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Archiv für Mai, 2011


Abstecher nach Turin
Mittwoch, 25. Mai 2011 von Juliane Reuther (Kein Kommentar)

Der diesjährige Büroausflug führte uns letztes Wochenende über das Tessin ins 350 km entfernte Turin, das entspricht der grösstmöglichen Entfernung bei der Durchquerung der Schweiz. Es liegt also eigentlich um die Ecke und ist doch ziemlich andersartig.
Südliches Klima und mediterranes Lebensgefühl, gemischt mit einer extremen Dichte an barocken und modernen Bauten und einer Unzahl sogenannter Piazzas, ähnlich grüner und grosszügiger Inseln im Stadtraum. Turin hält, was es verspricht. Mehr noch: Jeder Strassenzug, jede Ecke und jede Gasse halten kleine Überraschungen bereit, die entdeckt werden wollen. Für uns bedeutete diese Unmenge an Möglichkeiten ein straffes 3-Tagesprogramm, in dem wir das alte und das neue Turin sowie die Olivetti Bauten in Ivrea entdeckt haben.

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Juliane Reuther und Patrick J. Schnieper im Palazzo della Moda von Pier Luigi Nervi 1961

Besonders eindrücklich waren dabei die stillen Momente des Staunens, beispielsweise beim Durchschreiten des Treppenraums im Palazzo Madama und beim Blick in die Kuppel der Chiesa di San Lorenzo. Beeindruckend waren auch die Dimensionen und die Ausarbeitung der Deckenkonstruktion im Palazzo della Moda, einer ehemaligen Ausstellungshalle für die Weltausstellung 1961 von Pier Luigi Nervi.
Ein weiterer Höhepunkt war der Blick über die Stadt von der 85 Meter hohen Aussichtsplattform der Mole Antonelliana, in der sich heute das Filmmuseum befindet. Etwas ausserhalb im südlichen Teil Turins haben wir die ehemaligen Fiatwerke besucht. Heute ist es ein überdimensionales Einkaufszentrum mit vielseitigen Nutzungen, auf dessen Dach sich noch immer die alte Teststrecke von Fiat befindet.
Das Leben spielt sich jedoch eher im Zentrum der Stadt ab, in den vielen verträumten und stilvollen Cafes, am Ufer des Po oder beim Bummeln unter den imposanten Arkadengängen, die besonders im Sommer ein angenehmes Flanieren möglich machen.
Manchmal wünschten wir uns, wir könnten die Stadt einatmen, um so einen Teil von ihr zu behalten. Da dies jedoch nicht möglich ist, beliessen wir es beim Schmecken, denn auch der kulinarische Gaumen kann sich in Turin verwöhnen lassen, ob über die geschmackvolle piemontesische Küche oder die guten italienischen Weine. An dieser Stelle wollen wir unserer lieben Begleitung Ursi Bünter danken, die uns sonst bei unserer Textarbeit zur Seite steht. Sie übernahm die gastronomische Führung auf unserer Reise und erleichterte uns die Kommunikation in Turin mit ihren hervorragenden Italienischkenntnissen, damit auch die Menübestellung reibungslos verlief.
Alles in allem ein besonders empfehlenswerter, gelungener und eindrucksvoller Ausflug, mit vielen bleibenden Erinnerungen.

Klein ist besser?
Sonntag, 1. Mai 2011 von Patrick J. Schnieper (Kein Kommentar)

Die Häuser und Wohnungen in der Schweiz werden immer grösser. Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 hat die beanspruchte Wohnfläche pro Person in der Schweiz um 10 m2 auf über 44 m2 zugenommen.
Ist durch die grösseren Wohnflächen auch die Wohnqualität gestiegen? Ich beobachte immer wieder, dass sich die Bauherrschaften bezüglich der Grösse der Wohnung genaue Vorstellungen machen, jedoch für die bauliche Qualität nur wenig Wissen vorhanden ist.

blog_haeuser

Ich bin der festen Überzeugung: In einer kleineren Wohnung oder einem kleineren Haus fühlt man sich wohler, wenn die Baumaterialien von schöner, hoher und nachhaltiger Qualität sind.
Was sind schöne und nachhaltige Materialien: Einsteinmauerwerke aus Backstein 50- 60 cm stark, rein mineralische Sumpfkalk-Putze innen und aussen, schöne Schreinerarbeiten, massive Holzbodenbeläge oder gegossene Terrazzo-Bodenbeläge.

Die oben genannten Materialien können sich viele Bauherren leisten, wenn sie bereit sind, bei der Grösse der Wohnfläche «Kompromisse» zu machen. Beispiel: Bei einer 5½-Zimmerwohnung mit einer Nettowohnfläche von 135 m2, zu einem Preis von Fr. 800’000.- kann bei einer Reduktion der Wohnfläche um 20% (Nettowohnfläche 108 m2) Fr. 160’000.- in die Qualität und Nachhaltigkeit investiert werden. Neben dem baulichen Qualitätsvorteil ist die Reduktion um 20% der Wohnfläche auch ein landschaftlicher Gewinn, denn auf der gleichen Fläche können 20% mehr Wohnungen gebaut werden. Zusätzlich ist der Energieverbrauch für das Bauen und das Heizen kleiner, siehe auch Beitrag «Vom Goldenen Schnitt zur grauen Energie» (PDF-File) im Covis 1/2010 von mir.

Kleiner ist kein Kompromiss, sondern eine Qualität, welche sich in den nächsten Jahren bestimmt durchsetzen wird, nicht nur bei den Wohnflächen…

NZZ am Sonntag vom 12. Juni 2011: Strafsteuer für grosse Häuser (PDF)

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