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Archiv von 2008


Museum of Arts and Design in New York neu eröffnet
Sonntag, 28. September 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Am Samstag, 27. September 2008 öffnete das Museum of Arts and Design «MAD» an neuem prominentem Standort, im neu renovierten Columbus Circle 2, seine Tore für das Publikum.
Der Bau - 1964 als Huntington Hartford Gallery of Modern Art eröffnet - wurde ab 1980 bis 1998 als Tourist Information Center genutzt. Das Gebäude hatte auch den Übernamen «Lollipop Building» wegen seiner Lollipop-ähnlichen Betonstützen im Erdgeschoss, war jedoch trotz seines süssen Übernamens bei den meisten New Yorkern nicht sehr beliebt.
Das Haus mit seiner zum Columbus Circle zugewandten runden Fassade, hatte durch seine weisse Marmorfassade, welche den venezianischen Dogenpalast zitierte, schon vor der Renovation eine starke Präsenz.

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Die neue Fassadenhaut aus 22′000 weiss-glasierten Terrakotta-Fliesen gibt dem Gebäude einen stark geometrischen Ausdruck. Die Fliesen-Bänder-Fassade wird von präzise gesetzten Fenstern vertikal und horizontal durchbrochen. Die horizontalen Fensterbänder in Klarglas sind zurückversetzt, was der Fassade räumliche Tiefe gibt. Die vertikalen Fenster sind fassadenbündig und mit ganz feinen, weissen vertikalen Streifen bedruckt, was von weitem gesehen einen Milchglaseffekt ergibt und vor Einblicken schützt. Im Innern des Museums haben sich die aus Portland/Oregon stammenden Architekten Allied Works Architecture gestalterisch vornehm zurückgehalten und mit weissen Wänden und hellbraunen Parkettböden alles richtig gemacht. Leider war es nicht möglich, im Innern des Museums zu fotografiern… da kann das «MAD» noch etwas lernen von der «MoMA» Museumskultur! Ein schönes Detail sind die alten Betonstützen im Erdgeschoss, welche der Sanierung nicht zum Opfer gefallen sind und nun geschützt hinter der Glasfassade weiter die Geschichte des «Lollipop Building» erzählen.
Für mich ist die 65 Millionen Dollar teure Sanierung eine architektonische Bereicherung für die oft etwas wenig zeitgemässe New Yorker Architekturlandschaft.

Es wird langsam gebaut…
Sonntag, 21. September 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das letzte Mal war ich vor einem Jahr auf der «Baustelle». Die Fundamente für den Freedom Tower sind ein ganz wenig gewachsen. Jedoch geht das Ganze für ein so wichtiges Projekt relativ langsam vonstatten. Ein Grund dafür liegt sicher an den vielen Beteiligten: laut «Süddeutsche»  vom 1.7.2008, sind nach offiziellen Angaben 19 verschiedene Behörden, 101 Bauunternehmen und 33 Architekten beteiligt. Wann genau der Freedom Tower fertig wird, weiss niemand. Sicher ist, dass es bis am 10. Jahrestag 2011 nicht der Fall sein wird.
Sieben Jahre nach den Terroranschlägen steht für mich das grosse «Loch» - die grösste Baustelle New Yorks und ein unwirklicher Ort im Süden Manhattans zugleich - symbolisch für die Probleme, welche die USA in Zukunft noch zu lösen haben.

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Da, wo die beiden schwarz-weissen Kräne stehen, soll der Freedom Tower gebaut werden

«Lochfenster»
Samstag, 13. September 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Letzten Samstag besuchte ich in Madrid das neue Kulturzentrum «CaixaForum» der Architekten Herzog & de Meuron. Als Fassadenmaterial wurde im Bereich der gelungenen Aufstockung des ehemaligen Kraftwerks Corten-Stahl verwendet. Vor den Fenstern ist die Corten-Stahlhaut gelocht. So kann auf einen beweglichen Wärme- und Blendschutz im oft heissen Madrid verzichtet werden. Die Lichtwirkung im Raum ist angenehm. Das Spiel von Licht und Schatten verändert die Raumstimmung ständig.

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Vorplatz Lift / Treppenhaus im Dachgeschoss mit «Lochfenster»

Leider kann der Bau als ganzes nicht vollständig überzeugen. Das Erdgeschoss als öffentlicher Platz/ Aussenraum wirkt kalt und bedrückend. Im Innern des Hauses «buhlen» zu viele Materialien und Formen - organisch und spitzwinklig, teilweise schlecht verarbeitet - um die Gunst des Besuchers.

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Rechts die Brandschutzmauer als «green wall»

Neben aller Kritik - die äussere Materialisierung ist überzeugend: Die rostrote Fassade der Aufstockung passt sehr gut zu den alten rot-beigen Sichtbacksteinen des ehemaligen Stromkraftwerks. Die Brandmauer des Nachbargebäudes «green wall» hat der Künstler und Biologe Patrick Blanc in Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron entwickelt. Das  kräftige Grün der unterschiedlichen Pflanzen der Brandschutzfassade ergänzt das «CaixaForum» sehr gut.

Zukunft und Vergangenheit
Mittwoch, 27. August 2008 von Cornelia Keller (Kein Kommentar)

Immer wieder drängten sich diese Themen auf, als ich vergangenen Juli mit der Klasse im Ruhrgebiet war. Eine Gegend, die nicht zuoberst auf der Reisewunschliste steht. Man assoziiert es mit Kohlebergwerken, Stahlindustrie, Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit. Wir erlebten es als überraschend reiches Gebiet, und wenn man die umliegenden Sehenswürdigkeiten wie die Kolumba und weitere Museen in Köln oder Zumthors Bruder Klaus Kapelle in Wachendorf dazunimmt, entsteht ein interessantes Reiseziel! Die Industriekultur verfolgt einem auf Schritt und Tritt, zum Beispiel fallen einem die aus dem Bergbauabfall aufgeschütteten Halden auf, welche jede anders gestaltet wurde. Die Zeche Zollverein in Essen und der Landschaftspark Duisburg-Nord sind ebenfalls Zeitzeugen, die ein Stück vergangene Geschichte erzählen. Man sieht dort, wie unterschiedlich mit den alten Bauten umgegangen wird. Manche sind geschützt und werden nun aufwändig restauriert, andere werden kontrolliert von der Natur zurückerobert und zu einem Naherholungsgebiet umgewandelt. Die Kombination der monströsen Gebilde der Stahlindustrie und flanierenden Menschen in einem jungen Birkenwäldchen ist sehr surreal und erstaunt. Es gibt dem Ort eine eigene, unverwechselbare Identität.

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Landschaftspark Duisburg-Nord

Eine Oase ist auch die Museumsinsel Hombroich, wo Kunst mit Natur verbunden wird. Das Gelände besteht aus einem grossen natürlichen Park und 16 Gebäuden, die vom Bildhauer Erwin Heerich entworfen wurden. Zu finden sind dort drin neben Werken berühmter Künstler auch wunderschöne Lichtsituationen, die sich je nach Tageszeit und Wetter ständig bewegen und verändern. Zu sehen zum Beispiel im „Turm“, einem leeren weissen Raum, von 4 Seiten begehbar und nur mit Oblichtern erhellt. Wenn das Wetter mitspielt, das heisst in diesem Fall, wenn es viel Wolken und etwas Sonne hat, ist es ein richtiges Schauspiel, da sich der leere Raum ständig erhellt und wieder verdunkelt.Und noch ein letztes zum Thema Licht; wann immer man die Möglichkeit hat, die Zollverein School of Management and Design in Essen von SANAA Architekten zu besuchen, sei dies wärmstens empfohlen. Was von aussen wie ein reduzierter, kühler Betonkubus wirkt, entfaltet im Innern ein wunderschönes weiches Licht.

School of Management and Design

School of Management and Design – Film zum Bau

Schöner Höcker
Samstag, 9. August 2008 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Sitzobjekt mit dem Namen “Woodstock” von Brand van Egmond besticht durch Klarheit, Leichtigkeit und Überraschung. “Woodstock” besteht aus Stahldrähten, welche die Form einer Afrolook-Frisur haben. Die runde Form der Stahldrähte (Krausen) ist Tragstruktur und Sitzoberfläche in einem. Eine klare und ökonomische Entwurfsstrategie, welche das Designer-Duo William Brand und Annet van Egmond anwenden, ohne dabei die Poesie aus den Augen zu verlieren. Durch die offene Stahldrahtstruktur wird das Licht zum stetig sich verändernden Hauptentwurfselement.

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Das “Woodstock”-Objekt ist in den Grössen 40/40/40 cm oder 50/50/50 cm, in den Oberflächen Stahl vernickelt oder Stahl gespritzt, in den Farben weiss und schwarz erhältlich. Trotz seiner optischen Leichtigkeit ist der handgemachte Höcker kein Federgewicht: Der Kleinere der beiden wiegt 17 kg und der Grössere bringt 27 kg auf die Waage… Auch das Woodstock-Festival 1969 war trotz aller gelebter Leichtigkeit auch keine leichte Kost!

Vorankündigung: Hausbesichtigung Haus Optiker, Lungern
Donnerstag, 24. Juli 2008 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

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All jene, die schon lange auf das Datum für die Hausbesichtigung gewartet haben, können sich nun den Samstagnachmittag, 11. Oktober 2008 in der Agenda eintragen. Eine persönliche Einladung folgt.