Das Storm King Art Center liegt im Hudson Valley in New Windsor, das etwa eineinhalb Autostunden von New York City entfernt ist. Unter freiem Himmel sind dort Werke von Künstlern wie Henry Moore, Richard Serra, Isamu Noguchi und vielen anderen zu sehen.

Mein erster Besuch fand an einem heissen Herbsttag im September 2024 zusammen mit Renate, der Ex-Freundin von Alex Kayser und Board Member der Alex Kayser Foundation, und Anna, die Philosophie und Kunstgeschichte studiert hat, statt. Während der Busfahrt zum Park kam mir die Idee, das Architektur-Selfie zum Kunst-Selfie weiterzuentwickeln. Dafür bietet das Storm King Art Center eine gute Kulisse. Ich musste also meine Begleiterinnen davon überzeugen, vor jedem Objekt ein Kunst-Selfie zu machen und, wenn nötig, für die Grössenverhältnisse zu posieren. Am Anfang waren sie skeptisch, doch schnell wurde daraus Begeisterung und es entstanden viele lustige Momente im Dreiklang von Natur, Kunst und Mensch.

Die Mittagssonne brannte vom Himmel und beeinflusste meine Wahrnehmung. Der Park ist durch seine teils monumentalen Kunstobjekte an sich ja schon surreal. Dieser Eindruck wurde durch die Hitze und das Zirpen der Grillen noch verstärkt. Wir wanderten durch diesen über zwei Quadratkilometer grossen Kunstpark mit seinen fast hundert Objekten und wurden immer wieder von grossen und kleinen Kunstwerken überrascht. Manche waren hinter kleinen Hügeln versteckt, andere waren schon von weitem gut sichtbar. Der Park ist zu gross, um alles an einem Tag zu sehen – inklusive eines gemütlichen Picknicks. Es stellte sich heraus, dass ein zweiter Besuch nötig ist, um den Teil der 80 Kunstwerke zu besichtigen, die wir noch nicht gesehen haben.

An einem relativ frischen Junitag 2025 fand mein zweiter Besuch mit Renate und Ania statt. Für Ania, die Kunstgeschichte studiert hat, war es der erste Besuch im Park. Storm King ist in sechs Zonen eingeteilt. In den Zonen «North Woods», «Museum Hill» und «Maple Rooms» sind die Kunstobjekte relativ nah beieinander. In den Zonen «Meadows», «South Fields» und «South Ponds» sind die Objekte teilweise bis zu zehn Gehminuten voneinander entfernt. Die kurzen Fussmärsche sind schöne Pausen, um das Gesehene zu reflektieren oder sich auf die nächste Überraschung zu freuen. Im Vergleich zu einem Museum, in dem die Werke optimal ausgeleuchtet sind, verändert sich das Licht unter freiem Himmel ständig, was dem Betrachter eine zusätzliche Perspektive gibt.

Neben Kunst und Natur spielen auch Essen und Geselligkeit eine wichtige Rolle. Im Park gibt es einen Kiosk, in dem man Kleinigkeiten zum Essen und Trinken kaufen kann. Ich empfehle, ein Picknick inklusive Decken selbst mitzubringen. New Windsor erreicht man ab Manhattan am bequemsten vom Port Authority Bus Terminal aus. Der Ausflug lohnt sich für alle, die New York bereits gut kennen oder kunstinteressiert sind. Aus meiner Sicht würde es sich lohnen, nur für diesen Park nach New York zu fliegen! Wer nicht ganz so weit reisen möchte, dem sei der etwas kleinere Kunstpark im Museum Serralves in der Stadt Porto empfohlen. Besonders gut hat mir bei diesem 1930 eröffneten Park der Baumkronenpfad gefallen, der weder Architektur noch Kunst ist.

Das 1960 eröffnete Storm King Art Center beeindruckt durch seine zahlreichen hochwertigen Kunstobjekte des 20. und 21. Jahrhunderts sowie durch seine Weitläufigkeit. Letztere verleiht dem Ort eine zusätzliche Dimension. Aufgrund der Grösse trifft man nur wenige Menschen. Das ermöglicht es, Kunstinstallationen in Ruhe zu betrachten – nur begleitet von Vogelgezwitscher und dem Rauschen des Windes. Teile der Landschaft wurden speziell umgestaltet, um die oft monumentalen Kunstwerke optimal zur Geltung zu bringen. Im Storm King Art Center wird exemplarisch gezeigt, was es bedeutet, in eine Landschaft künstlerisch einzugreifen – mal plakativ und laut, mal subtil und leise. Beides kann seine Berechtigung haben.
Tipps:
- Storm King Art Center: Map & Information (2025)
- Storm King Art Center: Digital Guide

































