Bauingenieur: Peter Stalder Malters I
Elektroingenieur: Wey + Partner Sursee I
HLK/Sanitäringenieur: Markus Stolz Luzern I Bauphysik:
Ragonesi · Strobel & Partner Luzern I Farbkonzeption: Jörg
Niederberger Niederrickenbach
Projektbeschrieb
Im Spätsommer 2003 schrieb die Einwohnergemeinde Malters für die
Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Bündtmättli II eine
Honorarsubmission mit Ideenskizze aus. Die Aufgabenstellung umfasste
neben der Sanierung des bestehenden Schulhauses eine Vergrösserung
desselben um drei Klassenzimmer mit Gruppenräumen sowie um ein
Lehrerzimmer, Vorbereitungs- und Nebenräume.
Durch einen Anbau im Hochparterre konnte der zusätzlich benötigte Raum
geschaffen und die geforderte, gedeckte Pausenhalle im Tiefparterre
realisiert werden. Der L-förmige, eingeschossige Körper auf Stützen
umfasst das bestehende Schulhaus Bündtmättli II auf zwei Seiten. Das
formal zurückhaltende Volumen des Anbaus ergänzt das 1933 gebaute
Schulhaus adequat.
Im Tiefparterre sind die Zimmer für Gestaltung. Die acht Schulzimmer
befinden sich im Hochparterre und im Obergeschoss. Die Gruppenräume
sind auf verschiedenen Etagen verteilt und ergänzen damit das
Raumangebot für den Schulunterricht. Mit dem Singsaal unter dem
abgeschrägten Dach hat das Schulhaus einen Raum für grössere
Veranstaltungen. Über der Turnhalle befindet sich die Bibliothek. Sie
ist vom Treppenhaus her über eine grosse Glastüre erschlossen - ein
Schaufenster für Leseratten.
Erschliessung
Das Schulhaus mit Anbau ist über den Haupteingang an der Ecke Turnhalle
- Schulhaus und den Eingang am Ende des Korridors im Tiefparterre
erschlossen. Über das bestehende Treppenhaus nach unten, gelangt man
zur grossflächig verglasten Erschliessung des Tiefparterres. Diese
beheizte Vorzone und die gedeckte Pausenhalle ist an verregneten Tagen
ein Spielplatz und zugleich Aussenraum für den Werkunterricht. Am Ende
des Korridors verbindet die neue Treppe die Werkräume und die gedeckte
Pausenhalle mit den Klassenzimmern im Hochparterre. Hier öffnet sich
der Korridor und ein Oblichtband taucht die Schulzimmervorzone in
helles und freundliches Zenitlicht.
Schulzimmer
Die Garderoben ragen aus der Schulzimmerwand in den Korridor hinein.
Sie durchstossen die Schulzimmerwand und sind das multifunktionale
Möbel in den Schulzimmern. Ein Rahmen in kräftigem Grau umfasst
den Schulwandbrunnen und die vier schiebbaren Whiteboards mit
Bücherreagal. Die Schrankfront mit Arbeitsfläche und die Ablagefläche
vor den Fenster in einem helleren Grau sind die weiteren festen
Einrichtungen in allen Schulzimmern.
Farben
Mit dem Farbkonzept von Jörg Niederberger erhielt das Schulhaus
Bündtmättli II seine Kunst am Bau. Ein Farbspiel in fein
nuanciertem Gelb unterstreicht das Licht- und Schattenspiel des
Tageslichtes. Jede Fassade ist subtil abgetönt. Aus dieser Spannung
heraus wächst eine Einheit, die die vielen verschiedenen Gebäudevolumen
zu einem neuen Ganzen verbinden.
Im Haupttreppenhaus überrascht ein rotlasiertes Treppenauge, die Lebensader des Schulhauses. Sie
windet sich im mit schwarzem Terrazzoboden belegten Treppenhaus über
alle Geschosse bis ins Dach. Das einfallende Licht projiziert das Rot
an die weissen Wände und füllt den Raum mit Energie. Vom Treppenhaus
aus führt die Schüler/innen ein neuer schwarzer Linoleumboden durch die
Korridore zu den Schulzimmern. Dort laden der in orange gehaltene
Marmoleumboden und die feinen Grautöne zum Lernen ein. Wie an der
Fassade bindet auch im Gebäudeinnern das Farbkonzept die bestehenden
und neuen Gebäudeteilen zusammen.