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Archiv von 2009


Gelungene Symbiose von Natur und Stadt über den Strassen von Manhatten
Mittwoch, 2. September 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Eine ehemalige Eisenbahn-Trasse, zehn Meter über den Strassen von Chelsea, ist seit Juni 2009 ein Park. Der neue Stadtpark namens “High Line” bietet eine schöne Möglichkeit, den Strassenraum zwischen Gansevoort Street und 20th Street von oben zu beobachten. Die Hochbahntrasse wurde 1932 in Betrieb genommen, nachdem es mit der Bahn auf Strassenniveau immer wieder zu Unfällen mit Fussgängern kam. Doch schon 1980 fuhr der letzte Güterzug auf dem Hochbahntrasse; der Gütertransport auf der Schiene wurde von den LKWs verdrängt. Freunde der “High Line” bildeten 1999 eine Initiative, um die vom Abriss bedrohte Bahnlinie zu retten. (Film zur Geschichte)

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Aufgang zum “High Line” Park im Meatpacking District,  im Hintergrund das berüchtigte “The Standard” Luxus-Hotel.

Der neue Park an der Westseite von Manhattan, gestaltet vom Landschaftsarchitekten James Corner von Field Operations und den Architekten Diller Scofidio + Renfro ist eine gelungene Transformation, welche mit vielen schönen Details besticht. Die ganze Begrünung ist sehr roh gehalten, kein typischer Stadtpark mit putzig geschnittenen Rabatten. Auch die Übergänge zwischen Fussweg und der „wilden“ Natur sind kontinuierlich, die Betonplatten laufen wie Finger in den Grünbereich und bilden so eine Einheit mit der Natur. Eine Attraktion ist das “Freiluftstrassenkino”, wo man durch eine Glasscheibe (Leinwand) auf Holzbänken sitzend mit Blick nach unten auf die Tenth Avenue schauen kann, wie die Autos unten durch brausen - eine spannende Perspektive! Doch am schönsten ist es, an einem September-Abend wie gestern, wenn man den Sonnenuntergang mit Blick Richtung Hudson River von einem der vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten aus geniessen kann.

Qualität von Wettbewerbsgrundlagen und Juryberichten…
Montag, 17. August 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Mir fällt auf, dass die Qualität der Wettbewerbsgrundlagen, das Wettbewerbsprogramm und die digitalen Pläne oft von bescheidener Qualität sind. Der Auslober eines Wettbewerbs stellt an die teilnehmenden Architekten zu Recht grosse Anforderungen bezüglich architektonischer und quantitativer Qualität. Nur sollten auch die Auslober zusammen mit der Fachjury und den Consulting-Büros für die gleiche Qualität besorgt sein. Raumprogramme sind oft unvollständig und widersprüchlich oder werden noch nach der Fragebeantwortung angepasst. Oft werden Wettbewerbe auch missbraucht, um Aufgaben, die der Bauherr machen müsste, auf die teilnehmenden Architekten abzuschieben. Frage eines Architekten: Wie gross muss der Demenzgarten sein? Antwort: Ist Ermessenssache… Und im Jurybericht gibt es dann Aussagen wie der Demenzgarten ist zu gross oder zu klein… Eine grosse Hilfe bei den Plänen wäre, wenn ein Massbalken vorhanden ist, um sicher zu sein, dass der Situationsplan im richtigen Massstab eingelesen wurde. Weiter würde es die Arbeit wesentlich erleichtern, wenn alle Häuser auf dem Situationsplan mit einer Schraffur versehen wären;  so müssten nicht alle Büros unter grossem Aufwand ausfindig machen, welches die Häuser sind und diese selber mit einer Schraffur ergänzen! Auch die Höhenkurven sollten nicht nur im Bereich vom bebaubaren Grundstück vorhanden sein, sondern etwas grosszügiger ausgelegt werden, um das Gelände als Ganzes erfassen zu können.

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Situationsplan mit Häuser ohne Schraffuren, ein Rätselraten…

Auch die Juryberichte sind nicht immer von gewünschter Qualität. Bei den Projekten, welche einen Preis bekommen, sollten alle nötigen Pläne in guter Druckqualität im Bericht vorhanden sein, so dass das Projekt zusammen mit dem Jurybericht auch nachvollziehbar  ist. Der Jurybericht sollte doch die Visitenkarte des Auslobers und der Fachjury sein!

Um die oben angesprochenen Punkte zu verbessern, könnte der SIA gewisse Standards definieren, welche erfüllt sein müssen, damit ein Wettbewerb als SIA-geprüft gilt! Das heisst, dass die Fachjury die aufbereiteten Pläne und das Wettbewerbsprogramm anhand eines Kriterienkatalogs genau prüft, bevor die Unterlagen auf eine Webseite geladen werden. So könnten sich die teilnehmenden Architekten auf die Architektur fokussieren und müssten nicht unzählige Stunden in die Planaufbereitung oder in die Raumprogramm-Interpretation investieren.

Viabizzuno Scoula
Sonntag, 26. Juli 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Vorletzte Woche wurde ich zusammen mit anderen Architekten und Lichtplanern von VB Lighting AG, dem Generalvertreter für Viabizzuno Leuchten in der Schweiz, für drei Tage nach Italien eingeladen. Als Erstes besuchten wir den Showroom in Mailand von Viabizzuno, wohl die interessanteste Lichtfirma Italiens, denn die Viabizzuno-Leute leben ihre Passion Licht. Man spürte sofort den Geist von Mario Nanni: Mario Nanni, 1955 geboren, lernte Elektriker und gründete 1994 die Firma Viabizzuno mit heute 150 Mitarbeitern. Der Autodidakt entwickelt und entwirft zusammen mit anderen Designern Leuchten und Lichtinstallationen und unterrichtet an der Universität in Ferrara.

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Deckenleuchte Campana Brembana von Viabizzuno.

Von Mailand aus reisten wir weiter nach Bentivoglio bei Bologna ins „Casa Viabizzuno“, welches der Hauptsitz der Firma ist. Mario Nanni begrüsste uns persönlich und unterrichtete uns ganze zwei Tage an seiner „Viabizzuno Scoula“! Der Patron zeigte uns anhand von Beispielen, was für ihn gutes Licht und schöne Schatten sind. Im Vordergrund bei Nannis Lichtkonzepten steht nicht die Leuchte als Objekt, sondern das Licht als poetisches Medium. Mario Nanni arbeitet auch mit dem Architekten Peter Zumthor zusammen. Aktuell sind die beiden an einem Leuchten-Prototypen für den Dammweg in Vals.

Mario Nanni ist ein kritischer Zeitgenosse, für ihn sind Nachhaltigkeit keine leeren Worte. Viabizzuno produziert Solar-Strom auf dem Dach im Werk in Bentivoglio und ist so Selbstversorger. Auch werden alle Leuchten in Europa hergestellt. Weiter setzt er sich für den Erhalt der Glühbirne* in Europa ein, welche ab Herbst 2009 sukzessive durch Sparlampen ersetzt werden sollen. Ein kreativer Querdenker, der für viele Unternehmer Vorbild sein könnte!

* Zum aktuellen Diskurs, Glühbirne oder Sparlampe, ein interesanter Beitrag aus dem Wirtschaftsmagazin “brand eins” 07/2009  mit dem Titel: Aus der Fassung (PDF-File)

Obwalden – Lebensraum im Wandel: Landschaft und Bauen 5/7
Sonntag, 12. Juli 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Das Projekt “Obwalden – Lebensraum im Wandel” ist eine Idee der IG Baukultur Obwalden. Projektpartner ist das “Obwaldner Wochenblatt”. Sieben Beiträge kommentieren die gebaute Umwelt und die jüngere bauliche Entwicklung. Der fünfte Beitrag “Landschaft und Bauen” von Søren Linhart (PDF-File) erschien am 10. Juli 2009 und widmet sich dem Haus Optiker als mustergültiges Beispiel für das Bauen in der Landschaft.

blog2Søren Linhart: In eigenständiger und zeitgemässer Architektursprache nimmt das Gebäude vorbildhaft Bezug zum gebauten Kontext.

Bild: PD


Vernissage “Bauen in der Landschaft” vom Freitag 26. Juni 2009 in Adligenswil
Sonntag, 28. Juni 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Die Ausstellung „Bauen in der Landschaft“ wurde am Freitag in Adligenswil mit einer Einführung von Otti Gmür, Architekt und Publizist aus Luzern, eröffnet. Er erzählte, wie er als Sechsjähriger 1938 mit seiner Familie nach Adligenswil zog, in eine Gemeinde mit 600 Einwohner, keine Strasse war asphaltiert. Heute hat Adligenswil 6000 Einwohner… Was das für die Landschaft bedeutet, kann heute jeder selber sehen!

blog

Die Ausstellung „Bauen in der Landschaft“ ist nach Willisau nun in Adligenswil im St. Martinskeller bis am 12. Juli 2009 zu Gast. Im Herbst wird die Ausstellung noch in Stans zu sehen sein.

Austellung “Bauen in der Landschaft” in Adligenswil
Dienstag, 23. Juni 2009 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Ein Teil der Ausstellung (inkl. Haus Optiker, Lungern) “Bauen in der Landschaft”, welche erstmals in Willisau in der Stadtmühle von Januar bis März diese Jahres gezeigt wurde (siehe Blogbeitrag vom 16.01.2009), ist vom 26. Juni bis 12. Juli 2009 im St. Martinskeller in Adligenswil zu sehen.

Vernissage: Freitag, 26. Juni 2009, von 19:00 Uhr - 21:00 Uhr, mit einer Einführung von Otti Gmür, Architekt und Publizist Luzern.

Öffnungszeiten:
Freitag: 17:00 Uhr - 20:00 Uhr
Samstag: 16:00 Uhr - 18:00 Uhr
Sonntag: 14:00 Uhr - 17:00 Uhr