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Blog-Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’


Architekturausstellung «Learning from Vernacular» in Rossinière
Sonntag, 11. Juli 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Mise en page 1Bin über die aktuelle WOZ vom 8. Juli 2010 auf die Ausstellung «Learning from Vernacular» der ETH Lausanne in Rossinière aufmerksam geworden. Der WOZ-Redaktor Marcel Hänggi hat eine interessante Reportage darüber geschrieben: «Wer Bambus hat, braucht keinen Stahl»

«Die Lösung einer Bauaufgabe liegt immer in der ANALYSE des Bauortes»

Dieser Satz passt sehr gut zum Ausstellungsinhalt. Habe ihn das erste Mal als junger Student im ersten Semester im Fach Entwerfen gehört! Ich war beeindruckt von der Klarheit und Logik dieser Aussage. Schade, dass sich viele «grosse» Architekten nicht mehr an das erste Semester ihres Studiums erinnern können…

Göttliche Teilung…
Dienstag, 22. Juni 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Dass die argentinische Fussball-Nationalmannschaft das schönste Fussballtrikot hat, ist keine Frage! Siehe Post vom 8. Juni 2008: «Meine Fussball-Trikot-Europa(Welt)meisterschaft».

SOCCER-WORLD/Doch warum ist das Argentinien-Shirt auch für viele neutrale Fussballfans das schönste Trikot? Für mich ist es eine Kombination von vielen Puzzleteilen, die sehr stimmig zusammenfinden: Das hellblau-weisse, vertikalgestreifte Shirt, kombiniert mit den schwarzen Hosen und weissen Socken, und im Idealfall mit schwarzen Fussballschuhen ergänzt, sind die vier ersten Puzzle-Teile, welche farblich sehr schön zusammen harmonieren. Ein weiteres, sehr wichtiges Puzzleteil ist der grüne Rasen, welcher die Dressfarben Hellblau, Weiss und Schwarz komplementär als Hintergrundfarbe perfekt ergänzt. Sehr wichtig auch in der gesamten visuellen Wahrnehmung sind die weissen Linien auf dem grünen Rasen, welche eine starke geometrische Wirkung haben, und dadurch das hellblau-weiss, vertikal gestreifte Shirt perfekt komplementieren.

Vertikale Streifen haben ja schon lange eine positive Bedeutung, stehen gerade im Sportbekleidungsdesign für Dynamik und Bewegung, speziell präsentiert durch den Sportartikel-Hersteller Adidas. Die drei Streifen sind für Adidas ein wichtiger Faktor bezüglich Wiedererkennung und Unterscheidung gegenüber der Konkurrenz. Auch das Argentinien-Shirt hat drei weisse Streifen vertikal, die zu den blauen vier vertikalen Streifen im Verhältnis (weisse zu blauer Fläche) 5:8 stehen, also im goldenen Schnitt, oder auch die göttliche Teilung genannt. Auch beim «schönsten» Fussball-Nationalmannschafts-Trikot gibt es eben keine Zufälle.

Tipp: Das offizielle AFA-Heft - ein hellblau-weisser Leckerbissen!

Shanghai - Welthauptstadt?
Dienstag, 1. Juni 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Ich bin im Mai für zehn Tage in Shanghai gewesen, wo ich die Stadt zu beobachten versuchte… Und natürlich brauste ich auch für zwei Tage auf der Expo herum.
Für mich war schon beim ersten Besuch vor sieben Jahren sofort klar: Diese Stadt ist etwas Besonderes! Es war eine Atmosphäre… die Ruhe vor dem grossen Sturm. Heute ist der Sturm - Geldssturm, Konsumsturm, Bewusstseinssturm, Modesturm und Kunststurm - voll ausgebrochen. Teilweise kann man sogar von einem Tornado sprechen, wenn man schaut, was das für die Menschen bedeutet. Mit Tornado meine ich nicht die räumlich-architektonische urbane Situation, die war schon vor sieben Jahren atemberaubend und zugleich beängstigend. Nein, die gesellschaftliche Veränderung: Wie weit ist die meditative Art der Chinesen strapazierfähig - das gilt speziell für die Verlierer. Und auch die Gewinner: Wie gehen sie mit ihrem „Kater“ nach der grossen Party um. Für einen Psychoanalitiker, der noch Architektur studiert hat, ist Shanghai ein Paradies…Shanghai als Gipfel des Chinesischen Erfolgsmodells. Ich denke, den Mittelweg für Shanghai gibt es nicht: Entweder ist Shanghai bis in ca. 50 Jahren die Welthauptstadt, oder aber eine unbedeutende Megacity. Das Potenzial, zur Welthauptstadt aufzusteigen, ist durchaus vorhanden.

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Shanghai: Auf dem Weg zur Welthauptstadt? Hotelneubau von Pedersen Fox Architects und Japanese Interior Design Firm Super Potato

Ich besuchte auch die Tongji University, nördlich vom Stadtzentrum, und habe mir die Arbeiten von den Bachelor- und MasterstudentInnen der Architekturabteilung angeschaut. Keine Frage, die Arbeiten der Studentinnen und Studenten der Tongji University stehen in nichts denen von der ETH Zürich oder der Columbia University in NYC nach. Auch im Gespräch mit den StudentInnen wird klar, die wissen haargenau, was auf der Welt passiert, trotz Internetzensur der chinesischen Regierung, welche leicht umgangen werden kann.

Um Welthauptstadt zu werden, muss sich die Kunst frei entwickeln können, das kreative Potenzial ist im Überfluss da, durch die schnellen und vielen Veränderungen, welche täglich x-neue Möglichkeiten bieten etwas auszuprobieren. Die Chinesen, im Moment noch eine kleine Regierungselite, haben es selber in der Hand, eine einigermassen demokratische Gesellschaftform zu etablieren, und dadurch in Zukunft: gesellschaftlich, technisch, künstlerisch und auch menschlich eine führende Rolle auf dieser Welt einzunehmen.

Mit der Weltausstellung in Shanghai haben die Chinesen bewiesen, dass sie sich „wieder” für die Welt und ihre verschiedenen Kulturen interessieren. Nun gilt es, das Gesehene in das Bewusstsein zu übernehmen. Dann ist der Weg nicht mehr weit, wo die Chinesen in die USA reisen, um in Manhatten die alten Hochhäuser und Museen zu besichtigen. The Tide is Turning…

Buchtipp: Phantom Shanghai von Greg Girard

Ikonenarchitektur…
Dienstag, 18. Mai 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Am letzten Montag besuchte ich den Olympiapark in Beijing, wo ich das Vogelnest genauer studierte konnte… Die Idee der Nestform ist grossartig für ein Stadium, doch die architektonische konzeptionelle Umsetzung ist nicht wirklich gelungen.

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Stahlträgerstruktur mit Tribünen und Dach

Die äussere Stahlträgerstruktur aus silberfarbenen Vierkant-Hohlkörpern, die Tribünenschalen rot aus Beton, und das Dach aus weissen Kunstoff-Membranen sind die drei raumbildenden Hauptelemente, welche architektonisch nicht überzeugend zusammenfinden (Übergang Tribüne zu Dach und Dach zu Stahlstruktur), was die sehr aufwändige Stahlträgerstruktur ganz schnell in Frage stellt. Dass die Umsetzung der Details, und auch die Materialqualität ungenügend ist, spielt eigentlich gar keine Rolle mehr.

Übergang Tribüne zu Dach
Übergang Tribüne zu Dach

Stahlverbindungen der äusseren Tragstruktur
Stahlverbindungen der äusseren Tragstruktur…

Was ich aber wirklich schlimm finde, ist der grosse Aufwand, welcher betrieben wurde, um diese unfertige architektonische Idee zu realisieren. Immerhin hat dieses Stadion sehr viel gekostet… nicht nur Geld, es gab auch 14 Tote während der Bauzeit. Eine weitere angemessene Nutzung für das Olympiastadion ist bis heute nicht gefunden (siehe Post vom 16. Mai 2009: „Ein Nest ohne Vögel…“).

Die Umgebung, der grosse neue Park mit See, ist eine stimmige Anlage. Der Park wird im Sommer, wie auch im Winter (im Winter sogar zum Skifahren) gut besucht. Nicht nur von chinesischen Touristen, sondern auch von vielen Einheimischen.

Was mit dem Olympiastadium passiern wird, da bin ich gespannt. Vielleicht wird es ja in Zukunft wirklich nur noch von Vögeln benützt, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Nistplätze hätte es genügend, um so die grösste Vogel-Volière der Welt zu werden. Die neue Nutzung würde dem Namen Vogelnest zu 100% entsprechen!

Beijing: Architektur-Hotspots I Shanghai: Weltausstellung Expo 2010
Montag, 3. Mai 2010 von Patrick J. Schnieper (2 Kommentare)

Am kommenden Samstag reise ich für zwei Wochen nach China. Mein erster Halt wird Beijing sein, wo ich bereits vor drei Jahren mal für zwei Wochen war und all die Grossbaustellen besichtigt habe. Bin neugierig, wie sich das Stadtbild verändert hat mit den nun fertig gestellten Architektur-Hotspots, wie zum Beispiel der neue Flugplatz, der CCTV-Tower, das neue Staatstheater (Oper) und das Vogelnest. Speziell auf das Vogelnest (Olympiastadion 2008) und in welchem Zustand sich das Stadion und seine Umgebung mit Park präsentieren bin ich gespannt (siehe auch Post vom 16. Mai 2009: „Ein Nest ohne Vögel…“ ).

Mein zweiter Stop ist Shanghai, wo ich vor sieben Jahren das erste Mal war. Eine faszinierende Stadt! Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Shanghai New York als Welthauptstadt gegen Ende dieses Jahrhunderts ablösen wird - vorausgesetzt, China entwickelt sich in eine demokratische Richtung. Ein Top-Highlight für die nächsten sechs Monate in Shanghai ist natürlich die am 30. April 2010 eröffnete Weltausstellung mit dem Schwerpunkt: «Eine bessere Stadt, ein besseres Leben», siehe auch Blogbeitrag vom 10. Januar 2010: „Expo 2010: Eindrücke aus Shanghai - von August Keller“.

Mit August Keller habe ich einen kompetenten Freund vor Ort. Er ist als Projektleiter für die Firma Nüssli für den Aufbau des Schweizer Länderpavillons verantwortlich.

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Schweizer Fernsehen: August und die Wanderarbeiter. Eine chinesische Skizze
Reporter vom 21.04.2010 (Foto: Schweizer Fernsehen)

Ich erwarte die Expo 2010 aus architektonischer Sicht betrachtet - es ist mein erster Weltausstellungbesuch - als eine Art „Architektur-Chilbi-Park“. Jedes Land versucht sich möglichst modern, originell und aufgeschlossen darzustellen; dazu eignet sich die Architektur natürlich bestens, was sich architektonisch in übertriebener Formenvielfalt niederschlägt. Es ist ja unvermeidlich für eine Austellung dieser Art, die Menschen wollen unterhalten werden… Trotzdem freue ich mich sehr, diesen Weltausstellungs-Architektur-Themenpark zu besuchen; es gibt ja an jeder „Chilbi“ die eine oder andere Schönheit zu entdecken…

- Buchtipp zum Thema China und sein Wachstum: „The Chinese Dream - A Society under Construction” von Neville Mars und Adrian Hornsby

Haus Optiker: Reportage in Raum und Wohnen 4/10
Donnerstag, 15. April 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Welchen Stellenwert ein Haus im Gesamtwerk eines Architekten hat, kann natürlich erst später genauer gesagt werden. Mir ist bewusst, dass das Haus Optiker in Bürglen bei Lungern einen Meilenstein in meinem Architektur-Œuvre darstellt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, das Haus zu durchschreiten und die Räume in ihrer perspektivischen Wirkung zu beobachten. Sehr interessant sind für mich auch die Architektureportagen über eigene Entwürfe, ein professionelles Feedback auf meine Arbeit als Architekt!

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Titelseite Raum und Wohnen 4/10: Blick in die Küche vom Haus Optiker

Die Reportage mit dem Titel „Freie Geometrie“ (PDF-File) in der aktuellen Ausgabe von Raum und Wohnen stellt für mich eine kleine Krönung dar. Die ruhigen Fotos von Francesca Giovanelli sowie der stimmige und präzise Text von Ursula Bünter zeigen und beschreiben meine architektonischen Ideen überzeugend.