Das deutsche Architekturmagazin „Häuser“ vom Gruner + Jahr Verlag aus Hamburg stellt unter der Rubrik “Portfolio” in jeder Ausgabe ein Architekturbüro vor. Im März dieses Jahres besuchte mich Frau Ruth Händler in Kriens, um einen Portfoliobeitrag über mein Büro zu schreiben. Es war für mich eine neue Situation, nicht über ein bestimmtes Projekt zu sprechen, sondern generell über meine Arbeitsweise. Frau Händler nahm sich einen ganzen Nachmittag Zeit, mit mir über meine Arbeitsweise, architektonische Haltung und Projekte zu diskutieren. Dabei hat sie sehr gut herausgefiltert, was für mich wichtig ist in meinem architektonischen Arbeiten. Das aktuelle „Häuser“ ist ab 14. September in der Schweiz, Deutschland und Österreich, in einer englischen Ausgabe auch in den USA am Kiosk und als Abonnement erhätlich. Als kleine Kostprobe den Beitrag Nr. 109 von Seite 67 “Unverwechselbar eigenständig” als PDF-File.
Der Betonsockel des Freedom Towers wächst langsam aus dem Boden, Baubeginn war im Jahr 2006. Die meterdicken Betonmauern im Sockelbereich sollen vor Terror-Anschlägen schützen.

Der Freedom Tower hat einen Architektenwechsel von Studio Daniel Libeskind zu David M. Childs von Skidmore, Owings and Merrill Architekten hinter sich, der nicht besonders elegant war. Nachdem David M. Childs den Entwurf von Daniel Libeskind total kaputt gemacht hat, welcher einigermassen gut war, wurde im März 2009 auch der Name angepasst. Neu heisst das meist beachtete Hochhaus in der USA banal „One World Trade Center “ , was sicher gut zu diesem wenig inspirierenden Hochhaus passt, das bis 2012/2013 fertig sein soll.

Ebenfalls bereits sichtbar sind die zwei Footprints, welche die beiden World Trade Center Zwillingstürme 1 und 2 an ihrem originalen Standort im Grundriss abbilden, welche am 11. September 2001 in sich zusammenstürtzten und ein Teil vom “The National September 11 Memorial & Museum” sein werden. Die beiden Footprints von je 63,4 auf 63,4 Meter Seitenlänge werden als zwei grosse Wasserbecken ausgebildet, welche von einem vierseitig umlaufenden Wasserfall bewässert werden. Die zwei Wasserbecken werden unter Strassenniveau zu stehen kommen und begehbar sein. Rund um die beiden Memorial-Pools soll ein grosser Park mit fast 400 Bäumen gebaut werden. Der Memorial Park, gestaltet von Landschaftsarchitekt Peter Walker aus Berkeley/San Francisco und dem New Yorker Architekten Michael Arad, ist ein gestalterischer Lichtblick! Habe gestern die aktuelle Ausstellung “A Space Within” im AIA The Center for Architecture in New York gesehen, welche viele schöne Details über das Projekt zeigt. Bei aller Kritik bezüglich Architektur: Landschaftsarchitektonisch könnte der Ground Zero ein Erfolg werden!
Eine ehemalige Eisenbahn-Trasse, zehn Meter über den Strassen von Chelsea, ist seit Juni 2009 ein Park. Der neue Stadtpark namens “High Line” bietet eine schöne Möglichkeit, den Strassenraum zwischen Gansevoort Street und 20th Street von oben zu beobachten. Die Hochbahntrasse wurde 1932 in Betrieb genommen, nachdem es mit der Bahn auf Strassenniveau immer wieder zu Unfällen mit Fussgängern kam. Doch schon 1980 fuhr der letzte Güterzug auf dem Hochbahntrasse; der Gütertransport auf der Schiene wurde von den LKWs verdrängt. Freunde der “High Line” bildeten 1999 eine Initiative, um die vom Abriss bedrohte Bahnlinie zu retten. (Film zur Geschichte)
Aufgang zum “High Line” Park im Meatpacking District, im Hintergrund das berüchtigte “The Standard” Luxus-Hotel.
Der neue Park an der Westseite von Manhattan, gestaltet vom Landschaftsarchitekten James Corner von Field Operations und den Architekten Diller Scofidio + Renfro ist eine gelungene Transformation, welche mit vielen schönen Details besticht. Die ganze Begrünung ist sehr roh gehalten, kein typischer Stadtpark mit putzig geschnittenen Rabatten. Auch die Übergänge zwischen Fussweg und der „wilden“ Natur sind kontinuierlich, die Betonplatten laufen wie Finger in den Grünbereich und bilden so eine Einheit mit der Natur. Eine Attraktion ist das “Freiluftstrassenkino”, wo man durch eine Glasscheibe (Leinwand) auf Holzbänken sitzend mit Blick nach unten auf die Tenth Avenue schauen kann, wie die Autos unten durch brausen - eine spannende Perspektive! Doch am schönsten ist es, an einem September-Abend wie gestern, wenn man den Sonnenuntergang mit Blick Richtung Hudson River von einem der vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten aus geniessen kann.

















