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Archiv von 2010


Elan Skidesign von Kubismus inspiriert
Sonntag, 5. September 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Wie es scheint, hat Elan sich für die Weltcup-Skimodelle der kommenden Saison von der niederländischen  Künstlergruppe «de Stijl» inspirieren lassen.

Dass Elan bezüglich technischen Innovationen – einer der Erfinder der Carvingskitechnologie – seit langem zu den führenden Skifirmen gehört, hat sich herumgesprochen. In den letzten Jahren hat sich der Skihersteller aus Slovenien auch einen Namen im Skidesign gemacht. Das beweist der aktuelle «red dot» Produkte Design Preis 2010 für die SLX-WaveFlex-Skis.

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Die schwarzen horizontalen und vertikalen Linien bilden verschieden grosse, stehende oder liegende Rechtecke in den Farben grün, rot und weiss, die mit dem schwarzen Elan Schriftzug zu einem kubistischen Gesamtbild verschmelzen.

Skis für Architekten und sonstige Kreativen müssen ab dieser Saioson nicht mehr nur schwarz sein… Elan hat eine kubistische Alternative!

Ist gute Architektur eine Dienstleistung?
Donnerstag, 19. August 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Wer zahlt befiehlt; das gilt leider auch sehr oft in der Architektur… darum die Frage: Ist gute Architektur eine Dienstleistung?

Das ganze Baumanagement, in etwa die Hälfte der Architekturleistungen, ist ganz bestimmt eine Dienstleistung. Da gibt es klare Vorgaben, welche erfüllt werden müssen. Wie sieht es aber mit der anderen Hälfte der Arbeit, jene eines Architekten aus? Kann ich auf Knopfdruck ein schönes Haus bestellen, mit all meinen Wünschen und Zutaten, die ich mir als Konsument, Besteller eines Werks erträume. Für mich ist gute Architektur keine Dienstleistung! Damit gute Architektur möglich ist, muss sich der Bauherr zuerst mit sich selber und seiner Umwelt auseinandersetzen. Das heisst: Er interessiert sich, beobachtet die gebaute und ungebaute Umwelt. Aus diesem Prozess entsteht ein mögliches Bild, wie ein Haus gebaut werden könnte. Der zweite Schritt ist, den «richtigen Architekten» zu finden, der die richtigen Fragen im richtigen Moment stellt…

blog_torteIm gemeinsamen Prozess entstehen Bilder und Stimmungen, welche der Architekt in einen architektonischen Entwurf umsetzt. Da gibt es keine Varianten… wir sind ja nicht beim Bäcker (Dienstleister), wo man zwischen Nussgipfel und Streusel aussuchen kann. Nur im gegenseitigen Vertrauen kann ein Haus entwickelt werden, das über ein Dienstleistungs-Objekt hinaus geht. Stimmungen und Atmosphären sind Elemente, die kann man nicht kaufen, die müssen erarbeitet werden.

Außergewöhnliche Architektur zieht außergewöhnliche Menschen an…
Sonntag, 1. August 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Die beiden Hochhäuser des «World Trade Center» in New York hatten eine Ausstrahlung, die weit über das Architektonische hinausging. Sie standen wie Mann und Frau, umgeben von vielen kleinen Kindern, welche schreiend durch die Gegend rennen und die Welt entdecken, in einer Klarheit und Ruhe im Süden von Manhattan nebeneinander, welches seinesgleichen sucht…

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New York, 7. August 1974 — Der Hochseilartist Petit wandert ungesichert acht Mal zwischen den beiden Türmen hin und her.

Philippe Petit tanzte während 45 Minuten auf einem 60 Meter langen Stahlseil zwischen diesen beiden Türmen. Ein Mensch, der keine Grenzen zu kennen scheint. Der Dokumentarfilm «Man on Wire» zeigt, wie eine kleine Gruppe junger Leute um den Franzosen Philippe Petit diese illegale Aktion 1974 nach sechs Jahren Planung durchführten. Ein Film, der die Leidenschaft eines Menschen in faszinierender Weise zeigt. Grenzen suchen und immer wieder ganz vorsichtig überschreiten, und irgendwann über ein Seil laufen, auf über 400 Meter Höhe, in einer Klarheit und Ruhe mit einem Lächeln im Gesicht, welches seinesgleichen sucht…

Architekturausstellung «Learning from Vernacular» in Rossinière
Sonntag, 11. Juli 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Mise en page 1Bin über die aktuelle WOZ vom 8. Juli 2010 auf die Ausstellung «Learning from Vernacular» der ETH Lausanne in Rossinière aufmerksam geworden. Der WOZ-Redaktor Marcel Hänggi hat eine interessante Reportage darüber geschrieben: «Wer Bambus hat, braucht keinen Stahl»

«Die Lösung einer Bauaufgabe liegt immer in der ANALYSE des Bauortes»

Dieser Satz passt sehr gut zum Ausstellungsinhalt. Habe ihn das erste Mal als junger Student im ersten Semester im Fach Entwerfen gehört! Ich war beeindruckt von der Klarheit und Logik dieser Aussage. Schade, dass sich viele «grosse» Architekten nicht mehr an das erste Semester ihres Studiums erinnern können…

Göttliche Teilung…
Dienstag, 22. Juni 2010 von Patrick J. Schnieper (1 Kommentar)

Dass die argentinische Fussball-Nationalmannschaft das schönste Fussballtrikot hat, ist keine Frage! Siehe Post vom 8. Juni 2008: «Meine Fussball-Trikot-Europa(Welt)meisterschaft».

SOCCER-WORLD/Doch warum ist das Argentinien-Shirt auch für viele neutrale Fussballfans das schönste Trikot? Für mich ist es eine Kombination von vielen Puzzleteilen, die sehr stimmig zusammenfinden: Das hellblau-weisse, vertikalgestreifte Shirt, kombiniert mit den schwarzen Hosen und weissen Socken, und im Idealfall mit schwarzen Fussballschuhen ergänzt, sind die vier ersten Puzzle-Teile, welche farblich sehr schön zusammen harmonieren. Ein weiteres, sehr wichtiges Puzzleteil ist der grüne Rasen, welcher die Dressfarben Hellblau, Weiss und Schwarz komplementär als Hintergrundfarbe perfekt ergänzt. Sehr wichtig auch in der gesamten visuellen Wahrnehmung sind die weissen Linien auf dem grünen Rasen, welche eine starke geometrische Wirkung haben, und dadurch das hellblau-weiss, vertikal gestreifte Shirt perfekt komplementieren.

Vertikale Streifen haben ja schon lange eine positive Bedeutung, stehen gerade im Sportbekleidungsdesign für Dynamik und Bewegung, speziell präsentiert durch den Sportartikel-Hersteller Adidas. Die drei Streifen sind für Adidas ein wichtiger Faktor bezüglich Wiedererkennung und Unterscheidung gegenüber der Konkurrenz. Auch das Argentinien-Shirt hat drei weisse Streifen vertikal, die zu den blauen vier vertikalen Streifen im Verhältnis (weisse zu blauer Fläche) 5:8 stehen, also im goldenen Schnitt, oder auch die göttliche Teilung genannt. Auch beim «schönsten» Fussball-Nationalmannschafts-Trikot gibt es eben keine Zufälle.

Tipp: Das offizielle AFA-Heft - ein hellblau-weisser Leckerbissen!

Shanghai - Welthauptstadt?
Dienstag, 1. Juni 2010 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Ich bin im Mai für zehn Tage in Shanghai gewesen, wo ich die Stadt zu beobachten versuchte… Und natürlich brauste ich auch für zwei Tage auf der Expo herum.
Für mich war schon beim ersten Besuch vor sieben Jahren sofort klar: Diese Stadt ist etwas Besonderes! Es war eine Atmosphäre… die Ruhe vor dem grossen Sturm. Heute ist der Sturm - Geldssturm, Konsumsturm, Bewusstseinssturm, Modesturm und Kunststurm - voll ausgebrochen. Teilweise kann man sogar von einem Tornado sprechen, wenn man schaut, was das für die Menschen bedeutet. Mit Tornado meine ich nicht die räumlich-architektonische urbane Situation, die war schon vor sieben Jahren atemberaubend und zugleich beängstigend. Nein, die gesellschaftliche Veränderung: Wie weit ist die meditative Art der Chinesen strapazierfähig - das gilt speziell für die Verlierer. Und auch die Gewinner: Wie gehen sie mit ihrem „Kater“ nach der grossen Party um. Für einen Psychoanalitiker, der noch Architektur studiert hat, ist Shanghai ein Paradies…Shanghai als Gipfel des Chinesischen Erfolgsmodells. Ich denke, den Mittelweg für Shanghai gibt es nicht: Entweder ist Shanghai bis in ca. 50 Jahren die Welthauptstadt, oder aber eine unbedeutende Megacity. Das Potenzial, zur Welthauptstadt aufzusteigen, ist durchaus vorhanden.

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Shanghai: Auf dem Weg zur Welthauptstadt? Hotelneubau von Pedersen Fox Architects und Japanese Interior Design Firm Super Potato

Ich besuchte auch die Tongji University, nördlich vom Stadtzentrum, und habe mir die Arbeiten von den Bachelor- und MasterstudentInnen der Architekturabteilung angeschaut. Keine Frage, die Arbeiten der Studentinnen und Studenten der Tongji University stehen in nichts denen von der ETH Zürich oder der Columbia University in NYC nach. Auch im Gespräch mit den StudentInnen wird klar, die wissen haargenau, was auf der Welt passiert, trotz Internetzensur der chinesischen Regierung, welche leicht umgangen werden kann.

Um Welthauptstadt zu werden, muss sich die Kunst frei entwickeln können, das kreative Potenzial ist im Überfluss da, durch die schnellen und vielen Veränderungen, welche täglich x-neue Möglichkeiten bieten etwas auszuprobieren. Die Chinesen, im Moment noch eine kleine Regierungselite, haben es selber in der Hand, eine einigermassen demokratische Gesellschaftform zu etablieren, und dadurch in Zukunft: gesellschaftlich, technisch, künstlerisch und auch menschlich eine führende Rolle auf dieser Welt einzunehmen.

Mit der Weltausstellung in Shanghai haben die Chinesen bewiesen, dass sie sich „wieder” für die Welt und ihre verschiedenen Kulturen interessieren. Nun gilt es, das Gesehene in das Bewusstsein zu übernehmen. Dann ist der Weg nicht mehr weit, wo die Chinesen in die USA reisen, um in Manhatten die alten Hochhäuser und Museen zu besichtigen. The Tide is Turning…

Buchtipp: Phantom Shanghai von Greg Girard