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Archiv für November, 2007


Ronchamp – Sternenfenster
Dienstag, 27. November 2007 von Cornelia Keller (1 Kommentar)

Es ist schön zu erfahren, dass auch ein grosser Architekt wie Corbusier gewisse Effekte dem Zufall zu verdanken hat. Bei der Besichtigung der Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp anlässlich unseres Herbstausfluges, machte uns der begleitende Architekturführer vom Vitra Design-Museum auf ein schönes Detail aufmerksam. In der Ostfassade leuchten kleine Öffnungen wie ein Sternenmeer oder Heiligenschein um das grosse Marienfenster. Laut unserem Begleiter entstanden diese faustgrossen Fensterchen per Zufall, als Corbusier während der Bauzeit diese noch offenen Lücken in der Mauer entdeckte. Im Gegensatz zu den minutiös geplanten Fensternischen in der Südseite ist das eine willkommene Bereicherung der ansonsten fast fensterlosen Ostseite des Baus.

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Ronchamp ist nicht die einzige Kirche, die Corbusier geplant hat. Eine weitere Kirche, Saint-Pierre in Firminy, öffnete vor einem Jahr ihre Tore, rund 40 Jahre nach Corbusiers Tod. Der Architekt hat dort die Öffnungen von Ronchamp übernommen und diesmal in die Planung einfliessen lassen. Sie stellen das Sternbild des Orion dar, einem der grössten Jäger und Persönlichkeiten der griechischen Mythologie.

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Corbusier-Kirche in Firminy mit dem Sternbild Orion (Bild: Maurice Bonhomme)

Von der Idee bis zur Ausführung
Mittwoch, 14. November 2007 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Die Holzfassade vom Haus Optiker in Bürglen bei Lungern mit seiner unregelmässigen horizontalen Reliefstruktur, ist eine Idee, die ich vor ungefähr 1 1/2 Jahren hatte. Die verschieden hohen Holzlatten, 5/10/15 und 20 cm, in unregelmässiger Reihenfolge waren die Grundlage für die Holzfassade. Die rohe und starke Umgebung mit Felsen, Wald und Hügeln, war Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Fassade.
Die Idee, die verschieden hohen Holzlatten in der Tiefe zu versetzen, entstand während einer Entspannungsphase meinerseits. Durch das Versetzen der Latten in der Tiefe entsteht eine Reliefstruktur, die dem Haus Kraft gibt und dadurch Teil der Umgebung wird. Fragen fangen an sich im Kopf zu kreisen: Sieht das Ganze ausserhalb meines Vorstellungsvermögens genau so gut aus? Ist die Idee ausführbar? Was kostet es? In solchen Momenten bin ich sehr angespannt (das ist schön) und ich denke nur noch an “meine” Idee!

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Schnitt Holzfassade

Die ersten Besprechungen mit Unternehmer zeigten, dass die Idee nicht ganz einfach umzusetzen ist: Wie kann liegendes Wasser verhindert werden? Wie ist die Unterkonstruktion ökonomisch auszuführen? Keiner der angefragten Unternehmer hatte bis anhin eine solche Fassade ausgeführt!
Mit der Firma Aregger Holzbau aus Eschenach, ausführender Unternehmer, wurde ein Partner gefunden, welche die Details so weit entwickelte, dass die Holzfassade ästhetisch, konstruktiv und ökonomisch den Vorstellungen aller gerecht wurde.
Ein ungewohnter Lösungsansatz ist immer eine Herausforderung für alle Beteiligten. Bauherr, Baumanagement, Unternehmer und Bauleiter, müssen mit Freude und Überzeugung solche Entwicklungen begleiten, damit das Erdachte räumlich verwirklicht werden kann. Denn genau eine solche Idee kann den Unterschied ausmachen!

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Holzfassade mit Unterkonstruktion und Fensterdetail

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