Bericht des Preisgerichtes
Die Verfasser platzieren den Schulbau als dreigeschossigen Längskörper
entlang der nordöstlichen Parzellengrenze. Die Mehrzweckhalle liegt an
der Robert Durrer Strasse. Dazwischen spannt sich ein grosser,
multifunktional nutzbarer Platz auf, der von markanten Wildhecken
gefasst wird. Das Schulhaus verfügt über drei gleichwertige Zugänge mit
Treppenhaus, wobei nur der mittlere Erschliessungskern über einen Lift
verfügt. Der stirnseitige Erschliessungskern orientiert sich zudem
etwas unentschlossen über Eck- das Vordach unterstützt diese
ambivalente Haltung noch zusätzlich.
Bauten, Baumvolumen, lineare Heckenelemente und die von ihnen gefasste
Freiräume bilden eine wohlproportionierte und gut komponierte
Gesamtfigur.
Zentrales Element ist der vielseitig nutzbare Platzraum an richtiger
Lage zum Dorf. Artenreiche Wildhecken bestimmen seine räumliche
Fassung. Die Hecken sind jeweils leicht abgesenkt und werden über
Brücken durchschritten. Der vorgeschlagene Schotterrasen erfüllt zwar
den angestrebten Anspruch der Einheitlichkeit, ist aber nicht für alle
vorgesehenen Nutzungen tauglich.
Im Untergeschoss liegen die Werkräume gegen Nordosten und sind über
einen Graben belichtet. Im Erdgeschoss sind die Räume durchgehend
angeordnet, was einerseits zwar eine zweiseitige Belichtung ermöglicht,
anderseits aber eine Durchlässigkeit in der Längsrichtung
verunmöglicht. Der Kindergarten am Nordwestkopf verfügt über einen
eigenen Aussenbereich. In den Obergeschossen liegen die Schulzimmer
attraktiv gegen Südwesten, die Nebenräume, Gruppenräume und Multiräume
gegen Nordosten. Diese an sich logische Anordnung bringt aber auch eine
gewisse Monotonie im Innenbereich mit sich. Zwar sind Lichtschächte
vorgesehen, jeweils paarweise bei den Schulzimmervorbereichen
angeordnet, aber ihre Abmessung und immergleiche Anordnung unterstützen
den eher etwas spannungslosen Gangbereich. Für eine Belichtung des
sonst gefangenen Ganges dürften sie wohl etwas zu klein sein. Die
Doppelturnhalle verfügt über ein grosszügiges, attraktiv gelegenes
Foyer gegen die Strasse und liegt im Erdgeschoss. Sie wird in einer
zweiten Etappe als Mehrzweckhalle genutzt und die Doppelturnhalle wird
neu an der Nordostseite dazu gebaut.
Die Tiefgarage, die unter der Doppelturnhalle liegt und unter die
zweite Etappe des Mehrzweckbaus erweitert werden kann, wird ab der
Robert Durrer Strasse erschlossen, was nicht bewilligungsfähig ist, da
die Einfahrtsrampe innerhalb der Baulinie zu liegen kommt. Die
Arealeinfahrt ab der Bluemattstrasse erfüllt die Verkehrssichereit. Die
oberirdische Parkierung liegt an der Strassenecke, der Gemeindeplatz
gegen den Schulbau hin. Zusammen erlauben sie eine gute
Nutzungsvariabilität.
Der Schulbau der erste Etappe umfasst zwei Treppenkerne mit zweispännig
angeordneten Klassenräumen der dritte Treppenkern wird in der zweiten
Etappe südöstlich angebaut.
Betreffend der Geschossflächen und des Volumens liegt das Projekt im
Mittel aller Projekte. Seine kompakte Ausbildung lässt auf eine
wirtschaftliche Lösung schliessen. Als Gebäudehülle wird eine
eingefärbte Sichtbetonfassade vorgeschlagen. Die Holzfenster weisen ein
einheitliches Format auf, lediglich das Erdgeschoss wird mit den
raumhohen Fenster anders behandelt. Gegen die nordöstlich
angrenzende Wohnüberbauung weist das Schulhaus fast den Charakter eines
Wohngebäudes auf, gegliedert in sechs aneinandergereihte Abschnitte.
Gesamthaft beurteilt liegen das Schulhaus und die Doppelturnhalle wie
selbstverständlich auf dem Perimeter, ohne ihre Umgebung allzustark zu
beeinträchtigen. Das Innenleben des Schulhauses ist aber etwas
spannungslos. Es werden weder räumliche noch lichtmässig stimulierende
Massnahmen getroffen.