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Blog-Archiv für Juni, 2010


Göttliche Teilung…
Dienstag, 22. Juni 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Dass die argentinische Fussball-Nationalmannschaft das schönste Fussballtrikot hat, ist keine Frage! Siehe Post vom 8. Juni 2008: «Meine Fussball-Trikot-Europa(Welt)meisterschaft».

SOCCER-WORLD/Doch warum ist das Argentinien-Shirt auch für viele neutrale Fussballfans das schönste Trikot? Für mich ist es eine Kombination von vielen Puzzleteilen, die sehr stimmig zusammenfinden: Das hellblau-weisse, vertikalgestreifte Shirt, kombiniert mit den schwarzen Hosen und weissen Socken, und im Idealfall mit schwarzen Fussballschuhen ergänzt, sind die vier ersten Puzzle-Teile, welche farblich sehr schön zusammen harmonieren. Ein weiteres, sehr wichtiges Puzzleteil ist der grüne Rasen, welcher die Dressfarben Hellblau, Weiss und Schwarz komplementär als Hintergrundfarbe perfekt ergänzt. Sehr wichtig auch in der gesamten visuellen Wahrnehmung sind die weissen Linien auf dem grünen Rasen, welche eine starke geometrische Wirkung haben, und dadurch das hellblau-weiss, vertikal gestreifte Shirt perfekt komplementieren.

Vertikale Streifen haben ja schon lange eine positive Bedeutung, stehen gerade im Sportbekleidungsdesign für Dynamik und Bewegung, speziell präsentiert durch den Sportartikel-Hersteller Adidas. Die drei Streifen sind für Adidas ein wichtiger Faktor bezüglich Wiedererkennung und Unterscheidung gegenüber der Konkurrenz. Auch das Argentinien-Shirt hat drei weisse Streifen vertikal, die zu den blauen vier vertikalen Streifen im Verhältnis (weisse zu blauer Fläche) 5:8 stehen, also im goldenen Schnitt, oder auch die göttliche Teilung genannt. Auch beim «schönsten» Fussball-Nationalmannschafts-Trikot gibt es eben keine Zufälle.

Tipp: Das offizielle AFA-Heft - ein hellblau-weisser Leckerbissen!

Shanghai - Welthauptstadt?
Dienstag, 1. Juni 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Ich bin im Mai für zehn Tage in Shanghai gewesen, wo ich die Stadt zu beobachten versuchte… Und natürlich brauste ich auch für zwei Tage auf der Expo herum.
Für mich war schon beim ersten Besuch vor sieben Jahren sofort klar: Diese Stadt ist etwas Besonderes! Es war eine Atmosphäre… die Ruhe vor dem grossen Sturm. Heute ist der Sturm - Geldssturm, Konsumsturm, Bewusstseinssturm, Modesturm und Kunststurm - voll ausgebrochen. Teilweise kann man sogar von einem Tornado sprechen, wenn man schaut, was das für die Menschen bedeutet. Mit Tornado meine ich nicht die räumlich-architektonische urbane Situation, die war schon vor sieben Jahren atemberaubend und zugleich beängstigend. Nein, die gesellschaftliche Veränderung: Wie weit ist die meditative Art der Chinesen strapazierfähig - das gilt speziell für die Verlierer. Und auch die Gewinner: Wie gehen sie mit ihrem „Kater“ nach der grossen Party um. Für einen Psychoanalitiker, der noch Architektur studiert hat, ist Shanghai ein Paradies…Shanghai als Gipfel des Chinesischen Erfolgsmodells. Ich denke, den Mittelweg für Shanghai gibt es nicht: Entweder ist Shanghai bis in ca. 50 Jahren die Welthauptstadt, oder aber eine unbedeutende Megacity. Das Potenzial, zur Welthauptstadt aufzusteigen, ist durchaus vorhanden.

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Shanghai: Auf dem Weg zur Welthauptstadt? Hotelneubau von Pedersen Fox Architects und Japanese Interior Design Firm Super Potato

Ich besuchte auch die Tongji University, nördlich vom Stadtzentrum, und habe mir die Arbeiten von den Bachelor- und MasterstudentInnen der Architekturabteilung angeschaut. Keine Frage, die Arbeiten der Studentinnen und Studenten der Tongji University stehen in nichts denen von der ETH Zürich oder der Columbia University in NYC nach. Auch im Gespräch mit den StudentInnen wird klar, die wissen haargenau, was auf der Welt passiert, trotz Internetzensur der chinesischen Regierung, welche leicht umgangen werden kann.

Um Welthauptstadt zu werden, muss sich die Kunst frei entwickeln können, das kreative Potenzial ist im Überfluss da, durch die schnellen und vielen Veränderungen, welche täglich x-neue Möglichkeiten bieten etwas auszuprobieren. Die Chinesen, im Moment noch eine kleine Regierungselite, haben es selber in der Hand, eine einigermassen demokratische Gesellschaftform zu etablieren, und dadurch in Zukunft: gesellschaftlich, technisch, künstlerisch und auch menschlich eine führende Rolle auf dieser Welt einzunehmen.

Mit der Weltausstellung in Shanghai haben die Chinesen bewiesen, dass sie sich „wieder” für die Welt und ihre verschiedenen Kulturen interessieren. Nun gilt es, das Gesehene in das Bewusstsein zu übernehmen. Dann ist der Weg nicht mehr weit, wo die Chinesen in die USA reisen, um in Manhatten die alten Hochhäuser und Museen zu besichtigen. The Tide is Turning…

Buchtipp: Phantom Shanghai von Greg Girard