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Blog-Archiv für Mai, 2010


Ikonenarchitektur…
Dienstag, 18. Mai 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Am letzten Montag besuchte ich den Olympiapark in Beijing, wo ich das Vogelnest genauer studierte konnte… Die Idee der Nestform ist grossartig für ein Stadium, doch die architektonische konzeptionelle Umsetzung ist nicht wirklich gelungen.

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Stahlträgerstruktur mit Tribünen und Dach

Die äussere Stahlträgerstruktur aus silberfarbenen Vierkant-Hohlkörpern, die Tribünenschalen rot aus Beton, und das Dach aus weissen Kunstoff-Membranen sind die drei raumbildenden Hauptelemente, welche architektonisch nicht überzeugend zusammenfinden (Übergang Tribüne zu Dach und Dach zu Stahlstruktur), was die sehr aufwändige Stahlträgerstruktur ganz schnell in Frage stellt. Dass die Umsetzung der Details, und auch die Materialqualität ungenügend ist, spielt eigentlich gar keine Rolle mehr.

Übergang Tribüne zu Dach
Übergang Tribüne zu Dach

Stahlverbindungen der äusseren Tragstruktur
Stahlverbindungen der äusseren Tragstruktur…

Was ich aber wirklich schlimm finde, ist der grosse Aufwand, welcher betrieben wurde, um diese unfertige architektonische Idee zu realisieren. Immerhin hat dieses Stadion sehr viel gekostet… nicht nur Geld, es gab auch 14 Tote während der Bauzeit. Eine weitere angemessene Nutzung für das Olympiastadion ist bis heute nicht gefunden (siehe Post vom 16. Mai 2009: „Ein Nest ohne Vögel…“).

Die Umgebung, der grosse neue Park mit See, ist eine stimmige Anlage. Der Park wird im Sommer, wie auch im Winter (im Winter sogar zum Skifahren) gut besucht. Nicht nur von chinesischen Touristen, sondern auch von vielen Einheimischen.

Was mit dem Olympiastadium passiern wird, da bin ich gespannt. Vielleicht wird es ja in Zukunft wirklich nur noch von Vögeln benützt, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Nistplätze hätte es genügend, um so die grösste Vogel-Volière der Welt zu werden. Die neue Nutzung würde dem Namen Vogelnest zu 100% entsprechen!

Beijing: Architektur-Hotspots I Shanghai: Weltausstellung Expo 2010
Montag, 3. Mai 2010 von Patrick J. Schnieper (2 Kommentare)

Am kommenden Samstag reise ich für zwei Wochen nach China. Mein erster Halt wird Beijing sein, wo ich bereits vor drei Jahren mal für zwei Wochen war und all die Grossbaustellen besichtigt habe. Bin neugierig, wie sich das Stadtbild verändert hat mit den nun fertig gestellten Architektur-Hotspots, wie zum Beispiel der neue Flugplatz, der CCTV-Tower, das neue Staatstheater (Oper) und das Vogelnest. Speziell auf das Vogelnest (Olympiastadion 2008) und in welchem Zustand sich das Stadion und seine Umgebung mit Park präsentieren bin ich gespannt (siehe auch Post vom 16. Mai 2009: „Ein Nest ohne Vögel…“ ).

Mein zweiter Stop ist Shanghai, wo ich vor sieben Jahren das erste Mal war. Eine faszinierende Stadt! Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Shanghai New York als Welthauptstadt gegen Ende dieses Jahrhunderts ablösen wird - vorausgesetzt, China entwickelt sich in eine demokratische Richtung. Ein Top-Highlight für die nächsten sechs Monate in Shanghai ist natürlich die am 30. April 2010 eröffnete Weltausstellung mit dem Schwerpunkt: «Eine bessere Stadt, ein besseres Leben», siehe auch Blogbeitrag vom 10. Januar 2010: „Expo 2010: Eindrücke aus Shanghai - von August Keller“.

Mit August Keller habe ich einen kompetenten Freund vor Ort. Er ist als Projektleiter für die Firma Nüssli für den Aufbau des Schweizer Länderpavillons verantwortlich.

blog03052010
Schweizer Fernsehen: August und die Wanderarbeiter. Eine chinesische Skizze
Reporter vom 21.04.2010 (Foto: Schweizer Fernsehen)

Ich erwarte die Expo 2010 aus architektonischer Sicht betrachtet - es ist mein erster Weltausstellungbesuch - als eine Art „Architektur-Chilbi-Park“. Jedes Land versucht sich möglichst modern, originell und aufgeschlossen darzustellen; dazu eignet sich die Architektur natürlich bestens, was sich architektonisch in übertriebener Formenvielfalt niederschlägt. Es ist ja unvermeidlich für eine Austellung dieser Art, die Menschen wollen unterhalten werden… Trotzdem freue ich mich sehr, diesen Weltausstellungs-Architektur-Themenpark zu besuchen; es gibt ja an jeder „Chilbi“ die eine oder andere Schönheit zu entdecken…

- Buchtipp zum Thema China und sein Wachstum: „The Chinese Dream - A Society under Construction” von Neville Mars und Adrian Hornsby