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Archiv von 2007


Crochet Chair von Marcel Wanders!
Mittwoch, 12. Dezember 2007 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Der Crochet Chair von Wanders, an der Art Basel Miami-Beach vorgestellt, erinnert an eine Häkeldecke, die sich im Raum zu einer dreidimensionalen Form gebildet hat. Das ganze erscheint unwirklich. Wie kann die Stabilität gewährleistet werden? Die geknüpften Fasern werden bei hohen Temperaturen in eine Epoxydharz-Lösung getaucht, was dem Sessel die nötige Stabilität verleiht.
Doch so ein schöner Sessel sollte man eigentlich nur im Stehen betrachten, damit das Spiel von Licht und Schatten ihre Wirkung hat …..

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2. Rang 1. Preis?
Sonntag, 9. Dezember 2007 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Dieses Resultat ist in einem Architekturwettbewerb möglich! Beim Projektwettbewerb Sanierung- und Erweiterung Alters- und Pflegeheim Serata in Zizers haben wir den 1. Preis und 2. Rang erreicht: das Dümmste, was einem in einem Architekturwettbewerb passieren kann! Wie kommt so eine, auf den ersten Blick groteske, Situation zustande? Im aktuellen Fall vom Projektwettbewerb in Zizers ist die Ausgangslage folgende: Der Gewinner im 1. Rang und ohne Preis (nur Ankauf) wurde bei der Vorprüfung von einem allfälligen Preis ausgeschlossen, weil er sich nicht an die geltenden Bauvorschriften gehalten hat. Das Attika- Geschoss ist teilweise fassadenbündig vorgeschlagen, was nicht dem Baugesetz der Gemeinde Zizers entspricht. Das Projekt wurde trotzdem zur Beurteilung zugelassen, da dieser Verstoss von der Fachjury als geringfügig eingestuft wurde.
Die Frage stellt sich immer wieder bei Wettbewerben: Wie weit soll, darf oder muss man gehen bezüglich Einhaltung von Bauvorschriften und Vorgaben der Bauherrschaft. Wettbewerbe werden ja auch durchgeführt, um Vorgaben zu hinterfragen und somit das bestmögliche Resultat bezüglich Ästhetik und Funktion zu erhalten. Der Grat zwischen Erfolg und Absturz ist schmal und manchmal für den Betroffenen schwer zu verstehen… Bei Architekturwettbewerben können die Spielregeln noch während des Spiels geändert werden.

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Gisin Dominique (Bild: Skionline)

In solchen Momenten wäre ich gerne Skirennfahrer, wo der Rang und Preis immer identisch ist und per Stoppuhr auf die Hundertstelsekunde genau gemessen wird. Doch auch im Skirennsport kann man von einem plötzlich auftretenden Wind um den Sieg gebracht werden!

Ich gratuliere dem Architekt Josef Prinz aus Baindt/Deutschland zum Sieg, 1. Rang und Ankauf, im Projektwettbewerb Sanierung- und Erweiterung Alters- und Pflegeheim Serata in Zizers.

Ronchamp – Sternenfenster
Dienstag, 27. November 2007 von Cornelia Keller (1 Kommentar)

Es ist schön zu erfahren, dass auch ein grosser Architekt wie Corbusier gewisse Effekte dem Zufall zu verdanken hat. Bei der Besichtigung der Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp anlässlich unseres Herbstausfluges, machte uns der begleitende Architekturführer vom Vitra Design-Museum auf ein schönes Detail aufmerksam. In der Ostfassade leuchten kleine Öffnungen wie ein Sternenmeer oder Heiligenschein um das grosse Marienfenster. Laut unserem Begleiter entstanden diese faustgrossen Fensterchen per Zufall, als Corbusier während der Bauzeit diese noch offenen Lücken in der Mauer entdeckte. Im Gegensatz zu den minutiös geplanten Fensternischen in der Südseite ist das eine willkommene Bereicherung der ansonsten fast fensterlosen Ostseite des Baus.

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Ronchamp ist nicht die einzige Kirche, die Corbusier geplant hat. Eine weitere Kirche, Saint-Pierre in Firminy, öffnete vor einem Jahr ihre Tore, rund 40 Jahre nach Corbusiers Tod. Der Architekt hat dort die Öffnungen von Ronchamp übernommen und diesmal in die Planung einfliessen lassen. Sie stellen das Sternbild des Orion dar, einem der grössten Jäger und Persönlichkeiten der griechischen Mythologie.

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Corbusier-Kirche in Firminy mit dem Sternbild Orion (Bild: Maurice Bonhomme)

Von der Idee bis zur Ausführung
Mittwoch, 14. November 2007 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Die Holzfassade vom Haus Optiker in Bürglen bei Lungern mit seiner unregelmässigen horizontalen Reliefstruktur, ist eine Idee, die ich vor ungefähr 1 1/2 Jahren hatte. Die verschieden hohen Holzlatten, 5/10/15 und 20 cm, in unregelmässiger Reihenfolge waren die Grundlage für die Holzfassade. Die rohe und starke Umgebung mit Felsen, Wald und Hügeln, war Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Fassade.
Die Idee, die verschieden hohen Holzlatten in der Tiefe zu versetzen, entstand während einer Entspannungsphase meinerseits. Durch das Versetzen der Latten in der Tiefe entsteht eine Reliefstruktur, die dem Haus Kraft gibt und dadurch Teil der Umgebung wird. Fragen fangen an sich im Kopf zu kreisen: Sieht das Ganze ausserhalb meines Vorstellungsvermögens genau so gut aus? Ist die Idee ausführbar? Was kostet es? In solchen Momenten bin ich sehr angespannt (das ist schön) und ich denke nur noch an “meine” Idee!

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Schnitt Holzfassade

Die ersten Besprechungen mit Unternehmer zeigten, dass die Idee nicht ganz einfach umzusetzen ist: Wie kann liegendes Wasser verhindert werden? Wie ist die Unterkonstruktion ökonomisch auszuführen? Keiner der angefragten Unternehmer hatte bis anhin eine solche Fassade ausgeführt!
Mit der Firma Aregger Holzbau aus Eschenach, ausführender Unternehmer, wurde ein Partner gefunden, welche die Details so weit entwickelte, dass die Holzfassade ästhetisch, konstruktiv und ökonomisch den Vorstellungen aller gerecht wurde.
Ein ungewohnter Lösungsansatz ist immer eine Herausforderung für alle Beteiligten. Bauherr, Baumanagement, Unternehmer und Bauleiter, müssen mit Freude und Überzeugung solche Entwicklungen begleiten, damit das Erdachte räumlich verwirklicht werden kann. Denn genau eine solche Idee kann den Unterschied ausmachen!

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Holzfassade mit Unterkonstruktion und Fensterdetail

MoMA Store at Home
Sonntag, 28. Oktober 2007 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

In zwei Monaten sind die Weihnachtstage bereits vorbei, die Zeit scheint jedes Jahr schneller zu vergehen! Nicht jeder kann seine Weihnachtsgeschenke in New York besorgen. Wer das Privileg besitzt, sollte nebst einem Besuch im Museum of Modern Art (MoMA) in Midtown Manhattan, unbedingt den MoMA Design Store im Soho, an der Ecke Spring Street und Crosby, aufsuchen. Der MoMA Design Store Soho bietet bessere Auswahl an Design-Gebrauchsgegenständen an, ebenso die Bücher-Abteilung im Untergeschoss ist interessanter, als die der beiden Shops an der 53 Street beim Museum. Der Besuch eines Museum Shops ist bereits eine Reise wert!

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Mein Einkaufsgeschenktipp sind die Tischsets von der New Yorker Designerin Sandy Chilewich, diesen Herbst die neue „Dot Print Placemat, Brown Green“ Kollektion. Für alle, die die Möglichkeit nicht haben, nach New York zu reisen, um Christmas Shopping zu tätigen, können bequem alle schönen Dinge direkt über Internet bestellen. So bleibt einem die Entscheidung erspart, welchen von den drei MoMA-Shops Mann und Frau in Manhattan besuchen sollten, könnten oder müssten, wenn die „Zeit“ reicht!

Strassen-Architekten..
Samstag, 13. Oktober 2007 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Wie alles in New York, sind auch die Architekten etwas extrovertierter als in Europa. In Tribeca habe ich zwei Architekturbüros gesehen, Audrey Matlock Architects und Nicholas Grimshaw & Partners New York Office, beides renommierte Firmen, welche in ehemaligen Verkaufsläden ihre Arbeits- und Sitzungsräume eingerichtet haben. So kann man durch das Schaufenster direkt den Architekten beim Arbeiten zusehen. Das kommt der Idee von New York doch sehr entgegen, offen für Neues, sich zeigen und sehr schnell zu sein.

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Audrey Matlock Architects - 141 West Broadway