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Abstecher nach Turin

Der diesjährige Büroausflug führte uns letztes Wochenende über das Tessin ins 350 km entfernte Turin, das entspricht der grösstmöglichen Entfernung bei der Durchquerung der Schweiz. Es liegt also eigentlich um die Ecke und ist doch ziemlich andersartig.
Südliches Klima und mediterranes Lebensgefühl, gemischt mit einer extremen Dichte an barocken und modernen Bauten und einer Unzahl sogenannter Piazzas, ähnlich grüner und grosszügiger Inseln im Stadtraum. Turin hält, was es verspricht. Mehr noch: Jeder Strassenzug, jede Ecke und jede Gasse halten kleine Überraschungen bereit, die entdeckt werden wollen. Für uns bedeutete diese Unmenge an Möglichkeiten ein straffes 3-Tagesprogramm, in dem wir das alte und das neue Turin sowie die Olivetti Bauten in Ivrea entdeckt haben.

Juliane Reuther und Patrick J. Schnieper im Palazzo della Moda von Pier Luigi Nervi 1961
Juliane Reuther und Patrick J. Schnieper im Palazzo della Moda von Pier Luigi Nervi 1961

Besonders eindrücklich waren dabei die stillen Momente des Staunens, beispielsweise beim Durchschreiten des Treppenraums im Palazzo Madama und beim Blick in die Kuppel der Chiesa di San Lorenzo. Beeindruckend waren auch die Dimensionen und die Ausarbeitung der Deckenkonstruktion im Palazzo della Moda, einer ehemaligen Ausstellungshalle für die Weltausstellung 1961 von Pier Luigi Nervi.

Ein weiterer Höhepunkt war der Blick über die Stadt von der 85 Meter hohen Aussichtsplattform der Mole Antonelliana, in der sich heute das Filmmuseum befindet. Etwas ausserhalb im südlichen Teil Turins haben wir die ehemaligen Fiatwerke besucht. Heute ist es ein überdimensionales Einkaufszentrum mit vielseitigen Nutzungen, auf dessen Dach sich noch immer die alte Teststrecke von Fiat befindet.
Das Leben spielt sich jedoch eher im Zentrum der Stadt ab, in den vielen verträumten und stilvollen Cafes, am Ufer des Po oder beim Bummeln unter den imposanten Arkadengängen, die besonders im Sommer ein angenehmes Flanieren möglich machen.
Manchmal wünschten wir uns, wir könnten die Stadt einatmen, um so einen Teil von ihr zu behalten. Da dies jedoch nicht möglich ist, beliessen wir es beim Schmecken, denn auch der kulinarische Gaumen kann sich in Turin verwöhnen lassen, ob über die geschmackvolle piemontesische Küche oder die guten italienischen Weine. An dieser Stelle wollen wir unserer lieben Begleitung Ursi Bünter danken, die uns sonst bei unserer Textarbeit zur Seite steht. Sie übernahm die gastronomische Führung auf unserer Reise und erleichterte uns die Kommunikation in Turin mit ihren hervorragenden Italienischkenntnissen, damit auch die Menübestellung reibungslos verlief.

Alles in allem ein besonders empfehlenswerter, gelungener und eindrucksvoller Ausflug, mit vielen bleibenden Erinnerungen.

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