Bericht des Preisgerichtes
Die differenzierten, fast städtischen Aussenräume, kombiniert mit einer
angemessenen Massstäblichkeit überzeugen in einer ersten Leseart des
Projektes. Verschiedene, terrassierte Pausenplätze verflechten räumlich
die bestehenden und projektierten Schulhausbauten zu einer kompakten
Gesamtanlage. Das Schulhaus Dönni behält durch die Plazierung des
neuen, winkelförmigen Primarschulhauses im hangseitigen Teil des
Perimeters seine prominente Lage. Die neue, im Terrain abgesenkte und
als Aussichtsterrasse ausgebildete Turnhalle zoniert die übrigen
bestehenden Sportbauten und Aussenplätze.
Die Erschliessung der Schulanlage erfolgt über zwei Einfahrten von der
Oberrickenbachstrasse her, wobei der Hauptzugang im Dorf zugewandten
Bereich über den vorgeschlagenen Parkplatz nicht attraktiv und mit dem
Überbauen der Parzelle 587 in dieser Form nicht realisierbar. Der obere
Zugang führt direkt auf den teilweise gedeckten Pausenplatz des neuen
Primarschulhauses. Über diverse, teilweise etwas überdimensionierte und
dadurch städtisch wirkende Aussentreppen sind weitere, terrassierte
Pausenplätze erschlossen und ermöglichen zwar voneinander getrennte,
abwechslungsreiche Pausenbereiche für die unterschiedlichen
Schulstufen, aber der für die Basisstufe wichtige separate
Aussenbereich mit Eingang fehlt.
Der bestehende, befahrbare Zugang zur Zivilschutzanlage wird überbaut.
Eine geforderte neue Erschliessung wird nicht aufgezeigt. Ferner kann
die bestehende Turnhalle nicht mehr ebenerdig angeliefert werden.
Das neue Primarschulhaus ist funktional klar gegliedert und im Volumen
entsprechend ablesbar. Im als Sockelgeschoss ausgebildeten unteren
Eingangsgeschoss liegen die zwar unterteilbare, dann aber nicht mehr
vollständig natürlich belichtete und belüftete Aula, sowie der
ungenügend belichtete Werkraum.
Einladender und funktional richtig angeordnet liegen im oberen
Eingangsgeschoss die Räume des Zentrumsbereiches mit der Bibliothek.
Von hoher räumlicher Qualität sind die in den beiden Obergeschossen
angeordneten Schulzimmertrakte. Der Wechsel von gut proportionierten
grosszügig verglasten Gruppenräumen und offenen Atrien, rhythmisiert
den Erschlissungskorridor der nach Südwesten orientierten
Klassenzimmer. Weniger glücklich ist die Lage der Basisstufe im
abgewinkelten Teil des Schulhauses, angeordnet auf zwei Obergeschosse,
ohne direkten Aussenbereich zum Kindergarten, und ohne separate
Erschliessung. Die direkt auf den vorgelagerten Pausenplatz
orientierten Schulzimmer und der teilweise geringe Abstand zum
ORTS-Schulhaus zeigen Nachteile einer kompakten Schulanlage auf.
Einladend wirkt der Zugang, vielversprechend sind die Durch- und
Aussichten im Foyer aber zufällig und etwas gesucht ist die
Grundrissgeometrie der neuen Turnhalle. Der vorgeschlagene
Zuschauerbereich auf dem Turnhallenniveau ist nicht optimal und zeigt
durch die fehlenden Stützen Mängel im statischen Konzept auf.
Die grossen Distanzen sämtlicher Sportanlagen zu den übrigen Schutzbauten führen zu minimalen Lärmimmissionen.
Der architektonische Ausdruck der Neubauten ist angemessen und logisch
aus den jeweiligen Nutzungen abgeleitet. Die Bauten fügen sich durch
die Sichtbetonfassaden und trotz eigener Formensprache gut in die
Gesamtanlage ein.
Das statische Konzept des Primarschulhauses ist im Gegensatz zur
Turnhalle einfach und konsequent. Die Kubatur von 19436m3 lässt
zusammen mit der vorgeschlagenen Materialisierung ein Projekt mit
mittleren Baukosten erwarten.
Die Qualität dieses Projektes liegt in den differenzierten Aussenräumen
und der Massstäblichkeit der Gesamtanlage. Den innenräumlichen
Qualitäten in Teilbereichen des Primarschulhauses und der Turnhalle
stehen schwerwiegende Mängel in der Erschliessung und der
Grundrissdisposition gegenüber.