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Archiv von 2009


Das Minarett aus städtebaulicher Sicht betrachtet…
Montag, 28. Dezember 2009 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Das Minarett ist ein religiöses Symbol, wie der Kirchturm auch. Symbole gehören zu unserem Leben, ob in der Religion, Politik oder in der Wirtschaft. Als ich mich mit der Abstimmungsvorlage zu beschäftigen begann, stellte ich mir aus städtebaulicher Sicht die Frage: Was ist problematischer: ein Minarett-Turm oder ein McDonald’s Pylon? Unsere Städte und Agglomerationen sind voll von McDonald’s Symbolen! Wollen wir das? Oder haben wir uns einfach daran gewöhnt?

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Zwei städtebauliche gut sichtbare Symbole mit Anfangsbuchstaben “M”… Rechts: Minarett in Muscat, Oman

Die Minarett-Gegner behaupten, Minarette passen nicht in unsere abendländischen Städte. Passen die McDonald’s Pylone oder das Starbucks-Logo in unsere Landschaften und Städte? Die sichtbare Globalisierung in der Wirtschaft haben wir, so weit es scheint, akzeptiert, bringt ja auch Geld! Wie sieht es mit der religiösen Globalisierung aus? Für mich sind Minarette und Moscheen aus städtebaulicher Sicht überhaupt kein Problem, wenn folgende architektonischen Prämissen (gilt für alle Religionsgemeinschaften) eingehalten werden:
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  • Minarette und Moscheen müssen von hoher architektonischer Qualität sein.
  • Um die architektonische Qualität zu gewährleisten, müssen offene Architekturwettbewerbe ausgeschrieben werden.
  • Sakrale Bauten gehören nicht in Industriezonen.
  • Es dürfen keine billigen „Hinterhof“-Moscheen und -Minarette gebaut werden.

Mit diesen architektonischen Massnahmen können sich die weltoffenen und toleranten Muslime von den extremistischen Muslime klar abgrenzen. Alle Religionsbauten in der Schweiz müssen jederzeit für jedermann offen stehen. Hasspredigten oder die Beschneidung von Mädchen sind ebenso wenig zu akzeptieren, wie die pädophilen Vorkommnisse in den Katholischen Kirchen.

Wir sollten den Wert von unterschiedlichen Religionen und Kulturen zu schätzen lernen. Die Globalisierung ist auch eine Chance für die religiöse und kulturelle Verständigung.

DRS 2 aktuell vom 15.10 2009 - Braucht jede Moschee ein Minarett? Hören >

Reportage über die Wohnung meiner Eltern in der Wohnrevue 12/09
Donnerstag, 3. Dezember 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

blog_wohnrevueMeine Eltern haben im Jahr 2006 das Einfamilienhaus in Eschenbach verkauft, in dem ich aufgewachsen bin. Sie ersteigerten sich aus einem Konkurs die Attikawohnung auf dem Gemeindehaus mit Blick auf das Kloster und die Berge. Das Innere der Wohnung sollte total neu werden, und ich als ihr Sohn war für die Architektur verantwortlich.
Seine Eltern als Bauherren zu haben hat Vor- und Nachteile. Der grösste Vorteil war, dass ich sehr genau wusste, was meinen Eltern wichtig war. Der Nachteil: Für meine Eltern war ich Patrick, ihr Sohn, und nicht der Architekt… Das war ja eigentlich auch sehr schön. Doch trotzdem fehlte manchmal eine gewisse Distanz. Ich musste lernen, meine Eltern als Bauherren zu betrachten, und umgekehrt mussten meine Eltern lernen, mich als Architekt zu verstehen.
Das ”Eltern-Sohn-Projekt” ist schlussendlich sicher geglückt, vor allem wenn meine Mama sagt: “Am liebsten bin ich zuhause und schaue mir die Wohnung an!”
Die Reportage der Wohnrevue “Wohnort Eschenbach - “Harmonie der Strenge” (PDF-File), mit Text von Christina Horisberger und Fotos von Bruno Helbling, hat die Idee der Wohnung sehr schön eingefangen.

Aussensanierung Schulhaus Krauer in Kriens fast fertig!
Dienstag, 3. November 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Seite Ende Juni 2009 sind die Arbeiten an der Fassade des Schulhauses Krauer in Kriens in vollem Gange. Die alten Fenster wurden während der Sommerferien ausgewechselt und durch neue Holzmetallfenster mit Dreifachisolierverglasung ersetzt. Die bestehende Fassade erhielt eine neue Aussendämmung mit neu 24 cm starken Polystyrol-Platten. Die neue Dämmung ist mit verschieden Putzstrukturen versehen, als Hommage an die alte Sichtbetonfassade. Das Material und Farbkonzept wurde zusammen mit Jörg Niederberger entwickelt. Die verschiedenen Putzstrukturen und Farbnuancen lassen das Schulhaus je nach Lichtstimmung immer wieder in einem neuen Kleid erscheinen.

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Auch ist das Haus auf den neusten Stand der Technik bezüglich Erdbeben-Sicherheit gebracht worden. Mit zusätzlichen Stahlstützen im Bereich der Schulzimmer und aufbetonierten Treppenhauswänden entspricht das Schulhaus heute den aktuellen SIA-Vorschriften. Im weiteren wurden sämtliche alten Sanitärleitungen durch neue ersetzt. Ebenso ist die „nasse“ 3 cm-Korkdämmung der Pausenhalle durch eine neue, 12 cm dicke Schaumglas-Dämmung ersetzt worden. Der Deckbelag der Pausenhalle ist neu ein Gussasphalt-Belag, kugelgestrahlt in anthrazitgrauem Ton, welcher die alten Waschbetonplatten ersetzt. Neben dem Bodenbelag bekommt die Pausenhalle auch neue Leuchten und Sitzbänke, beide in Zylinderform und in verschiedenen Höhen, welche für ein neues Erscheinungsbild sorgen werden neben dem neuen Eingangsportal. Zusätzlich gibt es eine Kletterwand im südlichen Teil der Pausenhalle. Bis Ende November 2009 sollten die Arbeiten der Aussensanierung bis auf wenige Details abgeschlossen sein. Die Innensanierung ist ab Ende Juni 2010 bis Ende August 2010 geplant.

Die Cooper Union auf der Suche nach der Form…
Donnerstag, 1. Oktober 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das am 1. September 2009 neu eröffnete Gebäude der Cooper Union for the Advancement of Science and Art im East Village habe ich am Tag meiner Abreise, am Sonntag 20. September, nach meinem dreiwöchigen New York-Aufenthalt besucht. Ich war am Morgen um 9:00 Uhr da, die Stadt hat noch geschlafen, doch das neue Haus für Architektur und Kunst war bereits munter!

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Cooper Union von Thom Mayne Morphosis Architekten Los Angeles

Das Gebäude ist eine gelungene Abbildung von New York, immer in Bewegung, Neues ausprobieren, spielen… und sich immer wieder neu erfinden. Für mich stellt sich die Frage: Muss Architektur IMMER wieder NEU und LAUT sein? Ich erinnerte mich an Max Frisch’s Gedanken zu seinem ersten Haus, welches er  zusammen mit seiner ersten Ehefrau Gertrud Anna Constance von Meyenburg für seinen Bruder entworfen hat: Je simpler mein Plan, um so besser wäre es. Statt dessen will ich Einfälle zeigen, und es wird ein dummes Haus, aber es wird gebaut.

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Lichthof als Begegnungszone mit Treppen und Brücken

Viele schöne Ideen, welche Stückwerk bleiben. Bestes Beispiel ist der  Lichhof, der der Erschliessung dient, welcher vor lauter Dynamik und Ideen physisch zu zerbersten droht! Ich hoffe, die Studenten der Cooper Union finden trotz der Dynamik von NYC und der lauten Architektur, in welcher sie studieren, genügend Gelassenheit und Ruhe, um Ideen zu entwickeln, wie die Architektur von Morgen aussehen könnte! Bezüglich Gebäudehülle und Haustechnik ist das Haus für New York City ein Meilenstein, es ist nämlich nach einigen Bürohochhäusern (New York Times Building / Hearst Tower) das erste Schulgebäude, welches als „Green Building“ zertifiziert wurde.

Portfolio Beitrag im „Häuser“ 5/09 über mein Büro
Montag, 14. September 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

5-09_Haueser_titelneuneu_CS.inddDas deutsche Architekturmagazin „Häuser“ vom Gruner + Jahr Verlag aus Hamburg stellt unter der Rubrik “Portfolio” in jeder Ausgabe ein Architekturbüro vor. Im März dieses Jahres besuchte mich Frau Ruth Händler in Kriens, um einen Portfoliobeitrag über mein Büro zu schreiben.  Es war für mich eine neue Situation, nicht über ein bestimmtes Projekt zu sprechen, sondern generell über meine Arbeitsweise. Frau Händler nahm sich einen ganzen Nachmittag Zeit, mit mir über meine Arbeitsweise, architektonische Haltung und Projekte zu diskutieren. Dabei hat sie sehr gut herausgefiltert, was für mich wichtig ist in meinem architektonischen Arbeiten. Das aktuelle „Häuser“ ist ab 14. September in der Schweiz, Deutschland und Österreich, in einer englischen Ausgabe auch in den USA am Kiosk und als Abonnement erhätlich. Als kleine Kostprobe den Beitrag Nr. 109 von Seite 67 “Unverwechselbar eigenständig” als PDF-File.

Das Fundament für den Freedom Tower steht!
Donnerstag, 10. September 2009 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Der Betonsockel des Freedom Towers wächst langsam aus dem Boden, Baubeginn war im Jahr 2006. Die meterdicken Betonmauern im Sockelbereich sollen vor Terror-Anschlägen schützen.

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Der Freedom Tower hat einen Architektenwechsel von Studio Daniel Libeskind zu David M. Childs von Skidmore, Owings and Merrill Architekten hinter sich, der nicht besonders elegant war. Nachdem David M. Childs den Entwurf von Daniel Libeskind total kaputt gemacht hat, welcher einigermassen gut war, wurde im März 2009 auch der Name angepasst. Neu heisst das meist beachtete Hochhaus in der USA banal „One World Trade Center “ , was sicher gut zu diesem wenig inspirierenden Hochhaus passt, das bis 2012/2013 fertig sein soll.

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Ebenfalls bereits sichtbar sind die zwei Footprints, welche die beiden World Trade Center Zwillingstürme 1 und 2 an ihrem originalen Standort im Grundriss abbilden,  welche am 11. September 2001 in sich zusammenstürtzten und ein Teil vom “The National September 11 Memorial & Museum” sein werden. Die beiden Footprints von je 63,4 auf 63,4 Meter Seitenlänge werden als zwei grosse Wasserbecken ausgebildet, welche von einem vierseitig umlaufenden Wasserfall bewässert werden. Die zwei Wasserbecken werden unter Strassenniveau zu stehen kommen und begehbar sein. Rund um die beiden Memorial-Pools soll ein grosser Park mit fast 400 Bäumen gebaut werden. Der Memorial Park, gestaltet von Landschaftsarchitekt Peter Walker aus Berkeley/San Francisco und dem New Yorker Architekten Michael Arad, ist ein gestalterischer Lichtblick! Habe gestern die aktuelle Ausstellung “A Space Within” im AIA The Center for Architecture in New York gesehen, welche viele schöne Details über das Projekt zeigt. Bei aller Kritik bezüglich Architektur: Landschaftsarchitektonisch könnte der Ground Zero ein Erfolg werden!