Als die Bauherrschaft am südlichen Abhang der Rigi das Grundstück an
der Lützelaustrasse 58 in Weggis entdeckte, erfüllte sich für sie ein
langersehnter Traum. Die wundervolle Aussicht auf den
Vierwaldstättersee und die Alpen sowie die optimale Ausrichtung des
Grundstückes waren für sie wichtiger, als die wegen des steilen
Geländes zu erwartenden Herausforderungen.
Das wild bewachsene Grundstück und die traumhafte Lage beflügelte die
Fantasie der Architekten. Es war klar, dass diese besondere Umgebung
Teil des Wohngefühls sein musste. Das Haus sollte die Landschaft nicht
dominieren, sondern trotz des trapezförmigen Baufeldes und der vom
Gesetz bestimmten Dachform Teil des Ganzen werden. Aus diesen Vorgaben
entstand ein «wie aus einem Block gehauener» Bau, der auf optimale
Weise Teil der speziellen Umgebung wurde. Der glatte Fassadenputz und
die mit farblosem Aluminium umrahmten Fenster unterstreichen die
körperhafte Erscheinung des Hauses.
Von der Lützelaustrasse her gelangt man durch eine raumhohe Tür ins
Entrée des Einfamilienhauses. Die grossflächige Verglasung des
Eingangsbereichs trennt «Innen» und «Aussen» und macht den Übergang zu
einem Erlebnis. Der glatte, antrazitfarbene Bodenbelag begleitet den
Bewohner im ganzen Haus. Vom Eingangsbereich mit Garderobe führt eine
breite Treppe ins Erdgeschoss mit Schlafzimmern und Nassräumen. Den
Bereich Elternschlafzimmer betritt man über die Ankleide. Von hier
gelangt man durch eine Schiebetüre in das Bad mit raumhohen
Verkleidungen aus lichtgrauen Epoxidglasplatten. Die weissen
Waschbecken und der antrazitfarbene Boden lassen den Bewohnern Raum für
Farben. Durch eine zweite Schiebetüre betritt man vom Ankleideraum aus
das Schlafzimmer, welches mit einem grossen Fenster einen imposanten
Blick ins Grüne freigibt. Auf demselben Geschoss trennt eine
Schrankfront den Korridor von drei möglichen Schlafzimmern, die man
durch die Schrankfront betritt. Die Zimmer sind linear angeordnet.
Vom Erdgeschoss führt die Treppe in einen grosszügigen Wohnraum. Dem
Wohnraum hangseitig angegliedert sind Küche und Bibliothek, während raumhohe und quadratische Fenster vom Wohnzimmer aus das wundervolle
See- und Bergpanorama freigeben. Die Veränderungen der Tages- und
Jahreszeiten können in diesem Raum genussvoll erlebt werden. Getrennt
durch eine raumbreite, verschiebbare Verglasung gelangt man vom
Wohnraum aus auf die gedeckte Terrasse mit Himmelatrium. Die wild
bewachsene Umgebung mit Farnen, Büschen und Nagelfluhblöcken ist
allgegenwärtig. Das Haus, der «behauene Block», verschmilzt mit der
Umgebung und wird Teil des Bergsturzgebietes.
Text: August Keller, Schnieper Keller Architekten