Objektes zu generieren und in Architektursprache zu übersetzen. So entstanden im Semesterverlauf verschiedenste architektonische Projekte.
Später sollte aus den entstandenen Räumen eine Funktion bzw. Nutzung abgeleitet und auf den Entwurf angewendet werden.
Entwerfen rückwärts - ohne Richtlinien, ohne Zwänge durch Funktion und Nutzung, also ohne jegliche Vorgabe bildete den grössten Kontrast zu meiner regulären Arbeitsweise und bereitete mir dadurch Probleme beim freien Denken.
Schon während des Experimentierens mit Raum und Fügungsprinzipien stiess ich oft an meine Grenzen. Grenzen, die durch Rationalität, Pragmatismus und Erfahrungen aus der Praxis hervorgingen. Ich bemühte mich diese auszublenden, mich von Ihnen zu lösen, um mich so auf dieses Experiment einlassen zu könnnen, leider mit mässigem Erfolg.
Auch wenn ich dieses Semester gescheitert bin, habe ich doch sehr viel gewonnen.
Nämlich die Einsicht, mir selbst Grenzen auferlegt zu haben, die durch Erfahrungen ganz natürlich sind, aber die es nun heisst einzureissen.

model I_220modell II_220

links: Modell zum Fügungsprinzip der Ingwerwurzel; Material Gipsbinden; rechts:  Modell zur Raumfindung; Gipsguss - gefüllte Wasserballons in Gips

Vom Goldenen Schnitt zur Grauen Energie - Coviss 1/10
Freitag, 12. Februar 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

blog_coviss_01101In der aktuellen Ausgabe von Coviss ist zum Thema “Spannungsfeld Architektur” ein Text von mir erschienen. Architektur ist heute schon lange nicht mehr nur eine Frage von guten Proportionen. Im Bewusstsein dieser Tatsache habe ich meine Gedanken und Ideen beschrieben. Der Beitrag “Vom Goldenen Schnitt zur Grauen Energie” (PDF-File) soll uns klar machen, dass Bauen keine reine Privatsache mehr ist!

Zwei weitere interessante Beiträge zum gleichen Themenbereich sind von den beiden Kantonalen Denkmalpflegern von Luzern und Obwalden in der gleichen Coviss-Ausgabe nachzulesen. Der Luzerner Denkmalpfleger Claus Niederberger schreibt über „Umnutzung und Gesamtrestaurierung - Baukultur als Aufgabe“, und Peter Omachen  macht sich Gedanken zum Thema „Qualitätsvolle Neubauten als Chance - Baukultur statt Identitätsverlust“.

Architizer - Facebook für Architekten!
Sonntag, 31. Januar 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

architizer_ogo1Architizer ist ein neues Architekturforum im Web, das seit November 2009 als Beta-Version online ist. Architekten können kostenlos eigene Projekte und Portfolios hoch laden; zudem gibt es eine Job Börse und vieles mehr. Ich habe seit Dezember 2009 ein persönliches Profil, Büroprofil und ein Projekt auf Architizer. Das Interface ist für eine Beta-Version sehr gut gemacht. Es macht Spass, andere Büroprofile zu besuchen und die Projekte zu begutachten, welche die Büros bearbeiten…

Einen Punkt, den ich noch nicht so gut finde ist, dass es keine Büro- und Projektselektion gibt, wie das  zum Beispiel bei „swiss architects“ der Fall ist. Damit eine gewisse architektonische Qualität gewährleistet werden kann, müssen die Leute von Architizer aus Manhattan unbedingt eine Selektion vornehmen! Die Architektur-Plattform Architizer sollte ja auch für mögliche Bauherren und Sponsoren interessant sein, und da ist eine minimale Qualitätssicherung unerlässlich.

Wenn es mit der Qualitätssicherung noch klappt, kann Architizer eine ernsthafte Konkurrenz werden für die kostenpflichtigen Plattformen von „world architects“.

Expo 2010: Eindrücke aus Shanghai – von August Keller
Dienstag, 12. Januar 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

August Keller, ehemaliger Geschäftspartner und Studienkollege, arbeitet ein Jahr lang für die Firma Nüssli aus Hüttwilen / TG als Projektleiter für den Schweizer Länderpavillon. Er beschreibt im folgenden Blogbeitrag seine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit dem Grossprojekt Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai.

Die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai öffnet am 1. Mai 2010 ihre Tore und dauert bis Ende Oktober 2010. Es werden in 6 Monaten ca. 70 Mio. Besucher erwartet, und somit wird dies die grösste Expo aller Zeiten werden (Fläche ca. 5.2 km2). Die Verantwortlichen sind sich dessen bewusst und scheuen keine Mühen und Kosten. In den letzten beiden Jahren wurden fast sämtliche Strassen in Shanghai erneuert, das Netz der Untergrundbahn um ca. 130 km verlängert und die meisten Häuserfassaden frisch gestrichen. Leider wurden dabei Chancen verpasst. Zum Motto «Better City, Better Life» wären Fassadensanierungen nach Minenergie-Standart passend gewesen! Die Expo hat sich in den letzten 150 Jahren stark verändert. Entstanden als eine Industriemesse, findet heute der Besucher vor allem Animationen, Heiratsmöglichkeiten, Wettbewerbe und viele Informationen über Nachhaltigkeit, Öffentlichen Verkehr, Wassermanagement und vieles mehr. Jedes Land, jede Organisation, die etwas auf sich hält, ist mit einem möglichst grossen Pavillon oder Ausstellung an dieser Expo dabei. China ist das Land der Zukunft! Es stellt sich die Frage, ob in der Zeit des Internets ein solcher physischer Aufwand noch angebracht ist oder ob virtuelle Möglichkeiten mehr gewesen wären? In Shanghai kommt diese Idee das erste Mal ansatzweise zum Einsatz.

Die Weltausstellung in Shanghai wird dieses Mal ihren absoluten Höhepunkt erreichen, noch nie so gross, noch nie so viele Beteiligte, noch nie soviele Besucher. Aus diesem Grund haben alle Teilnehmer dieser internationalen Leistungsshow wie zum Beispiel Deutschland, Dänemark, Holland, Spanien, Luxemburg und Mexiko etwas tiefer in die Taschen gegriffen und ihre grossen Pavillons gebaut. Das Areal der Expo ist in Kontinente eingeteilt, so liegt das Schweizer Länderpavillon in der Zone C04 auf der Pudongseite, umgeben von den Nachbarn Frankreich, Deutschland, Spaninen und Polen. Die Schweiz ist mit einem Länder- und einem Städtepavillon gut an der Expo in Shanghai vertreten.

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Baustelle Schweizer Länderpavillon Ende 2009 (Foto: August Keller)

Für den Länderpavillon hat man ein Konzept gewählt, das die Qualitäten der Schweiz repräsentiert; die enge Verzahnung von Stadt und Land, den bewussten Umgang mit Ressourcen, die Sorge zur Natur, den Einsatz von modernster Technologie zur Lösung von Verkehrsproblemen, Luftverschmutzung und Zersiedlung. Ich bin überzeugt, dass durch weniger Ausstellung, dafür mit einer Seilbahn – eine Erfindung der Schweiz –schlussendlich mehr über die Schweiz zu erleben ist, als mit einer grossen komplexen Wissensausstellung. Der Fun-Faktor spielt an solchen Ausstellungen eine wichtige Rolle. Für die Architektur des Schweizer Länderpavillons ist das junge Schweizer Büro Buchner Bründler aus Basel verantwortlich.

Wie ich die Chinesen einschätze, wird es wichtig sein, dass man ein gutes Restaurant hat, einen Shop mit interessanten Produkten und eben den Fun-Faktor, der den Tag auflockert. Somit wage ich zu behaupten, dass die Schweiz eines der erfolgreichsten Pavillons in Shanghai haben wird. Mit einer Kapazität von ca. 20’000 Besuchern pro Tag haben wir einen kleinen Pavillon, vor allem verglichen mit dem Chinesischen Pavillon, der einen Besucherstrom von fast 70 Mio. Chinesen bewältigen muss.

Zum Schluss: Als Projektleiter des Schweizer Pavillons an der Expo in Shanghai beteiligt zu sein, ist ein spezielles Gefühl und wird sich als wichtiger Meilenstein in meinen Erinnerungen eingraben.

Das Minarett aus städtebaulicher Sicht betrachtet…
Montag, 28. Dezember 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Minarett ist ein religiöses Symbol, wie der Kirchturm auch. Symbole gehören zu unserem Leben, ob in der Religion, Politik oder in der Wirtschaft. Als ich mich mit der Abstimmungsvorlage zu beschäftigen begann, stellte ich mir aus städtebaulicher Sicht die Frage: Was ist problematischer: ein Minarett-Turm oder ein McDonald’s Pylon? Unsere Städte und Agglomerationen sind voll von McDonald’s Symbolen! Wollen wir das? Oder haben wir uns einfach daran gewöhnt?

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Zwei städtebauliche gut sichtbare Symbole mit Anfangsbuchstaben “M”… Rechts: Minarett in Muscat, Oman

Die Minarett-Gegner behaupten, Minarette passen nicht in unsere abendländischen Städte. Passen die McDonald’s Pylone oder das Starbucks-Logo in unsere Landschaften und Städte? Die sichtbare Globalisierung in der Wirtschaft haben wir, so weit es scheint, akzeptiert, bringt ja auch Geld! Wie sieht es mit der religiösen Globalisierung aus? Für mich sind Minarette und Moscheen aus städtebaulicher Sicht überhaupt kein Problem, wenn folgende architektonischen Prämissen (gilt für alle Religionsgemeinschaften) eingehalten werden:
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  • Minarette und Moscheen müssen von hoher architektonischer Qualität sein.
  • Um die architektonische Qualität zu gewährleisten, müssen offene Architekturwettbewerbe ausgeschrieben werden.
  • Sakrale Bauten gehören nicht in Industriezonen.
  • Es dürfen keine billigen „Hinterhof“-Moscheen und -Minarette gebaut werden.

Mit diesen architektonischen Massnahmen können sich die weltoffenen und toleranten Muslime von den extremistischen Muslime klar abgrenzen. Alle Religionsbauten in der Schweiz müssen jederzeit für jedermann offen stehen. Hasspredigten oder die Beschneidung von Mädchen sind ebenso wenig zu akzeptieren, wie die pädophilen Vorkommnisse in den Katholischen Kirchen.

Wir sollten den Wert von unterschiedlichen Religionen und Kulturen zu schätzen lernen. Die Globalisierung ist auch eine Chance für die religiöse und kulturelle Verständigung.

DRS 2 aktuell vom 15.10 2009 - Braucht jede Moschee ein Minarett? Hören >

Reportage über die Wohnung meiner Eltern in der Wohnrevue 12/09
Donnerstag, 3. Dezember 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

blog_wohnrevueMeine Eltern haben im Jahr 2006 das Einfamilienhaus in Eschenbach verkauft, in dem ich aufgewachsen bin. Sie ersteigerten sich aus einem Konkurs die Attikawohnung auf dem Gemeindehaus mit Blick auf das Kloster und die Berge. Das Innere der Wohnung sollte total neu werden, und ich als ihr Sohn war für die Architektur verantwortlich.
Seine Eltern als Bauherren zu haben hat Vor- und Nachteile. Der grösste Vorteil war, dass ich sehr genau wusste, was meinen Eltern wichtig war. Der Nachteil: Für meine Eltern war ich Patrick, ihr Sohn, und nicht der Architekt… Das war ja eigentlich auch sehr schön. Doch trotzdem fehlte manchmal eine gewisse Distanz. Ich musste lernen, meine Eltern als Bauherren zu betrachten, und umgekehrt mussten meine Eltern lernen, mich als Architekt zu verstehen.
Das ”Eltern-Sohn-Projekt” ist schlussendlich sicher geglückt, vor allem wenn meine Mama sagt: “Am liebsten bin ich zuhause und schaue mir die Wohnung an!”
Die Reportage der Wohnrevue “Wohnort Eschenbach - “Harmonie der Strenge” (PDF-File), mit Text von Christina Horisberger und Fotos von Bruno Helbling, hat die Idee der Wohnung sehr schön eingefangen.

Aussensanierung Schulhaus Krauer in Kriens fast fertig!
Dienstag, 3. November 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Seite Ende Juni 2009 sind die Arbeiten an der Fassade des Schulhauses Krauer in Kriens in vollem Gange. Die alten Fenster wurden während der Sommerferien ausgewechselt und durch neue Holzmetallfenster mit Dreifachisolierverglasung ersetzt. Die bestehende Fassade erhielt eine neue Aussendämmung mit neu 24 cm starken Polystyrol-Platten. Die neue Dämmung ist mit verschieden Putzstrukturen versehen, als Hommage an die alte Sichtbetonfassade. Das Material und Farbkonzept wurde zusammen mit Jörg Niederberger entwickelt. Die verschiedenen Putzstrukturen und Farbnuancen lassen das Schulhaus je nach Lichtstimmung immer wieder in einem neuen Kleid erscheinen.

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Auch ist das Haus auf den neusten Stand der Technik bezüglich Erdbeben-Sicherheit gebracht worden. Mit zusätzlichen Stahlstützen im Bereich der Schulzimmer und aufbetonierten Treppenhauswänden entspricht das Schulhaus heute den aktuellen SIA-Vorschriften. Im weiteren wurden sämtliche alten Sanitärleitungen durch neue ersetzt. Ebenso ist die „nasse“ 3 cm-Korkdämmung der Pausenhalle durch eine neue, 12 cm dicke Schaumglas-Dämmung ersetzt worden. Der Deckbelag der Pausenhalle ist neu ein Gussasphalt-Belag, kugelgestrahlt in anthrazitgrauem Ton, welcher die alten Waschbetonplatten ersetzt. Neben dem Bodenbelag bekommt die Pausenhalle auch neue Leuchten und Sitzbänke, beide in Zylinderform und in verschiedenen Höhen, welche für ein neues Erscheinungsbild sorgen werden neben dem neuen Eingangsportal. Zusätzlich gibt es eine Kletterwand im südlichen Teil der Pausenhalle. Bis Ende November 2009 sollten die Arbeiten der Aussensanierung bis auf wenige Details abgeschlossen sein. Die Innensanierung ist ab Ende Juni 2010 bis Ende August 2010 geplant.

Die Cooper Union auf der Suche nach der Form…
Donnerstag, 1. Oktober 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das am 1. September 2009 neu eröffnete Gebäude der Cooper Union for the Advancement of Science and Art im East Village habe ich am Tag meiner Abreise, am Sonntag 20. September, nach meinem dreiwöchigen New York-Aufenthalt besucht. Ich war am Morgen um 9:00 Uhr da, die Stadt hat noch geschlafen, doch das neue Haus für Architektur und Kunst war bereits munter!

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Cooper Union von Thom Mayne Morphosis Architekten Los Angeles

Das Gebäude ist eine gelungene Abbildung von New York, immer in Bewegung, Neues ausprobieren, spielen… und sich immer wieder neu erfinden. Für mich stellt sich die Frage: Muss Architektur IMMER wieder NEU und LAUT sein? Ich erinnerte mich an Max Frisch’s Gedanken zu seinem ersten Haus, welches er  zusammen mit seiner ersten Ehefrau Gertrud Anna Constance von Meyenburg für seinen Bruder entworfen hat: Je simpler mein Plan, um so besser wäre es. Statt dessen will ich Einfälle zeigen, und es wird ein dummes Haus, aber es wird gebaut.

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Lichthof als Begegnungszone mit Treppen und Brücken

Viele schöne Ideen, welche Stückwerk bleiben. Bestes Beispiel ist der  Lichhof, der der Erschliessung dient, welcher vor lauter Dynamik und Ideen physisch zu zerbersten droht! Ich hoffe, die Studenten der Cooper Union finden trotz der Dynamik von NYC und der lauten Architektur, in welcher sie studieren, genügend Gelassenheit und Ruhe, um Ideen zu entwickeln, wie die Architektur von Morgen aussehen könnte! Bezüglich Gebäudehülle und Haustechnik ist das Haus für New York City ein Meilenstein, es ist nämlich nach einigen Bürohochhäusern (New York Times Building / Hearst Tower) das erste Schulgebäude, welches als „Green Building“ zertifiziert wurde.

Portfolio Beitrag im „Häuser“ 5/09 über mein Büro
Montag, 14. September 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

5-09_Haueser_titelneuneu_CS.inddDas deutsche Architekturmagazin „Häuser“ vom Gruner + Jahr Verlag aus Hamburg stellt unter der Rubrik “Portfolio” in jeder Ausgabe ein Architekturbüro vor. Im März dieses Jahres besuchte mich Frau Ruth Händler in Kriens, um einen Portfoliobeitrag über mein Büro zu schreiben.  Es war für mich eine neue Situation, nicht über ein bestimmtes Projekt zu sprechen, sondern generell über meine Arbeitsweise. Frau Händler nahm sich einen ganzen Nachmittag Zeit, mit mir über meine Arbeitsweise, architektonische Haltung und Projekte zu diskutieren. Dabei hat sie sehr gut herausgefiltert, was für mich wichtig ist in meinem architektonischen Arbeiten. Das aktuelle „Häuser“ ist ab 14. September in der Schweiz, Deutschland und Österreich, in einer englischen Ausgabe auch in den USA am Kiosk und als Abonnement erhätlich. Als kleine Kostprobe den Beitrag Nr. 109 von Seite 67 “Unverwechselbar eigenständig” als PDF-File.

Das Fundament für den Freedom Tower steht!
Donnerstag, 10. September 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Der Betonsockel des Freedom Towers wächst langsam aus dem Boden, Baubeginn war im Jahr 2006. Die meterdicken Betonmauern im Sockelbereich sollen vor Terror-Anschlägen schützen.

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Der Freedom Tower hat einen Architektenwechsel von Studio Daniel Libeskind zu David M. Childs von Skidmore, Owings and Merrill Architekten hinter sich, der nicht besonders elegant war. Nachdem David M. Childs den Entwurf von Daniel Libeskind total kaputt gemacht hat, welcher einigermassen gut war, wurde im März 2009 auch der Name angepasst. Neu heisst das meist beachtete Hochhaus in der USA banal „One World Trade Center “ , was sicher gut zu diesem wenig inspirierenden Hochhaus passt, das bis 2012/2013 fertig sein soll.

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Ebenfalls bereits sichtbar sind die zwei Footprints, welche die beiden World Trade Center Zwillingstürme 1 und 2 an ihrem originalen Standort im Grundriss abbilden,  welche am 11. September 2001 in sich zusammenstürtzten und ein Teil vom “The National September 11 Memorial & Museum” sein werden. Die beiden Footprints von je 63,4 auf 63,4 Meter Seitenlänge werden als zwei grosse Wasserbecken ausgebildet, welche von einem vierseitig umlaufenden Wasserfall bewässert werden. Die zwei Wasserbecken werden unter Strassenniveau zu stehen kommen und begehbar sein. Rund um die beiden Memorial-Pools soll ein grosser Park mit fast 400 Bäumen gebaut werden. Der Memorial Park, gestaltet von Landschaftsarchitekt Peter Walker aus Berkeley/San Francisco und dem New Yorker Architekten Michael Arad, ist ein gestalterischer Lichtblick! Habe gestern die aktuelle Ausstellung “A Space Within” im AIA The Center for Architecture in New York gesehen, welche viele schöne Details über das Projekt zeigt. Bei aller Kritik bezüglich Architektur: Landschaftsarchitektonisch könnte der Ground Zero ein Erfolg werden!

Gelungene Symbiose von Natur und Stadt über den Strassen von Manhatten
Mittwoch, 2. September 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Eine ehemalige Eisenbahn-Trasse, zehn Meter über den Strassen von Chelsea, ist seit Juni 2009 ein Park. Der neue Stadtpark namens “High Line” bietet eine schöne Möglichkeit, den Strassenraum zwischen Gansevoort Street und 20th Street von oben zu beobachten. Die Hochbahntrasse wurde 1932 in Betrieb genommen, nachdem es mit der Bahn auf Strassenniveau immer wieder zu Unfällen mit Fussgängern kam. Doch schon 1980 fuhr der letzte Güterzug auf dem Hochbahntrasse; der Gütertransport auf der Schiene wurde von den LKWs verdrängt. Freunde der “High Line” bildeten 1999 eine Initiative, um die vom Abriss bedrohte Bahnlinie zu retten. (Film zur Geschichte)

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Aufgang zum “High Line” Park im Meatpacking District,  im Hintergrund das berüchtigte “The Standard” Luxus-Hotel.

Der neue Park an der Westseite von Manhattan, gestaltet vom Landschaftsarchitekten James Corner von Field Operations und den Architekten Diller Scofidio + Renfro ist eine gelungene Transformation, welche mit vielen schönen Details besticht. Die ganze Begrünung ist sehr roh gehalten, kein typischer Stadtpark mit putzig geschnittenen Rabatten. Auch die Übergänge zwischen Fussweg und der „wilden“ Natur sind kontinuierlich, die Betonplatten laufen wie Finger in den Grünbereich und bilden so eine Einheit mit der Natur. Eine Attraktion ist das “Freiluftstrassenkino”, wo man durch eine Glasscheibe (Leinwand) auf Holzbänken sitzend mit Blick nach unten auf die Tenth Avenue schauen kann, wie die Autos unten durch brausen - eine spannende Perspektive! Doch am schönsten ist es, an einem September-Abend wie gestern, wenn man den Sonnenuntergang mit Blick Richtung Hudson River von einem der vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten aus geniessen kann.

Qualität von Wettbewerbsgrundlagen und Juryberichten…
Montag, 17. August 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Mir fällt auf, dass die Qualität der Wettbewerbsgrundlagen, das Wettbewerbsprogramm und die digitalen Pläne oft von bescheidener Qualität sind. Der Auslober eines Wettbewerbs stellt an die teilnehmenden Architekten zu Recht grosse Anforderungen bezüglich architektonischer und quantitativer Qualität. Nur sollten auch die Auslober zusammen mit der Fachjury und den Consulting-Büros für die gleiche Qualität besorgt sein. Raumprogramme sind oft unvollständig und widersprüchlich oder werden noch nach der Fragebeantwortung angepasst. Oft werden Wettbewerbe auch missbraucht, um Aufgaben, die der Bauherr machen müsste, auf die teilnehmenden Architekten abzuschieben. Frage eines Architekten: Wie gross muss der Demenzgarten sein? Antwort: Ist Ermessenssache… Und im Jurybericht gibt es dann Aussagen wie der Demenzgarten ist zu gross oder zu klein… Eine grosse Hilfe bei den Plänen wäre, wenn ein Massbalken vorhanden ist, um sicher zu sein, dass der Situationsplan im richtigen Massstab eingelesen wurde. Weiter würde es die Arbeit wesentlich erleichtern, wenn alle Häuser auf dem Situationsplan mit einer Schraffur versehen wären;  so müssten nicht alle Büros unter grossem Aufwand ausfindig machen, welches die Häuser sind und diese selber mit einer Schraffur ergänzen! Auch die Höhenkurven sollten nicht nur im Bereich vom bebaubaren Grundstück vorhanden sein, sondern etwas grosszügiger ausgelegt werden, um das Gelände als Ganzes erfassen zu können.

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Situationsplan mit Häuser ohne Schraffuren, ein Rätselraten…

Auch die Juryberichte sind nicht immer von gewünschter Qualität. Bei den Projekten, welche einen Preis bekommen, sollten alle nötigen Pläne in guter Druckqualität im Bericht vorhanden sein, so dass das Projekt zusammen mit dem Jurybericht auch nachvollziehbar  ist. Der Jurybericht sollte doch die Visitenkarte des Auslobers und der Fachjury sein!

Um die oben angesprochenen Punkte zu verbessern, könnte der SIA gewisse Standards definieren, welche erfüllt sein müssen, damit ein Wettbewerb als SIA-geprüft gilt! Das heisst, dass die Fachjury die aufbereiteten Pläne und das Wettbewerbsprogramm anhand eines Kriterienkatalogs genau prüft, bevor die Unterlagen auf eine Webseite geladen werden. So könnten sich die teilnehmenden Architekten auf die Architektur fokussieren und müssten nicht unzählige Stunden in die Planaufbereitung oder in die Raumprogramm-Interpretation investieren.

Viabizzuno Scoula
Sonntag, 26. Juli 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Vorletzte Woche wurde ich zusammen mit anderen Architekten und Lichtplanern von VB Lighting AG, dem Generalvertreter für Viabizzuno Leuchten in der Schweiz, für drei Tage nach Italien eingeladen. Als Erstes besuchten wir den Showroom in Mailand von Viabizzuno, wohl die interessanteste Lichtfirma Italiens, denn die Viabizzuno-Leute leben ihre Passion Licht. Man spürte sofort den Geist von Mario Nanni: Mario Nanni, 1955 geboren, lernte Elektriker und gründete 1994 die Firma Viabizzuno mit heute 150 Mitarbeitern. Der Autodidakt entwickelt und entwirft zusammen mit anderen Designern Leuchten und Lichtinstallationen und unterrichtet an der Universität in Ferrara.

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Deckenleuchte Campana Brembana von Viabizzuno.

Von Mailand aus reisten wir weiter nach Bentivoglio bei Bologna ins „Casa Viabizzuno“, welches der Hauptsitz der Firma ist. Mario Nanni begrüsste uns persönlich und unterrichtete uns ganze zwei Tage an seiner „Viabizzuno Scoula“! Der Patron zeigte uns anhand von Beispielen, was für ihn gutes Licht und schöne Schatten sind. Im Vordergrund bei Nannis Lichtkonzepten steht nicht die Leuchte als Objekt, sondern das Licht als poetisches Medium. Mario Nanni arbeitet auch mit dem Architekten Peter Zumthor zusammen. Aktuell sind die beiden an einem Leuchten-Prototypen für den Dammweg in Vals.

Mario Nanni ist ein kritischer Zeitgenosse, für ihn sind Nachhaltigkeit keine leeren Worte. Viabizzuno produziert Solar-Strom auf dem Dach im Werk in Bentivoglio und ist so Selbstversorger. Auch werden alle Leuchten in Europa hergestellt. Weiter setzt er sich für den Erhalt der Glühbirne* in Europa ein, welche ab Herbst 2009 sukzessive durch Sparlampen ersetzt werden sollen. Ein kreativer Querdenker, der für viele Unternehmer Vorbild sein könnte!

* Zum aktuellen Diskurs, Glühbirne oder Sparlampe, ein interesanter Beitrag aus dem Wirtschaftsmagazin “brand eins” 07/2009  mit dem Titel: Aus der Fassung (PDF-File)

Obwalden – Lebensraum im Wandel: Landschaft und Bauen 5/7
Sonntag, 12. Juli 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Projekt “Obwalden – Lebensraum im Wandel” ist eine Idee der IG Baukultur Obwalden. Projektpartner ist das “Obwaldner Wochenblatt”. Sieben Beiträge kommentieren die gebaute Umwelt und die jüngere bauliche Entwicklung. Der fünfte Beitrag “Landschaft und Bauen” von Søren Linhart (PDF-File) erschien am 10. Juli 2009 und widmet sich dem Haus Optiker als mustergültiges Beispiel für das Bauen in der Landschaft.

blog2Søren Linhart: In eigenständiger und zeitgemässer Architektursprache nimmt das Gebäude vorbildhaft Bezug zum gebauten Kontext.

Bild: PD


Vernissage “Bauen in der Landschaft” vom Freitag 26. Juni 2009 in Adligenswil
Sonntag, 28. Juni 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Die Ausstellung „Bauen in der Landschaft“ wurde am Freitag in Adligenswil mit einer Einführung von Otti Gmür, Architekt und Publizist aus Luzern, eröffnet. Er erzählte, wie er als Sechsjähriger 1938 mit seiner Familie nach Adligenswil zog, in eine Gemeinde mit 600 Einwohner, keine Strasse war asphaltiert. Heute hat Adligenswil 6000 Einwohner… Was das für die Landschaft bedeutet, kann heute jeder selber sehen!

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Die Ausstellung „Bauen in der Landschaft“ ist nach Willisau nun in Adligenswil im St. Martinskeller bis am 12. Juli 2009 zu Gast. Im Herbst wird die Ausstellung noch in Stans zu sehen sein.

Austellung “Bauen in der Landschaft” in Adligenswil
Dienstag, 23. Juni 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Ein Teil der Ausstellung (inkl. Haus Optiker, Lungern) “Bauen in der Landschaft”, welche erstmals in Willisau in der Stadtmühle von Januar bis März diese Jahres gezeigt wurde (siehe Blogbeitrag vom 16.01.2009), ist vom 26. Juni bis 12. Juli 2009 im St. Martinskeller in Adligenswil zu sehen.

Vernissage: Freitag, 26. Juni 2009, von 19:00 Uhr - 21:00 Uhr, mit einer Einführung von Otti Gmür, Architekt und Publizist Luzern.

Öffnungszeiten:
Freitag: 17:00 Uhr - 20:00 Uhr
Samstag: 16:00 Uhr - 18:00 Uhr
Sonntag: 14:00 Uhr - 17:00 Uhr

Altersheim Vella im “hochparterre.wettbewerbe”
Mittwoch, 17. Juni 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Im aktuellen “hochparterre.wettbewerbe” 3/09 ist unser Wettbewerbsbeitrag “Vera Lynn” für das Alters- und Pflegeheim da Casa Val Lumnezia in Vella  4. Rang / 4. Preis publiziert. Leider darf uns die “hochparterre-wettbewerbe”-Redaktion aus urheberrechtlichen Gründen nur unser Projekt als PDF-File zur Verfügung stellen. Wer mehr über den Projektwettbewerb erfahren will, muss die aktuelle “hochparterre.wettbewerbe” Ausgabe kaufen, oder den Bericht des Preisgerichttest als PDF-File herunterladen.

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Titelseite: “hochparterre.wettbewerbe” 3/09

Entrée Haus Optiker
Samstag, 30. Mai 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Nach vielen Diskussionen und Gedanken zwischen dem Bauherrenpaar, dem Architekten und der Künstlerin Adriana Beretta ist das zweite Werk von Adriana im Haus Optiker, zusätzlich zur Metallskulptur “Costruire il vuoto”, am letzten Mittwoch im Entrée platziert und gefeiert worden!

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Die vier raumhohen Bilder in den beiden Farben Rot und Gelb, mit drei unterschiedlichen Oberflächenstrukturen (siehe unten) geben dem Entrée eine positive Energie ohne aufdringlich zu wirken. Die Antizipation ist immer etwas schwieriges. Welche Farbe soll die Wand haben; Gold, Rot oder Anthrazit? Wo soll der funktionale Teil wie Sitzbank und Spiegel plaziert werden?

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Das Entrée gibt dem Gast, der ein Haus betritt, einen ersten Einduck der Menschen die dort leben. Und die Bewohner betreten oder verlassen das Haus immer über diesen Raum - ein wichtiger “Durchgangsraum”, der mehr oder weniger bewusst immer wieder neu erlebt wird, mit all den Gedanken, die man in sicht trägt.

Das atmosphärisch Geglückte ist ein Zusammenspiel von Teilen, welche nicht gedacht werden können.

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Oberflächenstrukturen der vier Oelbilder

Ein Nest ohne Vögel…
Samstag, 16. Mai 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Olympia Stadion „Birds Nest“, nördlich und ausserhalb des Zentrums von Beijing, zwischen vierter und fünfter Ringstrasse, ist im Moment nur noch eine Touristenattraktion: Siehe Weltwoche 19/09 “Zerzaustes Vogelnest”.

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Foto: dpa

Ich habe die Baustelle im Herbst 2007 selber besucht und mich damals schon gefragt, als ich gesehen habe, wie die vielen Stahlteile vor Ort zusammengeschweisst wurden, wie das Stadion wohl in ein paar Jahren ausehen wird, bei der nicht gerade sauberen Luft in Beijing! Nun - die Konstruktion ist das eine. Viel wichtiger war für mich damals schon die Frage, warum ein so wichtiges und teures Stadion nicht an zentralerer Lage gebaut wird? Der Standort des „Beijing Workers Stadium“, im ummittelbaren Herzen von Beijing, wäre für mich ein viel besserer Standort gewesen. Das Workers Stadium liegt im Ausgangsviertel „Sanlitun“, wo auch  die beiden Botschaftsviertel „Sanlitun Embassy Area“ nördlich und das „Ritan Embassy Area“ südlich liegen - einer Gegend voller Leben. Die Idee der Architekten Herzog de Meuron, dass das Olympia Stadion ein öffentlicher Platz werden soll, wäre am Ort, wo das Workers Stadion steht, sehr gut umsetzbar gewesen. Ein multifunktionales Stadion für Fussballspiele, Golden League Leichtathletik-Meetings, Konzerte und vieles mehr, ähnlich dem Madison Square Garden in New York. Leider ist es anders gekommen: Das Workers Stadium (gebaut 1959) wurde für die Austragung der Fussballspiele an den Olympischen Spielen 2008 renoviert.  Nun hat Beijing mit dem Workers Stadium ein architektonisch mittelmässiges Stadion, welches rege genutzt wird und mit dem “Birds Nest” ein Kunstwerk, das am falschen Ort steht, und dem dadurch das Schicksal vom schleichenden Zerfall droht, wie es schon vielen Olympia Stadions ergangen ist!

Vögel schauen immer genau, wo und wie sie ihre Vogelnester bauen, damit das Nest auch mehrmals genutzt werden kann…

Haus Optiker in Coviss Ausgabe Mai 2009
Donnerstag, 30. April 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Unter dem Titel: Brückenschlag zwischen den Baupartnern - Architektur von hoher ortsbaulicher Qualität, (Beitrag als PDF) hat  Gregor Eigensatz von Coviss die verschiedenen Hürden beschrieben, welche zu meistern sind, wenn architektonische Ideen die üblichen Grenzen bezüglich Baugesetz und handwerklichen Gewohnheiten überschreiten. Dank einer frühzeitigen und engen Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Kantonalen Denkmalpflege und den Unternehmern ist ein Haus entstanden, welches nicht hundertprozentig dem Baugesetz entspricht und sich trotzdem oder gerade deswegen, bestens in die bestehende Umgebung einfügt.

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Coviss Titelseite 3/2009: Holzfassadenstruktur Haus Optiker in Bürglen bei Lungern

Die „Krise“ und die Architektur!
Freitag, 10. April 2009 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Die Krise: Immobilienkrise, Bankenkrise und Industriekrise - alles ein Resultat einer Gesellschaftskrise? Wo steht die Architektur in dieser Gesellschaftskrise? Wie sagt man doch so schön: Die Architektur, das Gebaute kann immer nur ein Spiegel der Gesellschaft sein. Ist die Gesellschaftskrise in der Architektur sichtbar, lesbar? Diese Frage lässt sich natürlich in 20 Jahren oder später leichter und klarer beantworten als heute. Doch welche architektonischen Verfehlungen, ohne die grossen Bausünden irgendwelcher Immobilienspekulanten aufzuzählen, sind heute schon sichtbar? Ich spreche von der „grossen“ Architektur von Architekten, welche sich zu einer Elite zählen. Die Wünsche der Bauherren (Gesellschaft) und die Lösungen der Architekten (gehören auch zur Gesellschaft) wurden in den letzten Jahren immer ausgefallener. Alles scheint möglich zu sein. Als wichtiger Architekt konnte man sich im Namen einer Marketing-Strategie eines Bauherren (Firma, Stadt, Region) mit einem „schrägen“ Gebäude, welches möglichst originell materialisiert ist, einen Namen machen und wurde in allen Life-Style-Heftlis gefeiert. Über die Nachhaltigkeit bezüglich architektonischer Sprache machten sich nicht mehr alle Architekten Gedanken… Ich denke, dass die Krise positiv für die Zukunft der Architektur und der Gesellschaft ist. Die Gesellschaft muss sich neu orientieren, davon bin ich fest überzeugt, ebenso die Architektur. Nur hoffe ich, dass wir Architekten eine intelligente Rolle in der Ausgestaltung der zukünftigen Welt einnehmen werden und uns nicht verführen lassen von so genannten grossen Projekten, welche uns erlauben, mit Formen und Materialien zu spielen, welche unter allen Umständen originell sein müssen und zu Totgeburten führen wie am Ground Zero in New York (siehe Blogbeitrag vom 3. Oktober 2007 Vepasste Chance…), wo sich für mich die Krise architektonisch und gesellschaftlich in all seinen Abgründen manifestiert.

WTC Site Day, Silverstein Properties, New York, USA

World Trade Center New York I www.wtc.com

Zum gleichen Thema erschien am Freitag den 17. April, im  Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 16/2009, ein sehr interessanter Beitrag mit dem Titel: Ich! Ich! Ich! von Stephen Bayley

Architektur im Web
Sonntag, 22. März 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Immer mehr Architekturbüros, Architektur-Zeitschriften und spezielle Architektur-Online Magazine entdecken die Wichtigkeit der „aktiven“ Online-Präsenz. Ich besuche die für mich interessanten architekturspezifischen Websites, Blogs, Videoblogs, Tweets (Twitter ist ein Mikro-Blogging Dienst) ungefähr alle zwei Wochen, um mir einen Überblick zu verschaffen, was meine Kollegen so treiben…

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Ein sehr guter Architekturblog und schon fast ein Klassiker: A Daily Dose of Architecture, ein Webblog direkt aus meiner Lieblingsstadt New York. Berichtet täglich über die Stadt und die ganze Welt zum Thema Architektur (siehe auch Blogbeitrag A Daily Dose of Architecture vom 17. 09. 2007). Archispass von Ruebe Maleczek aus Österreich steht für mehr Spass in der Architektur und ist eine Kampfansage an die seriösen langweiligen Architekten! Hochparterre International betreibt diveres Blogs aus verschiedenen Städten wie Amsterdam, Barcelona, Dubai, New York, Peking, Shanghai und Zürich/Schweiz zu den Themen Architektur, Design und Kunst. Hochparterre Schweiz setzt auf den Videoblog von Stadtwanderer Benedikt Loderer, der alle zwei Wochen zum Architektur-Volk spricht… mit dem Markenzeichen der rot-weissen Hochparterre-Zipfelmütze. Eine weitere Video-Webseite ist architekturvideo.de, welche viele Videos zum Thema Architektur sammelt und online zur Verfügung stellt. Das Online Magazin Internet für Architekten von Eric Sturm berichtet über aktuelle Meldungen und nützliche Tipps zum Thema Architektur und Marketing. Das deutsche Archimag, „Das Architekturmagazin im Netz“, ist neu, und hat neben einem Blog zum Thema Architekur und Interviews mit Architekten auch ein sehr gutes Architekturblog- und Architekturtwitterverzeichnis.

Die Auswahl ist subjektiv und eine Momentaufnahme, alle oben aufgeführten Links sind auch auf meinem Blogroll verfügbar. Viel Spass beim Architektur-Surfen!

10 Jahre Schnieper Architekten: 1999-2009
Sonntag, 1. März 2009 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

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Schnieper Architekten Jubiläums-Bleistift: Caran d’Ache 341.000, Zedernholz, sechskantig, Mine HB, weiss

Sanierung Schulhaus Krauer Kriens
Montag, 16. Februar 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Wir, die Arbeitsgemeinschaft Schnieper Architekten Kriens (Architektur und Planung) und Battagello + Hugentobler Stansstad (Baumanagement), haben den Zuschlag im eingeladenen Submissionsverfahren (dritt günstigstes Angebot) für die Sanierung des Krauer Schulhauses in Kriens bekommen.

Das Sichtbetonschulhaus (Brutalismus) aus dem Jahre 1972 des Architekten Ernst Müller aus Kriens steht auf zwei Sporthallen (Schwimm- und Turnhalle), welche links und rechts unter das Schulhaus geschoben sind. Mittig über den beiden Hallen, welche nordwestseitig an die Hangkante anschliessen, ist die offene Pausenhalle, welche durch die Stützen und Unterzuge des darüberliegenden auf einem Betontisch stehenden Primarschulhauses gegliedert wird. In den ersten zwei Obergeschossen des Schulhauses befinden sich acht Klassenzimmer, symmetrisch angeordnet mit den dazugehörenden Nebenräumen. Das Attikageschoss, mit Lehrerzimmer und Büros für die Lehrerschaft, schliesst das Gebäudekomposit nach oben ab.

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Südansicht Schulhaus Krauer - links die Schwimmhalle

In einer ersten Phase, im Sommer/Herbst 2009, wird die Gebäudehülle inklusive Haupteingang erneuert. In einer zweiten Phase, vorausichtlich 2010, wird das Schulhaus innen sanft saniert.

Marrakech
Donnerstag, 5. Februar 2009 von Cornelia Keller (Kein Kommentar)

Die erste Begegnung mit einer Stadt in einem fremden Kulturkreis.
Ich bin froh über die lange Fahrt im Taxi ins Zentrum der Stadt. Eine lange Fahrt,
nicht von der Strecke her, aber von der Menge an Eindrücken. Man kann die Szenen
wie Bilder eines Kinofilms an sich vorbeiziehen lassen. Erleichtert, hinter Scheiben geschützt zuschauen zu können und noch nicht selber agieren zu müssen. All die verschleierten Frauen, die Männer in ihren Djellabas, wollenen Kapuzenumhängen,
die Verkehrsweise, die spielenden Kinder auf der Strasse, die Eselskarren,
die brennenden Feuerchen in den engen Gassen. Die unendliche Dichte, die in dieser Stadt herrscht, bleibt mir als prägendstes Merkmal in Erinnerung. Allein die Gerüche, welche in die Nase dringen, kann man fast nicht beschreiben. Es ist ein Potpourri aus gebratenem Fleisch, dampfenden Eintöpfen, Weihrauch und Abgasen, wo man innerlich lächelnd an eifrige Feinstaubdiskussionen im entfernten Heimatland denkt.

Das Herz Marrakechs, der Djemna el Fna mit seinen dampfenden Essständen

Auf dem Djemna el Fna werden alle Sinne angesprochen

Der islamische Glauben ist hier sehr präsent. Es beginnt frühmorgens mit dem ersten Ruf des Muezzins, der einem Kopf  voller Gedanken das Wiedereinschlafen schwer macht. Die vier folgenden, über den Tag verteilten Rufe erinnern einem immer wieder einmal innezuhalten, und dann strömen die Menschen wieder in die unzähligen Moscheen und Gebetsräume. Es ist eine eigentümliche Klangkulisse, wenn über die Lautsprecher der Moscheen die Verse gesungen werden. Die zeitlichen Verzögerungen und die unterschiedlichen Gebete verweben sich zu einem sirenenähnlichen Teppich, der sich über die Stadt legt.

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In der Medina die Orientierung zu behalten, ist anfangs sehr schwierig und bedarf einiger gedanklicher Anpassungen! Wenn man morgens das Gästehaus verlässt und versucht, sich bestimmte Läden und Eckpunkte zu merken, wird man abends verwundert feststellen, wie völlig anders doch nun wieder alles aussieht. Die Gassen verändern ständig ihr Erscheinungsbild. Ein Handwerker in einem winzigen Raum wird seine Werkstatt tagsüber in den freien Strassenraum auslegen, der Teppichhändler von nebenan alle erdenklichen Aufhängemöglichkeiten mit seiner Ware besetzen, der Bäckersjunge mit den frisch aus der Backstube geholten Süssigkeiten sich mit dem mobilen Verkaufsstand an die Ecke stellen, das freie Plätzchen sich in einen Eselparkplatz umwandeln,…

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In Marrakech kann man gut den Wechsel beobachten, welche die junge Generation Marokkos in den nächsten Jahrzehnten erleben wird. Die Altstadt mit seinen Souks steht im Kontrast zum aufkeimenden modernen Leben mit Internetanschluss und Fastfood-Ketten in den neuen Stadtquartieren und um die Universitäten. Viele junge Bewohner dieser Millionenstadt kennen vermutlich noch eine Kindheit in einem einfachen Lehmhaus irgendwo in den Bergen, ein Leben, das stark von der Natur mitgeprägt ist. Architektonische Zeichen dieser Veränderung sieht man bereits, wenn man aus dem Flughafen tritt. Der neue Anbau ist auch Thema eines Blogs, der sich mit moderner Architektur Marokkos befasst. Auch dies noch eine Seltenheit!

So anders und fremdartig die Stadt ist, so sicher und wohl habe ich mich gefühlt. Wenn man versucht, sich auf die Kultur einzulassen und sich vom Strom mittragen zu lassen, erscheinen einem die Ängste plötzlich als völlig unbegründet und man freut sich über die kurze Zeit, die man in dieser Welt miterleben darf.

Vernissage der Ausstellung “Bauen in der Landschaft” vom Freitag, 16. Januar 2009
Samstag, 17. Januar 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Vom Schweinestall, der zu einem grossen Wohnzimmer umgenutzt wurde, über das Ferienhaus auf der Rigi Scheidegg (siehe Blogbeitrag vom 20. August 2007) bis zum zeitgenössischen Bauernhaus ist alles zu sehen in der gut aufgemachten Ausstellung in der Stadtmühle Willisau. Die Ausstellung zeigt im ersten Teil in Form von Bildern und Texten (Lucius Burkhard), wie wir Landschaft wahrnehmen.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich dann den 24 Projekten, die auf gute Art Rücksicht auf die bestehende Umgebungslandschaft nehmen.

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Alle Projekte sind mit Plänen, Bildern und Texten dokumentiert, (Haus Optiker)

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Modelle in verschiedenen Massstäben ergänzen die gezeigten Projekte.

Eine kleine, aber feine Ausstellung, die zu einem wichtigen Thema Denkanstösse liefert - gerade in der Schweiz, wo “Landschaft” so stark begrenzt ist. Ein Ausflug nach Willisau lohnt sich!

Tele Tell Aktuell: “Bauen in der Landschaft” Beitrag zur Ausstellung vom 18.01.2009

Neue Luzerner Zeitung vom 30.01.2009: «Ursprüngliche Landschaft gibt es nicht» Beitrag zur Ausstellung als (PDF) File.

Google Earth und die fünfte Fassade…
Donnerstag, 8. Januar 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Für viele Architekten ist die fünfte Fassade nicht sichtbar und daher auch nicht von gestalterischer Bedeutung! Mit Google Earth hat sich das nun grundlegend geändert. Wenn man heute jemanden über local.ch oder tel.search.ch sucht, sieht man immer auch eine Luftaufnahme der gesuchten Adresse. Die Qualität der Bilder wird immer besser, und so kann man immer mehr Details einer Dachlandschaft sehen. Also, die fünfte Fassade wird immer wichtiger, da sie oftmals der erste Eindruck von einem Haus ist!

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Haus Raeber-Niederberger Weggis

Haus Optiker in der Ausstellung “Bauen in der Landschaft” in Willisau
Samstag, 20. Dezember 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Landschaft ist in der dicht besiedelten Schweiz ein kostbares Gut. Fast ein Viertel aller Gebäude in der Schweiz stehen ausserhalb der Bauzonen, werden angepasst, erweitert und umgenutzt und verändern so das Bild der Landschaft stetig. Die Ausstellung informiert über die aktuelle Situation in der Region, führt in die Gesetzgebung ein und zeigt Beispiele von Bauten, die auf gute Art Rücksicht auf die bestehende Umgebungslandschaft nehmen. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit dem Innerschweizer Heimatschutz und der Architekturzeitschrift Karton. Sie basiert auf der Broschüre „Bauen ausserhalb der Bauzone“.

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Wann:
Freitag 16. Januar 20:00 Uhr Vernissage - Ausstellung bis 01. März 2009

Wo:
6130 Willisau, Müligass 7, Stadtmühle

Öffnungszeiten:
Samstag und Sonntag 14:00-17:00 Uhr, Mittwoch 17:00-19:00 Uhr oder nach Vereinbarung.

Führungen:
Samstag 07.02.09: 16:00 Uhr öffentliche Führung durch die Ausstellung mit Gerold Kunz, Architekt/Denkmalpfleger NW, Kriens/Stans.
Mittwoch 11.02.09: 18:00 Uhr öffentliche Führung durch die Ausstellung mit Peter Humm, Architekt, Luzern.

Diskussion:
Frreitag 30.01.09: 20:00 Uhr Podiumsdiskussion zum Thema „Bauen in der Landschaft“ mit Alois Hodel, Sekretär Bauernverband Luzern, Franziska Felber, Architektin Zürich, Franz Bucher, Architekt/Vertreter Innerschweizer Heimatschutz, Luzern, und Mario Conca, Abteilungsleiter Bewilligungs- und Koordinationszentrale, Kanton Luzern. Leitung Stefan Zollinger. Türkollekte.

Gassen-Architekten..
Montag, 1. Dezember 2008 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Der Graubündner Architekt Valerio Olgiati hat in Flims ein neues Bürohaus für sich gebaut. Wie bei all seinen Projekten (gelbes Haus in Flims, Schulhaus in Paspels, Nationalparkzentrum in Zernez oder das Atelier Haus Bardill in Scharans) hat Olgiati bewiesen, dass er ein Architekt ist, der es versteht, auf den Ort und seine Umgebung einzugehen. Auch der Neubau seines Büros in der Flimser Dorfzone fügt sich sehr gut in die bestehende Dorfstruktur ein.
Das Erdgeschoss (der Autounterstand)  ist ein offener Raum, über welchem das Bürohaus aus dunkel gebeiztem Tannenholz zu schweben scheint. Das Haus mit einem quadratischen Grundriss von ca. 11 x 11 Meter, liegt auf einem Betontisch, welcher über vier randseitigen Betonstützen und einem zentralen Treppenturm getragen wird. Hangseitig ist das Haus von einer Stützmauer gefasst, welche in etwa einem halben Meter vom Haus losgelöst das Erdgeschoss gegen den Hang abschliesst. Durch die Fuge zwischen Haus und Umfassungs-Mauer strömt Licht in das offene Parkdeck, welches sich talseitig öffnet.
Im Obergeschoss ist ein Grossraumbüro, zoniert durch den mittigen Treppenturm aus Beton, welches hang- und talseitig mit grossen Fenstern vollständig verglast ist. Das viele Tageslicht ist nötig, welches durch die grossen Fenster in den Büroraum strömt, da der Boden, die Wände und auch die Decke einheitlich mit dem gleichen, schwarz gebeizten Tannenholz ausgekleidet sind wie die Fassaden. Die Büromöbel, Tische und Stühle sind alle schneeweiss gehalten, was eine sehr schöne Raumstimmung erzeugt.
Im Dachgeschoss unter dem First ist ein offener Sitzungsraum, welcher zweiseitig von den beiden traufseitig angeordneten Lichtkanonen, welche das Licht bis ins Obergeschoss bringen, belichtet wird.

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Büroraum als Teil des Gassen-Raums und umgekehrt.  Im Hintergrund der Treppenturm.

Was für mich spannend ist in so dörflicher Nachbarschaft (vergleiche Blogbeitrag „Strassen-Architekten“ vom 13.Oktober 2007)  sind die grossen Fenster hangseitig im Bereich der Büroarbeitsplätze gegen die beiden schmalen Dorfsgassen. Man hat beinahe das Gefühl,  durch das Büro zu laufen, speziell bei Nacht. Das Büro wird Teil des Gassen-Raums und umgekehrt!

Städtebauliches und ökonomisches Potenzial von intelligenten Siedlungsstrukturen
Dienstag, 11. November 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Was sind „intelligente Siedlungsstrukturen“? Intelligente Siedlungsstrukturen lassen sich nicht mit üblichen Bauzonenplänen definieren! Das Denken in Schemas, wie zwei- oder dreigeschossige Wohnzonen, lassen keine städtebaulich und ökonomisch sinnvollen Lösungen zu. Interessante Räume entstehen, wenn Gebäude in einem vorgegebenen Mass unterschiedlich hoch sind. Keine Teppichmuster-Überbauungen! Die Unterschiede in der Höhe der Gebäude darf nur minimal sein, d.h. plus/minus 35 Prozent, damit die hohen Häuser nicht bedrohlich wirken. Achtgeschossige Häuser werden nicht als “Hochhäuser” empfunden, was ein sehr wichtiger Punkt ist bezüglich Wohnqualität vieler Wohnquartiere in der Schweiz. Im weiteren zeichnet eine intelligente Siedlungsstruktur die sinnvolle Verdichtung aus. Viele neue Überbauungen werden leider immer noch nach dem Schema Vier- oder Fünfgeschossig plus Attika gebaut!

Die drei grafischen Modellbeispiele sollen aufzeigen, dass eine intelligente Siedlungsstruktur aufgrund subtiler Verdichtung in der Höhe die Wohnqualität einer Siedlung nicht schmälert, sondern klar verbessert kann.

Für die drei Modellbeispiele, verschiedene Parzellenformen, gilt folgende Ausgangslage:

- Landfläche 1000 m2
- Landpreis Fr. 500.-
- Gebäude und Grenzabstände mindestens halbe Fassadenhöhe
- alles 4 1/2-Zimmerwohnungen
- Bruttowohnfläche 124 m2 pro Wohnung  plus Treppe und Lift 13 m2 pro Wohnung
- Nettowohnfläche 108 m2 pro Wohnung (ohne Innen- und Aussenwände)
- Balkon pro Wohnung 28 m2
- Ausnützungsziffer-Fläche (AZ) pro Wohnung 137 m2 (ohne Aussenwände)

Modellbeispiel A: Grundstück 100 x 100 Meter
- Häuser gelb: AZ 1.233 / Häuser orange: AZ 1.233
- Häuser gelb: 90 Wohnungen / Häuser orange: 90 Wonungen
- Häuser gelb: Grünfläche 7030 m2 / Häuser orange: Grünfläche 7690 m2
- Häuser gelb: 5 Geschosse / Häuser orange: 5-8 Geschosse
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Gelbe Häuser links: das klassische Siedlungsmuster - alle Häuser sind fünfgeschossig, was monoton und wenig identitätsstiftend wirkt.  Die orangen Häuser rechts sind fünf-, sieben- und achtgeschossig, was der Siedlungsstruktur Charakter und Identität gibt. Der Landpreis ist bei beiden Lösungen Fr. 55′555.- pro Wohnung.

Modellbeispiel B: Grundstück 133 x 75 Meter
- Häuser gelb: AZ 1.096 / Häuser orange: AZ 1.233
- Häuser gelb: 80 Wohnungen / Häuser orange: 90 Wohnungen
- Häuser gelb: Grünfläche 7360 m2 / Häuser orange: Grünfläche 7690 m2
- Häuser gelb: 5 Geschosse / Häuser orange: 5-8 Geschosse
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Der Landpreisanteil pro Wohnung liegt bei den gelben fünfgeschossigen Häusern bei Fr. 62′500.- und bei den orangen Häusern, die fünf-, sechs-, sieben- und achtgeschossig sind, bei Fr. 55′555.-. Auf dem gleichen Grundstück können zehn 4 1/2-Zimmerwohnungen mehr gebaut werden, ohne Einbusse an Wohnqualität!

Modelleispiel C: Grundstück 50 x 200 Meter
- Häuser gelb: AZ 0.959 / Häuser orange: AZ 1.233
- Häuser gelb: 70 Wohnungen / Häuser orange: 90 Wonungen
- Häuser gelb: Grünfläche 7690 m2 / Häuser orange: Grünfläche 8020 m2
- Häuser gelb: 5 Geschosse / Häuser orange: 5-8 Geschosse
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Die am wenigsten geeignete Grundstückform von den drei Modellvarianten bezüglich Ausnützungsziffer und klassischer Gebäudehöhe ist die stark rechteckige Form. Der Landpreisanteil pro Wohnung liegt beim gelben fünfgeschossigen Haus bei Fr. 71′428.- und bei den orangen Häusern, die sieben- und achtgeschossig sind, bei Fr. 55′555.-. Auf dem gleichen Grundstück können durch eine flexible Gebäudehöhe zwanzig 4 1/2-Zimmerwohnungen mehr gebaut werden!

Haus Optiker: Impressionen Hausbesichtigung vom 11.Oktober 2008
Montag, 13. Oktober 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

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von links - Geri Keller-Stolz im Gespräch mit  Mette Skouhus und Aldo Bombeli

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Guschti und Agnes Keller-Husmann

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rechts - Christoph Tofaute (Bauingenieur) mit Familie - hält das Haus?

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rechts - August Keller im Gespräch mit seinem ehemaligen Lehrmeister Hans Hugentobler

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rechts - Ursi und Michael Bünter-Fölmli mit Umbaugedanken…

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mitte Hans Gasser (Bauleiter) in weissem Hemd, ganz links Christoph Tofaute

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ganz rechts - Joke Optiker (Gastgeberin)

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drei Frauen von hinten - von links Steffi Walker, Laura Berni Meyer und Adriana Beretta

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von rechts - Adriana Beretta (Kunst am Bau), Joseph Optiker (Gastgeber), Anne und Kurt Schreiber

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von links - Irené und Tom Lötscher im Gespräch mit Bruni und Heini Portmann

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von links - Architekt Patrick J. Schnieper, Dr. Jürg Jansen, Antoinette Schnieper-Jurt

Blendfreie Lichtführung in der Architketur
Samstag, 11. Oktober 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Kunstlicht gibt der Natur und der gebauten Architektur ein zweites, meist ganz anderes Gesicht. Wie schon im Blogbeitrag «Kunstlicht in der Architektur» beschrieben, ist eine sorgfältige Planung sehr wichtig.

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Haus Optiker, Nordwestfassade  I  Foto: Roger Frei, Zürich

Die Leuchten für das Haus Optiker in Lungern bei Bürglen hat die Firma Neuco aus Zürich geliefert, die zusammen mit dem Architekten auch für die Lichtplanung verantwortlich war. Für schönes, homogenes und blendfreies Licht stehen die Niedervolt-Halogenlampen «Skim Linsenwandfluter» der Firma Neuco. Die bündig in die Decke eingebauten Linsenwandfluter mit Schattenfuge wurden im Entree, Büro, Wohnen und Vorplatz-Bibliothek verwendet. Die weissen Wandbalkenleuchten im Atrium und Autounterstand, bündig in die Betonelemente eingelassenen, ergänzen die Geometrie der Betonelemente mit ihren horizontalen und vertikalen Schattenfugen sehr schön.
Bilder zu den verwendeten Leuchten im Haus Optiker sind unter Referenzen auf der Homepage der Firma Neuco zu sehen.

Open House New York Weekend
Samstag, 4. Oktober 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Dieses Wochenende ist es wieder soweit: Am 4. und 5. Oktober können in New York und Umgebung zum sechsten Mal diverse Häuser besichtigt werden, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Die Auswahl fängt beim Woolworth Building an und endet beim im Frühling neu eröffneten New Museum an der Bowery,  mit einer Führung durch einen ehenmaligen SANAA-Architekten.

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Ich finde die «openhouse» Idee sehr gut, das wäre doch etwas für Luzern und Umgebung! Im weitern können auch verschiedene Architekturbüros besucht werden  also beste Werbung für das gute Bauen. Ich hoffe, ich finde dieses Wochenende die Zeit, um das eine oder andere Haus zu besichtigen.

Museum of Arts and Design in New York neu eröffnet
Sonntag, 28. September 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Am Samstag, 27. September 2008 öffnete das Museum of Arts and Design «MAD» an neuem prominentem Standort, im neu renovierten Columbus Circle 2, seine Tore für das Publikum.
Der Bau - 1964 als Huntington Hartford Gallery of Modern Art eröffnet - wurde ab 1980 bis 1998 als Tourist Information Center genutzt. Das Gebäude hatte auch den Übernamen «Lollipop Building» wegen seiner Lollipop-ähnlichen Betonstützen im Erdgeschoss, war jedoch trotz seines süssen Übernamens bei den meisten New Yorkern nicht sehr beliebt.
Das Haus mit seiner zum Columbus Circle zugewandten runden Fassade, hatte durch seine weisse Marmorfassade, welche den venezianischen Dogenpalast zitierte, schon vor der Renovation eine starke Präsenz.

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Die neue Fassadenhaut aus 22′000 weiss-glasierten Terrakotta-Fliesen gibt dem Gebäude einen stark geometrischen Ausdruck. Die Fliesen-Bänder-Fassade wird von präzise gesetzten Fenstern vertikal und horizontal durchbrochen. Die horizontalen Fensterbänder in Klarglas sind zurückversetzt, was der Fassade räumliche Tiefe gibt. Die vertikalen Fenster sind fassadenbündig und mit ganz feinen, weissen vertikalen Streifen bedruckt, was von weitem gesehen einen Milchglaseffekt ergibt und vor Einblicken schützt. Im Innern des Museums haben sich die aus Portland/Oregon stammenden Architekten Allied Works Architecture gestalterisch vornehm zurückgehalten und mit weissen Wänden und hellbraunen Parkettböden alles richtig gemacht. Leider war es nicht möglich, im Innern des Museums zu fotografiern… da kann das «MAD» noch etwas lernen von der «MoMA» Museumskultur! Ein schönes Detail sind die alten Betonstützen im Erdgeschoss, welche der Sanierung nicht zum Opfer gefallen sind und nun geschützt hinter der Glasfassade weiter die Geschichte des «Lollipop Building» erzählen.
Für mich ist die 65 Millionen Dollar teure Sanierung eine architektonische Bereicherung für die oft etwas wenig zeitgemässe New Yorker Architekturlandschaft.

Es wird langsam gebaut…
Sonntag, 21. September 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das letzte Mal war ich vor einem Jahr auf der «Baustelle». Die Fundamente für den Freedom Tower sind ein ganz wenig gewachsen. Jedoch geht das Ganze für ein so wichtiges Projekt relativ langsam vonstatten. Ein Grund dafür liegt sicher an den vielen Beteiligten: laut «Süddeutsche»  vom 1.7.2008, sind nach offiziellen Angaben 19 verschiedene Behörden, 101 Bauunternehmen und 33 Architekten beteiligt. Wann genau der Freedom Tower fertig wird, weiss niemand. Sicher ist, dass es bis am 10. Jahrestag 2011 nicht der Fall sein wird.
Sieben Jahre nach den Terroranschlägen steht für mich das grosse «Loch» - die grösste Baustelle New Yorks und ein unwirklicher Ort im Süden Manhattans zugleich - symbolisch für die Probleme, welche die USA in Zukunft noch zu lösen haben.

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Da, wo die beiden schwarz-weissen Kräne stehen, soll der Freedom Tower gebaut werden

«Lochfenster»
Samstag, 13. September 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Letzten Samstag besuchte ich in Madrid das neue Kulturzentrum «CaixaForum» der Architekten Herzog & de Meuron. Als Fassadenmaterial wurde im Bereich der gelungenen Aufstockung des ehemaligen Kraftwerks Corten-Stahl verwendet. Vor den Fenstern ist die Corten-Stahlhaut gelocht. So kann auf einen beweglichen Wärme- und Blendschutz im oft heissen Madrid verzichtet werden. Die Lichtwirkung im Raum ist angenehm. Das Spiel von Licht und Schatten verändert die Raumstimmung ständig.

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Vorplatz Lift / Treppenhaus im Dachgeschoss mit «Lochfenster»

Leider kann der Bau als ganzes nicht vollständig überzeugen. Das Erdgeschoss als öffentlicher Platz/ Aussenraum wirkt kalt und bedrückend. Im Innern des Hauses «buhlen» zu viele Materialien und Formen - organisch und spitzwinklig, teilweise schlecht verarbeitet - um die Gunst des Besuchers.

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Rechts die Brandschutzmauer als «green wall»

Neben aller Kritik - die äussere Materialisierung ist überzeugend: Die rostrote Fassade der Aufstockung passt sehr gut zu den alten rot-beigen Sichtbacksteinen des ehemaligen Stromkraftwerks. Die Brandmauer des Nachbargebäudes «green wall» hat der Künstler und Biologe Patrick Blanc in Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron entwickelt. Das  kräftige Grün der unterschiedlichen Pflanzen der Brandschutzfassade ergänzt das «CaixaForum» sehr gut.

Zukunft und Vergangenheit
Mittwoch, 27. August 2008 von Cornelia Keller (Kein Kommentar)

Immer wieder drängten sich diese Themen auf, als ich vergangenen Juli mit der Klasse im Ruhrgebiet war. Eine Gegend, die nicht zuoberst auf der Reisewunschliste steht. Man assoziiert es mit Kohlebergwerken, Stahlindustrie, Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit. Wir erlebten es als überraschend reiches Gebiet, und wenn man die umliegenden Sehenswürdigkeiten wie die Kolumba und weitere Museen in Köln oder Zumthors Bruder Klaus Kapelle in Wachendorf dazunimmt, entsteht ein interessantes Reiseziel! Die Industriekultur verfolgt einem auf Schritt und Tritt, zum Beispiel fallen einem die aus dem Bergbauabfall aufgeschütteten Halden auf, welche jede anders gestaltet wurde. Die Zeche Zollverein in Essen und der Landschaftspark Duisburg-Nord sind ebenfalls Zeitzeugen, die ein Stück vergangene Geschichte erzählen. Man sieht dort, wie unterschiedlich mit den alten Bauten umgegangen wird. Manche sind geschützt und werden nun aufwändig restauriert, andere werden kontrolliert von der Natur zurückerobert und zu einem Naherholungsgebiet umgewandelt. Die Kombination der monströsen Gebilde der Stahlindustrie und flanierenden Menschen in einem jungen Birkenwäldchen ist sehr surreal und erstaunt. Es gibt dem Ort eine eigene, unverwechselbare Identität.

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Landschaftspark Duisburg-Nord

Eine Oase ist auch die Museumsinsel Hombroich, wo Kunst mit Natur verbunden wird. Das Gelände besteht aus einem grossen natürlichen Park und 16 Gebäuden, die vom Bildhauer Erwin Heerich entworfen wurden. Zu finden sind dort drin neben Werken berühmter Künstler auch wunderschöne Lichtsituationen, die sich je nach Tageszeit und Wetter ständig bewegen und verändern. Zu sehen zum Beispiel im „Turm“, einem leeren weissen Raum, von 4 Seiten begehbar und nur mit Oblichtern erhellt. Wenn das Wetter mitspielt, das heisst in diesem Fall, wenn es viel Wolken und etwas Sonne hat, ist es ein richtiges Schauspiel, da sich der leere Raum ständig erhellt und wieder verdunkelt.Und noch ein letztes zum Thema Licht; wann immer man die Möglichkeit hat, die Zollverein School of Management and Design in Essen von SANAA Architekten zu besuchen, sei dies wärmstens empfohlen. Was von aussen wie ein reduzierter, kühler Betonkubus wirkt, entfaltet im Innern ein wunderschönes weiches Licht.

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School of Management and Design – Film zum Bau

Schöner Höcker
Samstag, 9. August 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Sitzobjekt mit dem Namen “Woodstock” von Brand van Egmond besticht durch Klarheit, Leichtigkeit und Überraschung. “Woodstock” besteht aus Stahldrähten, welche die Form einer Afrolook-Frisur haben. Die runde Form der Stahldrähte (Krausen) ist Tragstruktur und Sitzoberfläche in einem. Eine klare und ökonomische Entwurfsstrategie, welche das Designer-Duo William Brand und Annet van Egmond anwenden, ohne dabei die Poesie aus den Augen zu verlieren. Durch die offene Stahldrahtstruktur wird das Licht zum stetig sich verändernden Hauptentwurfselement.

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Das “Woodstock”-Objekt ist in den Grössen 40/40/40 cm oder 50/50/50 cm, in den Oberflächen Stahl vernickelt oder Stahl gespritzt, in den Farben weiss und schwarz erhältlich. Trotz seiner optischen Leichtigkeit ist der handgemachte Höcker kein Federgewicht: Der Kleinere der beiden wiegt 17 kg und der Grössere bringt 27 kg auf die Waage… Auch das Woodstock-Festival 1969 war trotz aller gelebter Leichtigkeit auch keine leichte Kost!

Vorankündigung: Hausbesichtigung Haus Optiker, Lungern
Donnerstag, 24. Juli 2008 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

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All jene, die schon lange auf das Datum für die Hausbesichtigung gewartet haben, können sich nun den Samstagnachmittag, 11. Oktober 2008 in der Agenda eintragen. Eine persönliche Einladung folgt.

Meine Skyline…
Sonntag, 13. Juli 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Der Pilatus ist für mich die schönste Skyline neben Manhattan. Von der Fräkmüntegg aus gefällt mir der Blick darauf besonders gut. So direkt vor den “Hochhäuser” (Felsen) - eindrücklich! Man kann so viele Details sehen, und die Häuser verändern sich in ihrer Oberfläche je nach Jahreszeit; mal grau, gelb, grün und im Winter weiss. Selbst die Skyline von Manhattan würde vor dem Pilatus ziemlich klein und bescheiden aussehen. Warum plant man in Luzern die beiden Hochhäuser vis-à-vis vom Pilatus… Luzern sollte seine städtebaulichen Vorzüge einer dorfähnlichen Stadtstruktur, eingebettet in einer sanften Hügellandschaft und gegliedert durch einen traumhaft schönen See, nicht verspielen und sich mit dem Pilatus messen!

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Mittwoch 9. Juli 2008 19:31 Uhr - Blick auf den Pilatus von der Fräkmüntegg

Was gibt es schöneres, als an einem Sommerabend mit dem Bike von Kriens 450 M.ü.M. auf die Fräkmüntegg 1450 M.ü.M. zu fahren und in aller Stille, ohne Touristen, den Pilatus in der Abendsonne zu geniessen und Energie zu tanken für den nächsten New York-Besuch!

Lange Schatten über Ground Zero
Sonntag, 13. Juli 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Auszug aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 12./13. Juli 2008 Nr. 161 - als Ergänzung zum Blogbeitrag Verpasste Chance… vom 3. Oktober 2007

Gerichtsfälle, Geldsorgen, Sicherheitsbedenken, Korruption und Betrug verhindern den Wiederaufbau von Ground Zero, der immer teurer wird und umstritten bleibt. Mit der Verzögerung wächst unter den New Yorkern die Verunsicherung.

rte. New York, 11. Juli
Wie ein riesiger Vogel hätte an Sommertagen der Bahn- und Busbahnhof auf der Südspitze Manhattans seine Dachflügel geöffnet. Unter freiem Himmel wären die New Yorker zur Bahn spaziert und hätten einen Blick hoch zum Freedom Tower geworfen. So mag sich der Stararchitekt Santiago Calatrava die Bahnstation vorgestellt haben, als er seine Pläne einreichte. Doch dem Stahlvogel werden die Flügel gestutzt: Das Dach, gibt die zuständige Stadtbehörde Port Authority bekannt, werde aus Kostengründen nicht geöffnet werden können. Auch weitere Kürzungen an Calatravas Projekt seien notwendig.

Unrealistische Voraussagen
Der Spanier ist nicht der Einzige, dessen Vision für Ground Zero beschnitten wird. Berufskollege Libeskind, der mit seinem Modell für den Freedom Tower 2002 den Zuschlag bekam, hat sich zurückgezogen. Als Architekt des «traurigen weissen Elefanten», wie der noch nicht gebaute Wolkenkratzer schon genannt wird, zeichnet heute David Childs. Michael Arad, Entwerfer des Denkmals, das an die Opfer der Terrorattacken erinnern soll, ist unterdessen mit Kollegen und Behörden zerstritten. Bürgermeister Bloomberg kündigte kostensenkende Vereinfachungen an.
Die Stararchitekten müssen die Änderungen hinnehmen – zu viele Agenturen, Aufsichtsbehörden, Sicherheitsinspektoren und Geldgeber mischen mit. Vorwürfe macht jeder jedem. Der ehemalige Gouverneur Pataki seinem Nachfolger, dem nach einem Sexskandal vom Thron gestossenen Spitzer. Und der heutige Gouverneur Patterson seinen beiden Vorläufern. In einer «Neueinschätzung» des Bauvorhabens kommen Pattersons Leute zu einem ernüchternden Fazit. Die bisherigen Voraussagen zur Fertigstellung der Projekte seien unrealistisch, Geld sei verschwendet worden, Vorfälle von Betrug und Bestechung bekannt, heisst es im Bericht.
Mit der Verzögerung wächst unter den New Yorkern die Verunsicherung. Was wann fertig werden soll, getraut sich keiner mehr zu sagen. Eine pessimistische Prophezeiung macht der von Gerichtsurteilen gebeutelte Pächter der Parzellen, Larry Silverstein: Bis zum 10. Jahrestag der Anschläge würden weder das Denkmal noch einer der fünf Bürotürme stehen. Er gibt sich aber überzeugt, dass das Werk noch vor seinem Tod vollendet sein wird – Silverstein ist 76 Jahre alt.

Kritik an der Port Authority
Nur 18 Monate dauerte in den 30er Jahren der Bau des Empire State Building, doch auf Ground Zero geht es trotz Hightech kaum voran. Sieben Jahre nach 9/11 hat die Skyline im Süden Manhattans noch keinen eindrücklichen Ersatz für die verlorenen Türme des World Trade Centers. Dabei war der Wiederaufbau als entschlossene Antwort auf die brutale Terrorattacke verkauft worden. Nun ermahnt die klaffende Lücke an die Unsicherheit, die sich in den Alltag der Metropole geschlichen hat.
Dass eine Attacke wie an jenem Morgen im Spätsommer wieder geschehen könnte, bezweifelt in der Stadt kaum jemand. An den öffentlich zugänglichen Town Hall Meetings, an denen die Bevölkerung zu Wort kommt, zeigt sich der Unmut über die fehlenden Fortschritte ebenso deutlich wie die Leidenschaft, mit der die eigene Meinung vertreten wird. Die Sitzungen ziehen sich in die Länge. Klar ist am Ende bloss, dass mit jeder Antwort neue Fragen aufgeworfen werden. Der heftigsten Kritik ist die Port Authority ausgesetzt, die für die Verkehrswege verantwortlich ist – solange die U-Bahn-Bauten nicht fertig sind, kann darüber kein Hochhaus entstehen.Das weiss auch Chris Ward, seit knapp fünfzig Tagen Zuständigerder Port Authority, einer bisher ungelenken bürokratischen Behörde der Teilstaaten New Yorkund New Jersey. Dass das Vorhaben unter seiner Regie schneller voranschreiten wird, verspricht er allerdings nicht: Im Moment seien mindestens 15 «fundamentale Probleme», die sich auf das Gesamtprojekt auswirken würden, noch nicht gelöst.

„Sculpture Garden“ in Lungern!
Sonntag, 22. Juni 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

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Die 735 Kilogramm schwere und 8.2 Meter hohe Metallinstallation mit dem Namen “Costruire il vuoto” von Adriana Beretta (siehe auch Blogbeitrag vom 18. Februar 2008) wurde am Freitag, 20. Juni 2008, an ihren Bestimmungsort gebracht. Das Beton-Atrium im Haus Optiker als Standort für die Installation ist nun in seiner Vertikalität noch stärker erlebbar und macht aus diesem ohnehin eindrücklichen Raum ein Kunstwerk! Die schneeweisse Metallinstallation (war nicht ganz einfach zu konstruieren) besteht aus 33 T-förmigen Vollstahlprofilrohren in den Dimensionen 4.5 / 4.5 / 37. 5 / 75 cm und wurde von der Tessiner Metallbaufirma Ghidoni SA hergestellt. Die Skulptur “Costruire il vuoto” ist aus sieben verschiedenen Räumen erlebbar: Atrium, Wellnessbereich, Entrée, Wohnzimmer, Sitzplatz, Bibliothek und Meditationsraum.

Meine Fussball-Trikot-Europa(Welt)meisterschaft
Sonntag, 8. Juni 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Für mich ist neben einem schönen Spiel auch das “Kleid” der Fussballer von Wichtigkeit - denn “Kleider” machen Fussballspieler. Ist es ein Zufall, dass die Mannschaften mit den schönsten Trikots den besten Fussball spielen…? Leider gehört die Schweiz für mich nicht zu diesen Teams. Das Puma-Leibchen ist keine gestalterische Meisterleistung, der Schnitt ist zu weit, die rote Farbe beliebig und die drei Pumas auf Schultern und Brust gesucht. Zusätzlich ist das neue Fussballverbandslogo ziemlich misslungen. Schade! Die Schweiz hätte ja Grafiker von Weltformat. Über das österreichische Shirt möchte ich lieber gar nichts sagen… das entspricht den fussballerischen Qualitäten der Mannschaft. Bei den Italienern hat Puma bewiesen, dass es gestalterisch problemlos mit den beiden grossen Sportartikelherstellern Adidas und Nike mithalten kann und zu Recht als Modelabel gilt. Das „Azzurra“-Blau ein Traum, die drei goldenen Pumas haben Stil und der Schnitt steht für italienisches Modebewusstsein. Des weitern gefällt mir das holländische Dress: Orange war als Kind meine Lieblingsfarbe und wirkt auf dem grünen Rasen einfach bestechend. Auch die Portugiesen haben ein sehr schönes Trikot; mit dem 623821_f_x_r.jpgedlen Weinrot als Hauptfarbe und den dezenten dunkelgrünen Einsätzen als komplementäres Element - sehr schön. Natürlich bringt das spanische Trikot mit einem überzeugenden Rot und perfekten Gelb das spanische Temprament voll zum Tragen. Das kroatische rot-weisse Schachbrettmuster-Design wirkt markant und kampfbetont und gehört für mich auch zu den “Top Seven”. Die immer wieder neuen Trikots der Deutschen und Franzosen von Adidas sind im ersten Moment meistens sehr attraktiv und materialtechnisch führend, doch schon nach ein paar Jahren wirkt das Design altmodisch wie ein alter Audi A6. Neben den europäischen Mannschaften haben für mich Argentinien und Brasilien sehr schöne Shirts. Das argentinische Trikot, hellblau-weiss vertikalgestreift, ist mein absoluter Topfavorit: Zusammen mit schwarzen Hosen und weissen Socken und dem schönen Verbandslogo „AFA“ einfach unschlagbar!

Ist doch Geschmacksache…
Sonntag, 18. Mai 2008 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

… eine Aussage, die man oft hört und die auch niemandem übel zu nehmen ist, der sich nicht beruflich mit Gestaltung auseinander setzt. In der Architektur gibt es jedoch ganz bestimmte Regeln und Merkmale, welche ein Haus sachlich bewertbar machen. Neben dem städtebaulichen Aspekt, d.h. wie ein Haus räumlich zu seiner gebauten oder natürlichen Umgebung steht, sind die Proportionen von Gebäudeteilen ein Kriterium: Welche Proportion hat zum Beispiel ein Fenster, eine Türe oder eine Stütze. Wie stehen die einzelnen Gebäudeteilproportionen in Grundriss, Schnitt und Fassade zueinander. Wie ist das Verhältnis zwischen offenen und geschlossenen Gebäudeflächen, zwischen horizontaler und vertikaler Gebäudestruktur. Ein weiteres Kriterium sind die verwendeten Materialien hinsichtlich Farbe, Oberfläche und Nützlichkeit: Ist die Materialwahl angemessen. Wie wirkt das Haus auf seine Umgebung. Das wichtigste Kriterium aber, der eigentliche Grund, warum gebaut wird, ist die Funktionalität: Hat das Haus die geforderten funktionalen Eigenschaften. Nur wenn alle drei Elemente - Proportionen, Material und Funktion - in Harmonie zueinander stehen, kann von überdurchschnittlicher Architektur die Rede sein. Das Gesamtbild ist entscheidend. Wer die genannten Kriterien bewusst beobachtet, wird feststellen, dass gebaute Schönheit nicht zufällig ist. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Menschen, die sich mit Architektur beschäftigen und bereit sind, Vorurteile (z.B. nur alte Häuser sind schön) abzulegen, ein gestalterisches Gespür entwickeln, welches über das übliche „ist doch Geschmacksache“ hinausgeht. Gäbe es in der Architektur keine allgemeingültigen Regeln, würde kaum ein Architekt an einem Architekturwettbewerb teilnehmen!

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Gästehaus zu Villa Garbald in Castasegna von Miller & Maranta

150 Wettbewerbsteilnehmer…?
Sonntag, 4. Mai 2008 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Für den Projektwettbewerb “Neubau Alterszentrum Bündner Herrschaft” in Maienfeld haben sich ca. 150 Architekturbüros angemeldet. Verbunden mit der Anmeldung zahlt jeder Teilnehmer das Depot von Fr. 500.- für das Modell und die Planunterlagen an den Auslober ein. Warum nehmen so viele Architekten den grossen Aufwand (Gesamtkostenaufwand* pro Teilnehmer ca. Fr. 32000.-) auf sich, trotz der kleinen Chance, zu einem Auftrag zu kommen? Für viele Architekturbüros ist es eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, verbunden mit einem allfälligen Erfolg, sprich Preis, mindestens zu den fünf bis sieben prämierten Wettbewerbsteilnehmern zu gehören. Die Preissumme für diesen Projektwettbewerb beträgt Fr. 130000.- , verteilt auf die fünf bis sieben prämierten Projekte. Alle anderen Teilnehmer gehen leer aus, erhalten aber das Depot von Fr. 500.- bei einer vollständigen und termingerechten Projektabgabe zurück erstattet.

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Modell mit Grundstück für das Alterszentrum “Bündner Herrschaft” und Schloss “Brandis” im Hintergrund

Warum nehme ich den Aufwand auf mich? Im aktuellen Fall hat mich die eigentliche Bauaufgabe Altersheim und die unmittelbare Nachbarschaft zur “Stadt” Maienfeld mit dem Schloss und den Weinreben gereizt mitzumachen. Zusätzlich ist eine Wettbewerbsteilnahme auch immer eine Weiterbildung und ein Training. Mit der Besichtigung vor Ort Ende April hat für mich der Entwurf begonnen. Im Kopf konkretisieren sich erste Bilder und Ideen. Doch bis zur Abgabe Ende Juli 2008 werden noch viele Entscheidungen und Fragen auf mich zukommen, immer mit dem Gedanken, den Wettbewerb zu gewinnen…!

*Der Zeitaufwand für einen Projektwettbewerb in dieser Komplexität beträgt ca. 360 Stunden. Bei einem mittleren Stundenansatz von Fr. 80.- sind das rund Fr. 30000.- Aufwand oder zwei Monate Arbeit für zwei Personen. Für das Modell und die Plotkosten müssen noch einmal Fr. 2000.- gerechnet werden.

Einfamilienhaus Bucher Knonau in “Single-Family Housing 7″
Samstag, 19. April 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Ende April 2008 erscheint unter dem Titel „Single-Family Housing 7“ im spanischen Architekturbuchverlag Editorial Pencil ein zwanzigseitiger Beitrag über das Einfamilienhaus Bucher in Knonau Zürich. Das ganze Buch, gebundene Ausgabe, hat 340 Seiten und es werden 17 gebaute Einfamilienhäuser aus der ganzen Welt vorgestellt.
Das Einfamilienhaus Bucher ist mit 38 Plänen, 28 Farbfotos und ausführlichem Text sehr gut dokumentiert. Der Verlag legt grossen Wert auf eine ausführliche und sorgfältige Präsentation der Projekte. Das Buch wird in der ganzen Welt verkauft, alle Texte sind in Englisch.

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Projekt Nr. 5 Einfamilienhaus Bucher Knonau

Es war für mich eine neue und schöne Erfahrung mit einem Buchverlag zusammenzuarbeiten. Vielen Dank an Mario García Cantero vom Architekturbuchverlag Editorial Pencil für die speditive und professionelle Zusammenarbeit.

Verlag: Editorial Pencil
Buchtitel: Single-Family Housing 7
ISBN-978-84-935980-2-0
Preis: € 90.-

Kunstlicht in der Architektur
Montag, 7. April 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Der Umgang mit dem wichtigen Gestaltungselement Kunstlicht ist für Architekten und Bauherren oft schwierig. Mir ist sehr wohl bewusst, dass eine gute Beleuchtung viel Erfahrung voraussetzt und sich nicht zu 100% planen lässt. Doch etwas vom Wichtigsten scheint mir, dass die Beleuchtung mit gleicher Akribie geplant wird wie die Fenster, welche das Tageslicht in die Räume bringen. Das Kunstlicht muss wie die Fenster ein Entwurfs-Hauptbestandteil sein, um nicht zum dekorativen beliebigen Gestaltungselement zu verkommen! Das Kunstlicht setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem Leuchtkörper und dem eigentlichen Licht. Passt der ausgewählte Leuchtkörper zur Architektur, und entspricht das Licht den gewünschten funktionalen und stimmungsmässigen Anforderungen?

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Haus Bucher Knonau I Oblicht, versteckte indirekte Beleuchtung (Foto: Marco Homberger)

Das Licht ist immer sichtbar, beim Leuchtkörper jedoch gibt es zwei Möglichkeiten. Die versteckte indirekte Beleuchtung, wo der Leuchtkörper mehr oder weniger unsichtbar bleibt, und die sichtbare Beleuchtung, wo der Leuchtkörper sichtbar ist und räumlich zu einem starken Gestaltungselement wird. Die erste Variante mit dem versteckten indirekten Leuchtkörper wird da eingesetzt, wo die Beleuchtung nur in Form von Licht in Erscheinung treten soll, so zum Beispiel in Museen. Die zweite Variante mit dem sichtbaren Leuchtkörper, z.B. der Kronleuchter über dem Esstisch, macht da Sinn, wo etwas betont werden will und so räumlich mit dem Lampenkörper und Licht ein Zeichen gesetzt wird. Man darf sich von einem schönen Lampenkörper nicht „blenden“ lassen. Man soll sich immer wieder fragen, ob die gewählte Beleuchtung auch zum Raum passt.

Form und Funktion
Dienstag, 25. März 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Erinnerungen an die letzte Woche Heliskiing in Monashees am Revelstoke See in British Columbia Canada. Mich fasziniert immer wieder wie schlank die Spruce Trees sind. Die Wälder sehen aus wie gotische Kathedralen. Die „Spruce“ zu Deutsch Fichte, kann bis zu 80 Meter hoch werden und 900 Jahre alt. “Warum sind die Spruce in dieser Gegend so schlank?”, fragte ich unseren Skiguide. Die Antwort ist einfach und einleuchtend, da es in diesem Gebiet im Winter bis zu 5 Meter Schnee gibt, bietet die säulenartige Form dem Schnee fast keine Auflagefläche. Hätte die Fichte die gleiche Dreiecksform wie bei uns, könnte sich der Schnee besser halten und bei starkem Schneefall würden die Bäume unter der Schneelast erdrückt.

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Es ist immer wieder ein faszinierendes Gefühl zwischen diesen schlanken eleganten Bäumen Ski zu fahren, speziell wenn das Gelände sehr steil ist und die „Spruce“ unendlich hoch scheinen. In der Natur folgt die Form immer der Funktion!

Proportionen
Montag, 10. März 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Quadrat bildet die Ausgangsproportion für das Schubladen-Möbel „49 Drawers“ des japanischen Innenarchitekten und Designers Shiro Kuramata. Sieben quadratische Schubladen, diagonal angeordnet, von oben links nach unten rechts, stehen für Ruhe und Ausgewogenheit. Die zweite Schubladendiagonale, von oben rechts nach unten links, bildet eine Kurve. Die jeweils drei ersten Schubladen von aussen betrachtet sind rechteckig und drehen sich von der Horizontalen in die Vertikale und umgekehrt. Die drei horizontalen und die drei vertikalen Schubladen, haben eine Richtung, dadurch entsteht Bewegung und Dynamik. Die mittlere Schublade der zweiten Diagonale ist quadratisch und verbindet so die horizontale und vertikale Bewegung.
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Dies sind nur zwei Analysen zu diesem besonderen Möbel mit seinen 49 Schubladen, welches immer wieder einlädt, neue Ordnungen und Symmetrien zu entdecken. Übrigens: Das Möbel besteht nur aus sieben verschiedenen Proportionen. Viel Spass beim Suchen!

Costruire il vuoto
Montag, 18. Februar 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Betonatrium im Haus Optiker in Lungern wird mit einer Metallskulptur von Adriana Beretta aus Bellinzona gekrönt. Für mich ist es interessant zu sehen, wie Adriana als Künstlerin mit dem Atrium-Raum arbeitet. Neben der räumlichen Intervention ist das Arbeiten mit der Lichtstimmung für mich ein ganz wichtiges Element. Durch die schneeweisse Metallskulptur mit dem Namen “Costruire il vuoto”, auf deutsch “Die Leere konstruieren”, bekommt der betongraue Atrium-Raum einen neuen und noch stärkeren Ausdruck. Neue Räume entstehen zwischen dem dreigeschossigen Atrium und der knapp neun Meter hohen Skulptur. Freue mich auf den Frühling, wenn die Skulptur mit dem Helikopter in den Atrium-Raum geflogen wird.

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Skizze der Skulptur (Ausschnitt)