ArchitekturCumulus

Architekturstudium: 5. Semester

Im letzten Studienhalbjahr widmeten wir uns dem Thema Wohnungsbau. Neben dem Entwurfsfach wurde uns in einer Vorlesungsreihe die Geschichte des Wohnens seit der Industrialisierung vermittelt. Die Theorie gab uns die Grundlage und Unterstützung im eigenen Entwurfsprozess. Das Motto für alle Studierenden im Entwurf war «Gretas Home» in Fribourg. Das Experimentieren mit nachhaltigen Bauarten sowie zukunftsorientierten Wohnformen sollte uns für diesen Bereich sensibilisieren und uns Möglichkeiten aufzeigen, wie wir als ArchitektInnen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.

Der Planungsperimeter wurde uns vorgegeben und befand sich am östlichen Rand der Fribourger Altstadt. Der Bereich wird durch den Fluss Saane vom übrigen historischen Stadtteil abgetrennt. Wir hatten die Freiheit unser Grundstück selber auszusuchen. Die Wohnungsgrösse sowie die Zielgruppe waren den StudentInnen freigestellt.

Das Wohngebäude folgt der «Le Gottéron» und gibt dem Bestand ein Gegenüber.

Der von mir gewählte Bauplatz liegt an der Mündung des Flusses «Le Gottéron» in die Saane. Die unbebaute Fläche in mitten des Quartiers drängte sich mir förmlich auf. Durch die Gegebenheiten des gefassten Flusses und der ansteigenden Strasse ist die Gebäudeform nahezu vorgegeben, was zugleich die Qualität dieser Parzelle ist (siehe Projektpläne). Das lange und schmale Grundstück wird dreistöckig bebaut. Die Dachform ist gekennzeichnet durch drei Firste, welche in der kleingegliederten Umgebung ihren Ursprung finden.

Das öffentliche Tiefparterre wird vom «Place de la Palme» mit dem «Brunnen der Treue» aus erschlossen und beherbergt eine Werkstatt. Diese bietet den Bewohnern und der Nachbarschaft die Möglichkeit Gegenstände, welche sie benötigen, selber zu bauen oder zu reparieren. Dieses Angebot soll identitiätsstiftend für das Quartier sein und die soziale Verknüpfung fördern. Weiterhin soll dies der nötige Impuls sein, dem verschlafenen Gebiet wieder Leben einzuhauchen.

Dem Wohngebäude stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Es ist autofrei und mit dem Velo sowie zu Fuss erreichbar. Die beiden Wohngeschosse über dem Sockel bieten Platz für sechs Wohnungen. Diese bestehen aus privaten Schlafzimmern und einer Küche, bewusst ist auf das Wohnzimmer verzichtet. Den Bewohnern der Familien- und Gemeinschaftswohnungen steht ein zentraler Wohnraum im Dachgeschoss zur Verfügung, welcher den Kontakt innerhalb des Gebäudes fördern und die Gemeinschaft stärken soll. Zudem sind in diesem halböffentlichen Bereich Gästezimmer für Besucher vorgesehen.

Ein Fassendausschnitt als Modell um die Tiefenwirkung der verschiedenen Schichten sichtbar zu machen

Um «Gretas Home» nicht nur in der Wohnform, sondern auch in der Bauart zu denken, ist das Gebäude als Holzbau geplant. Aussen wird das Erscheinungsbild durch eine weitgefächerte 5 cm breite vertikale Holzlattung geprägt. Die vertikalen Latten haben einen Abstand von 10 cm zueinander und machen so die horizontale Unterkonstruktion sichtbar. Im Inneren werden rohe Materialien wie Grobspanplatten, Sperrholz und Anhydrit eingesetzt. Aus ökologischen Gründen wird mit Schafwolle gedämmt.

Ich hatte anfänglich Mühe mit der offenen Aufgabestellung zurechtzukommen. Obwohl die Setzung des Gebäudes von Beginn an gut funktionierte, tat ich mich schwer mit dem polygonalen Grundriss. Meinen Anspruch an die Idee der Wohnform mit überzeugender Grundrissstruktur habe ich abschliessend noch nicht erfüllen können. Die Zimmer, die Küche sowie die Erschliessungsflächen in den Wohnungen sind zu gross im Verhältnis zum gemeinsam genutzten Wohnzimmer. Ich sehe den Stand dieses Projektes nicht als fertig sondern als Zwischenstand, den ich gerne noch weiterbearbeitet hätte. Ich schaue auf ein lehrreiches Semester zurück, bei dem ich aus meinen Entscheidungen viele Erkenntnisse mitnehmen kann und freue mich die neuen Entwurfsaufgaben anzugehen.

Tipps:

Gründe für die nachlassende Planqualität in Architekturbüros: ist BIM die Lösung? – Teil III

BIM das neue Zauberwort in der Planung. Wenn man ZeichnerInnen und ArchitektInnen fragt, was BIM ist und wie es angewendet werden soll, bekommt man viele verschiedene Antworten. Ich habe mich im Jahr 2016 in einer dreiteilligen Reihe, auf ArchitekturCumulus, mit BIM auseinandergesetzt:

– BIM: Eine Annäherung – Teil I
– BIM: Zwei Büros und ihre Erfahrungen – Teil II
– BIM: Ein Fazit – Teil III

Weiter ist auch der Post vom 19. April 2017: BIM, aber sofort! lesenswert.

Ende Oktober 2019 habe ich an einer «BIM Live Arena» Veranstaltung in Luzern teilgenommen, welche durch die IDC AG durchgeführt wurde. Die IDC AG vertreibt in der Schweiz das ArchiCAD. Bei dem von mir besuchten Vortrag «BIM-Design mit ArchiCAD / BIM Objekte graphisch erstellen» wurde am Beispiel eines Barhockers gezeigt, wie drei verschiedene 3D-Modelle erstellt werden können, welche jeweils unterschiedlich grosse Datenmengen haben, um so ein BIM-Modell zu optimieren. Das zeigt, dass ein komplexes BIM-Modell immer noch relativ anspruchsvoll bezüglich der grossen Datenmengen ist und derzeit einige Kompromisse nötig sind, um im Alltag mit solchen Modellen zu arbeiten.

Der weitaus spannendere Teil meines Besuches an der «BIM Live Arena» war das Gespräch mit Lukas Desserich, welcher Verwaltungsrats-Präsident der IDC AG ist. Lukas Desserich meinte zu recht, die Planungsqualität von ArchitektInnen, werde immer mangelhafter, wo er, wie ich meine, auch recht hat. Siehe auch die beiden vorhergehenden Posts zum Thema «Gründe für die nachlassende Planqualität in Architekturbüros»:

Die Ausbildung – Teil I
Die ArchitektInnen & ZeichnerInnen – Teil II

Lukas Desserich ist der Meinung, dass mit der BIM-Methode die Planung einfacher, effizienter und am wichtigsten, mit einer höheren Planungsqualität vonstatten gehen könnte, wenn die ArchitektInnen die BIM-Methode nur annehmen würden. Der Verwaltungsrats-Präsident der IDC AG wirkte bei dieser Aussage etwas enttäuscht, dass im Moment nur wenige die BIM-Methode in der Schweiz anwenden.

Warum ist das so? Die drei Buchstaben BIM spalten die Planergemeinschaft oft, da jeder etwas anderes unter diesem Begriff versteht. Ich finde, die BIM-Methode macht momentan im Bereich der Haustechnik Sinn, ab mittel-komplexen Bauvorhaben, welche mindestens eine kontrollierte Raumlüftung haben. Das heisst, von  Seiten Architekt wird ein 3D-Strukturmodell mit allen relevanten Gebäudeteilen erstellt. Anschliessend fügen die Fachplaner ihre Leitungen in das 3D-Modell ein. So kann relativ einfach die ganze Haustechnik koordiniert werden, Fehlplanungen werden frühzeitig durch die Kollisionsprüfung erkannt.

Dass in einem 3D-Modell Fehler einfacher erkannt werden können, liegt auf der Hand. Ich plane in meinem Büro seit 20 Jahren jedes Gebäude im 3D, um unter anderem die Architektur zu prüfen. Das hat sich bestens bewährt und ich könnte mir nicht mehr vorstellen, ohne ein 3D-Modell ein Haus zu entwerfen, da es relativ einfach ist, den Entwurfprozess im 3D zu fi­na­li­sie­ren.

Jedoch bin ich klar der Meinung, dass eine gute Ausführungsplanung mit der Ausbildung beginnt und es später wichtig ist, das erfahrene ArchitektInnen und ZeichnerInnen am «Reisbrett» bleiben. BIM kann ein Hilfsmittel sein, das momentan jedoch noch in den Kinderschuhen steckt, wie man schön am Beispiel des Barhockers erkennen konnte.

Gründe für die nachlassende Planqualität in Architekturbüros: die ArchitektInnen & ZeichnerInnen – Teil II

Grundlage einer guten Planqualität ist «die Ausbildung» siehe auch Post vom 4. Dezember 2019. Was passiert nach der Ausbildung? Wer als Architekt aufsteigen will – muss schauen – dass er oder sie möglichst schnell weg vom Zeichnungstisch kommt, das heisst Projektleiter, Baumanager oder Chef wird. ZeichnerInnen oder EntwurfsarchitektInnen stehen in einem Architekturbüro nicht an oberster Position der Lohnskala.

Viele ArchitektInnen im Alter von ca. 35 Jahren wenden sich vom Zeichnen ab und werden beispielsweise ProjektleiterInnen, in einem Alter, in dem genügend Erfahrung da wäre, um erfolgreich in der Planung tätig zu sein. Leider wird das nur selten auch monetär anerkannt, so dass sich viele im besten Alter von der Planung abwenden.

Ein erfahrener Zeichner entwickelt selbstständig, zusammen mit diversen Fachplanern Lösungen, welche folgenden drei Prämissen standhalten sollten: konstruktive Richtigkeit, architektonischer Ausdruck und vernünftiges Kosten & Nutzen Verhältnis. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe! Um dieser Aufgabe zu genügen, braucht es sicher 10 Jahre Berufserfahrung. Zeit, die sich viele nicht mehr nehmen wollen, weil die Wertschätzung gegenüber dieser Arbeit zu gering ist. Es ist nicht nur die monetäre Wertschätzung, es gibt noch einen anderen Grund, die Zeit: es wird fast immer von oben zu wenig Zeit für eine seriöse Planung eingerechnet. Die HochbauzeicherInnen und ArchitektInnen müssen oft Überstunden leisten, um die Planung in der vorgegebenen Zeit auch nur halbwegs vernünftig erledigen zu können. Das befriedigt auf Dauer nicht und führt oft zu Burn-out Symptomen. Ein Bauleiter, hat im Vergleich auch viel Verantwortung und Zeitdruck, verdient aber bis zu 100 % mehr als ein Planer…

Ein guter Plan ist ein komplexes Zusammenspiel von vielen Informationen, welche auf einen Punkt gebracht werden müssen. Hinter einer schlüssigen Planung steckt immer ein Prozess, dem Zeit und Wissen vorausgesetzt ist.

Wenn ich mir überlege, wer aus unserer Klasse, ich studierte von 1991 bis 1996 am Abendtechnikum der Innerschweiz in Horw-Luzern, noch in der Planung tätig ist, sind das nicht mehr viele. Von den 21 Studierenden, welche 1996 mit dem Diplom abgeschlossen haben, haben 2 bereits kurz nach dem Studium einen Berufswechsel vorgenommen. Weitere 9 Kollegen sind «nur» noch als Chefs tätig, in Architekturbüros, Baumanagementbüros, Generalunternehmungen oder verwandten Berufen. Die restlichen 10 Absolventen des Abendtechnikums sind nur noch sehr beschränkt in der Ausführungsplanung tätig. Ich schätze es sind ungefähr fünf, welche gelegentlich noch selbst Ausführungspläne zeichnen. Ich selber bin 2/3 meiner Zeit als Planer tätig, von der Nutzungsstudie bis zum Ausführungsplan.

«Für mich wurde schnell klar, dass ich nie ein grosses Büro leiten möchte. Es gibt zwei Punkte, die für mich dagegensprechen: Zum einen will ich nicht «nur» Manager sein, denn ich zeichne selber sehr gerne. Zum anderen finde ich, überdurchschnittliche Qualität ist in einem kleinen Team besser erreichbar. Unsere Projekte zeichnen sich durch eine sorgfältige Planung aus. Als Architekt ist es meine Aufgabe, stets einen Schritt weiter zu sein, als es der momentane Projektstand erfordert. Nur so ist es möglich, gut durchdachte Lösungen zu entwickeln. Wenn ich überdurchschnittliche Leistungen von allen Beteiligten erwarte, muss ich selbst auch in der Lage sein, meinen Aufgabenbereich mit einer guten Planung abzudecken.» Auszug aus Intelligentes Bauen Nr. 9 / 2014: Werkschau: Schnieper Architekten

Es sollten mehr ArchitektInnen in meinem Alter (Jg. 1968) als Zeichner arbeiten, um Probleme, welche durch unzureichende Erfahrung in der Planung entstehen, zu verhindern. Ich hatte ein Gespräch mit einem Chef einer grösseren Generalunternehmung, welcher sich überlegt, selber eine Planungsabteilung aufzubauen. Grund dafür ist die zunehmende Frustration der Bauleiter wegen der oftmals mangelhaften Planqualität, welche sie von einigen Architekturbüros liefert bekommen. Um erfahrene ArchitektInnen und ZeichnerInnen zu finden, wäre die erwähnte Generalunternehmung auch bereit, überdurchschnittliche Löhne zu bezahlen und eine Arbeitsplatzsicherheit zu garantieren.

Wir Architekten müssen auch fähig sein eine überzeugende Planung zu gewährleisten. Das bedeutet, dass wir verstehen müssen, was das bezüglich Zeit, Wissen, Erfahrung und auch Technologie (BIM) bedeutet. Das ist nur mit erfahrenen ArchitektInnen und ZeichnerInnen möglich. Eine ungenügende Planqualität kann für den BauherrIn nach der fünfjährigen Garantiezeit meist ganz schnell teuer werden. Daher sollten wir dem BauherrIn auch verständlich machen, dass eine gute Planung: Zeit und Geld kostet.

Gründe für die nachlassende Planqualität in Architekturbüros: die Ausbildung – Teil I

Im letzten Monat hatte ich diverse Gespräche zur mangelhaften Planungsqualität, die viele Architekturbüros abliefern. Ich sprach mit dem Chef eines Baumanagement-Büros, einem Geschäftsleitungsmitglied eines grösseren Generalunternehmers sowie einem CEO eines CAD-Distributors. Die drei Gespräche fanden spontan und unabhängig voneinander statt. Alle drei klagten, dass die Planungsqualität teilweise entscheidend abgenommen habe.

Auch mir fällt das schon länger auf. Ich möchte in meiner dreiteiligen Serie «Gründe für die nachlassende Planqualität in Architekturbüros» in diesem Post auf die Ausbildung von ZeichnerInnen und ArchitektInnen eingehen.

Die Basis für eine solide Planung sollte in den allermeisten Fällen mit einer Lehre als ZeichnerInnen EFZ Fachrichtung Architektur beginnen, auch bekannt unter dem Namen HochbauzeichnerInnen. Leider wollen heute zu viele Jugendliche studieren. Das heisst, dass sie sich direkt nach der gymnasialen Matura oder Mittelschule¹ an einer Universität oder Hochschule einschreiben.

Es ist heute möglich, mit einem Jahr Praktikum in einem Architekturbüro mit dem Bachelor an einer Hochschule zu beginnen und nach drei Jahren mit einem Bachelor of Arts in Architektur abzuschliessen. Anschliessend kann direkt der Master gemacht werden, der nochmals zwei Jahre dauert, um dann im Alter von 25 Jahren einen Masterabschluss in Architektur in der Tasche zu haben – ohne wirkliche Berufserfahrung, und das an einer Hochschule, die für anwendungsorientierte Praxisnähe stehen soll…

Das Problem ist in unserem Schulsystem zu suchen. Heute ist jemand «dumm», wenn er nach der obligatorischen Schulzeit mit 14 Wochen Ferien nicht mindestens eine Mittelschule mit anschliessendem Passerellenlehrgang besucht, um nachher direkten Zugang zu einer universitären Architektur-Ausbildung zu haben, oft ohne akademische Fähigkeiten mitzubringen. Der klassische akademische Weg im Bereich Architektur führt in der Schweiz über die ETH Zürich, EPFL Lausanne oder der Academy of Architecture in Mendrisio. Diese drei Universitäten sollten jenen offen stehen, welche überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten mitbringen, sprich eine Matura haben und zum ersten Drittel in einer heutigen Gymnasiums-Klasse gehören.

Der zweite Weg über die Hochschule im Architekturbereich sollte jungen Fachkräften offen stehen, die eine Lehre als ZeichnerInnen EFZ Fachrichtung Architektur absolviert haben. Wenn jemand nach der Matura ohne Berufslehre den Weg der Architekturausbildung über eine Hochschule wählt, müsste neben dem bereits heute einjährigen Parktikum-Obligatorium zwingend das berufsbegleitende Studium verlangt werden, um sich den praktischen Teil des Berufes anzueignen. Für Quereinsteiger mit Berufsmatura müsste die Regel des berufsbegleitenden Bachelor-Studiums ebenfalls gelten. Bachelor-Studenten mit einer Lehre im Bereich EFZ Fachrichtung Architektur und einer Berufsmatura sollten wählen können zwischen Vollzeitstudium, sechs Semestern und berufsbegleitend oder acht Semestern. An der Hochschule Luzern (HSLU), Abteilung Architektur, waren im Frühlingssemester 2018² von 94 Studierenden 62% mit einer Hochbauzeichnerlehre eingeschrieben. Die restlichen 38% der Studierenden waren QuereinsteigerInnen. Bei den Vollzeitstudierenden hatten 55% eine Hochbauzeichnerlehre absolviert, bei den berufsbegleitenden Studierenden waren es 77%. Wir bilden zusammen mit den Universitätsabgängern heute schätzungsweise ca. 50% ArchitektInnen aus, ohne oder mit nur unzureichender Berufserfahrung. Ein gefährlicher Weg!

Wir sollten der Berufslehre wieder mehr Beachtung schenken und nicht möglichst viele junge Menschen mit einer durchschnittlichen Matura direkt nach der Schule an die Universitäten und Hochschulen schicken, mit der Idee, dass wir so in «taugliche» Bildung investieren. Ich bin der Meinung, dass maximal 10% unserer Schüler nach der Grundschule an ein Gymnasium gehen sollten, um dann nach der Matura einen klassischen akademischen, universitären Bildungsweg einzuschlagen. Die Gefahr einer Nivellierung nach unten an Universitäten ist bereits heute erkennbar. Für die anderen 90% ist eine Berufslehre der sinnvollere Weg. Wir haben in der Schweiz die Möglichkeit, nach der Lehre an einer «Fach»-Hochschule zu studieren, um in einem ersten Schritt die Bachelorreife zu erlangen, welche eine Mischung zwischen praktischem Wissen und Theorie sein sollte. In einem zweiten Schritt können ArchitektInnen, die ein Flair für Theorie und wissenschaftliche Konzepte haben, den Master absolvieren. So hätten wir die Garantie, dass wir in den Architekturbüros genügend Fachkräfte haben, die über das nötige Rüstzeug verfügen, um eine vernünftige Planungsqualität zu gewährleisten.

¹ Abgänger einer Mittelschule (3. Jahre) oder Berufsmatura (1. Jahr), welche an einer Universität studieren wollen, müssen den Passerellenlehrgang (1. Jahr) besuchen.
² HSLU Frühlingssemester 2018, Fach «Realisierung»

Tipps:

New York Subway: Ein Holzbankklassiker soll ersetzt werden

Eine ikonische Bank in der New York Subway (MTA), über die ich schon lange einen Post machen wollte, soll ersetzt werden. Die Holzbank ist ein Klassiker im Subway-System. Mir gefällt die schlüssige Konstruktion und deren Formensprache sehr.

Die Holzbank erinnert an den Gerrit Rietveld Stuhl aus dem Jahr 1918, der ebenfalls aus einfachen Holzelementen besteht. Der Stuhl hatte durch seine klare Designsprache eine neue Sicht auf Möbel & Architektur eingeläutet.

Die 3.2 Meter lange Bank bietet sechs Personen bequem Platz. Die elegante Sitzgelegenheit besteht aus nur elf einfachen Holzteilen, die mit Holz-Zapfverbindungen fixiert sind. Die Bank ist bequem zum Sitzen und strahlt durch seine Materialität in der oft trostlosen Untergrundwelt eine angenehme Atmosphäre aus. Durch die fünf mittigen Armlehnen hat jede Person eine natürliche und angenehme Distanz zum Nachbarn. Sie sind nicht nur aus Gründen des Komforts angebracht; die Bänke sollten durch die Unterteilung der Sitzfläche das Schlafen in horizontaler Lage verunmöglichen…

Ich habe dieses Jahr überrascht festgestellt, dass die Holzbänke an meiner «Home-Subway-Station» an der 145th Street in Harlem durch Chromstahlbänke ersetzt wurden. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass die Holzbänke diesen Frühling ausgewechselt wurden – aus hygienischen Gründen.

Bronze-Skultur, Tom Otterness ,14th St/8 Av, A/C/E, Uptown Platform (Foto: pat)

Klar ist, dass die Holzbänke bezüglich Hygiene und Pflege in New York nicht optimal sind. Ich habe re­cher­chie­rt und ziemlich gruslige Geschichten bezüglich Sauberkeit und den NY-Subway-Holzbänken gefunden. Neben Lebensmittel-Resten und anderen unbekannte Substanzen sollen sich sogar Bettwanzen in den Bänken eingenistet haben. Die neuen Chromstahl-Bänke (siehe Foto 145th Street) sind bestimmt viel hygienischer und auch einfacher im Unterhalt, bezüglich Atmospäre haben die neuen Bänke jedoch keine Chance. Bei meiner Re­cher­che für diesen Post habe ich festgestellt, dass die Holzbänke, welche nun aus der New York Subway langsam verschwinden sollten, ein emotionales Thema sind. Die MTA verkauft diese nun für $ 650 das Stück! Ich werde keinen kaufen, seit ich weiss, dass die Bänke auch Träger von Bettwanzen sein könnten. Auch habe ich mich diesen September nicht mehr so bedenkenlos auf die Bänke gesetzt…

Ich hoffe sehr, dass die Bank mit der Bronze-Skulptur von Tom Otterness an der 14th Street als Erinnerungstück erhalten bleibt. Soviel ich weiss, können Bettwanzen Bronze nichts anhaben!

Tipps:

Hudson Yards: «Vessel» – Was darf ein Lächeln kosten!

Vor knapp zwei Jahren, am 24. Dezember 2017, habe ich den ersten Post zum Vessel mit dem Titel «Der Weg ist das Ziel!» verfasst. Der 46 Meter hohe Treppenturm – die Tou­ris­ten­at­trak­ti­on 2019 in New York ist nun seit diesem März eröffnet, und ich war sehr gespannt auf die erste Besteigung.

Bevor man mit dem Treppensteigen beginnen darf, muss an einem der interaktiven Bildschirmen auf dem Platz per QR-Code ein Gratis-Ticket gelöst werden. Da ich kein Mobile habe, musste ich an einen Stand gehen, etwas abseits, wo ich ein physisches Ticket erhalten habe. Nun bin ich stolzer Besitzer eines stofflichen Vessel-Tickets, das erst noch am 11. September 2019 ausgestellt wurde.

Wie so oft im Leben machen die sinnfreien Aktivitäten am meisten Spass… Ich bin beindruckt von den neuen Perspektiven auf Manhattan. Die bronzefarbige Treppenanlage hat unten einen Durchmesser von 15 Metern, der sich dann bis nach oben auf 46 Meter ausdehnt. Die Sicht auf die umliegende Stadt verändert sich mit jeder Stufe. Je höher man steigt, desto mehr werden die Treppenrahmen, die ein unregelmässiges Hexagon bilden, zu Bilderrahmen. Auf den obersten Ebenen wird so die ganze Umgebung durch 63 sechseckige Rahmen abgebildet, mit einem dynamischen Bildinhalt, wenn man sich auf der Anlage bewegt. Eine interessante, räumliche Erfahrung, für die sich das Treppensteigen lohnt. «Vessel» ist ein Hotspot für die Selfie-Generation. Es wird in alle Richtungen fotografiert. Der ideale Ort, um die Perspektive zu entdecken. Die Umgebung mit den neuen Hochhäusern und dem Blick auf den Hudson ist atemberaubend.

Vier Treppenläufe und zwei Podeste bilden ein Hexagon.

Natürlich haben auch sinnfreie Projekte ihren Preis. Das erste Preisschild im Jahr 2016 war 75 Millionen Dollar. Im Jahr 2018 war die Rede von 200 Millionen Dollar für die 2‘500 Stufen, welche 16 Ebenen erschliessen. Es lässt sich im Leben nicht immer alles mit Geld in Beziehung bringen. Wenn ich die vielen Menschen auf der Anlage beobachte – mit einem Lachen im Gesicht – hat sich die Investition gelohnt. Die Anlage ist jeden Tag elf Stunden geöffnet. Es können maximal 1’000 Personen auf einmal auf den «Vessel», ein Ticket ist für eine Stunde gültig, das macht maximal 11’000 Personen pro Tag x 365 Tage = 4’015’000 Person pro Jahr. Bei einer Auslastung von 50 Prozent sind das ca. 2 Millionen Besucher in einem Jahr.

In 100 Jahren – der «Vessel» ist sehr solide mit Stahl aus Italien gebaut – betragen die Baukosten pro Besucher $1. Das ist doch nicht zu viel für ein Lächeln!

Tipps

Architekturstudium: 4. Semester

In diesem Semester stand für mich als berufsbegleitende Studentin der Entwurf im Mittelpunkt. Die Aufgabe bestand darin, in Göschenen/UR ein Wellnessbad aus Betonelementen zu entwerfen.

Das Bad in einer Explosionszeichnung. Von unten nach oben: das Fundament, die rechteckigen Kernzonen, die geschwungene Hülle, die Decke aus Betonelementen.

Um ein Verständnis für Beton und die Tektonik zu erhalten, analysierten wir als Vorübung verschiedene Bauten. Parallel dazu hielten wir Göschenen fotografisch fest und versuchten, nach eigenen Präferenzen einen reizvollen Ort im Dorf zu finden.

Den idealen Platz für meine Badeanlage fand ich an einer Lichtung im Wald. Am Nordhang, am Ende des Dorfes, stellte ich mir die Aufgabe, das Wellnessbad zwischen die hohen Fichten zu setzen. Die Form meines Objektes ergibt sich aus den bestehenden Nadelbäumen. Eine organische Form bildet die äussere Hülle. Sie besteht aus Sandwichelementen, die einen einheitlichen Radius haben und damit den repetitiven Sinn der Betonelemente aufgreifen. Überschneidungen dieser Elemente bilden die Öffnungen zum Wald oder zu einer Lichtung hin. Gleichzeitig sollte das Licht den Besucher durch die verjüngenden Passagen führen. Zwei rechteckige Kernzonen bilden im Inneren einen Kontrast. Sie bieten Platz für Garderoben, Duschen, Toiletten und den Spabereich. Die zwei Badebecken befinden sich jeweils am Ende des langen, geschwungenen Volumens. Das Innenbecken (in der Explosionszeichnung das obere) ist introvertiert und hat nur eine Überschneidung, die sich zu einer Baumgruppe hin öffnet. Das Aussenbecken blickt Richtung Dorf.

Der Innenraum mit dem Blick Richtung Wald

Die Idee dieses Entwurffachs war, sich an die Formfindungen heranzutasten. Dadurch, dass wir viele Freiheiten hatten, wie beispielsweise die freie Wahl, wo wir unser Gebäude hinsetzten oder was für ein Raumkonzept wir möchten, hatte ich grosse Schwierigkeiten, mich im Prozess an Sachen festzuhalten. Ich musste erst lernen, mich selber einzuschränken und Prämissen zu setzen, um überhaupt Resultate zu sehen. Schlussendlich bin ich mit dem Endergebnis zufrieden und freue mich, die neu erlernten Erkenntnisse im nächsten Semester anzuwenden.

Das zweite Fach, das bei mir diesen Sommer weit vorne stand, war die «Summer School». Seit mehreren Jahren organisiert die Hochschule Architektur & Technik in Zusammenarbeit mit ausländischen Hilfsorganisationen eine «Summer School». Dabei wird von den Studenten der Hochschule ein Projekt geplant und vor Ort ausgeführt. Seit 2017 arbeiten sie mit der «Sristi Foundation» zusammen. Sristi Village ist ein Dorf, das zur Stadt Pondicherry gehört und im Süden Indiens liegt. Ein Wohnort für physisch und psychisch beeinträchtigte Menschen.

Glückliche Studenten am Richtfest, das Grundgerüst steht!

In einer Gruppe von zwölf Schweizer Studenten reisten wir Anfang Juli für drei Wochen nach Indien. Nach einer mehrtägigen Kulturreise durch die Millionenstadt Bangalore, brachen wir Richtung Auroville auf. In dieser «universellen» Planstadt, die nach eigenen Gesellschaftstheorien lebt, hatten wir unsere Unterkunft. Täglich fuhren wir mit dem Car nach Sristi Village. Mithilfe von sechs indischen Studenten und Arbeitern, die hauptberuflich Gebäude aus Bambus bauen, konnten wir starten. In dieser kurzen Zeit gelang es uns, das Grundgerüst des gewünschten Wohnhauses zu errichten. Es wurde nach unserer Abreise von den Bambusarbeitern beendet.

Eine für mich einmalige Erfahrung zu sehen, wie Menschen in Grossstädten zwischen Autohupen, Abfall und Kühen leben und wenige Stunden davon entfernt mehrheitlich Brachland liegt, das von Randgruppen bewirtschaftet wird. Eine Reise, nach der Architekturstudenten sogar ihre Nachtschichten zu schätzen lernten.

Tipps:

Haus Optiker – Kunst am Bau: Eine Betrachtung von Annalisa Viati Navone

Unter dem Titel «Erscheinungsformen der Interaktion zwischen Architektur und Kunst» befasst sich Annalisa Viati Navone im Architektur-Magazin Faces Nr. 75 mit der Künstlerin Adriana Beretta aus Bellinzona. Im Abschnitt mit dem Untertitel «Die Strategie der Verlangsamung des Blicks» beschreibt Annalisa die beiden künstlerischen Eingriffe von Adriana im Haus Optiker in Lungern bei Bürglen in Obwalden.

Metallskulptur im Atrium | Foto: A. Beretta

Die beiden Kunstprojekte – im Entrée und Atrium – sind präzise auf das Haus Optiker abgestimmt. Im Entrée wird man von vier aneinandergereihten, raumhohen Leinwänden in den Farben Gelb und Rot empfangen, die teilweise mit einem handschriftenähnlichen Muster beschrieben sind. Eine «autobiografische Landschaft» der Bauherren, stellt Annalisa fest.

Der zweite künstlerische Eingriff verlagert sich von der Horizontalen (Entrée) in die Vertikale ins Atrium oder Vitrine, wie Annalisa diesen Raum beschreibt. Eine weisse Metallskulptur aus aneinandergereihten T-Profilen verbindet die drei Geschosse des Hauses über acht Meter miteinander. Beide Arbeiten zeichnen sich durch einfache Grundformen und der Wiederholung aus.

Die vielschichtigen Betrachtungsmöglichkeiten der beiden Arbeiten von Adriana Beretta beschreibt Annalisa Viati Navone tiefgründig in der aktuellen Ausgabe von Faces.

Tipps:

Milano Architektur-Selfie :-)

Der diesjährige Büroausflug führte uns nach Mailand, siehe auch Blogpost vom 29. Mai 2019 «Architettura e Espresso». Das Architektur-Selfie hat sich vor drei Jahren auf unserem Büroausflug nach Kopenhagen spontan etabliert: Architektur & ArchitektInnen.

Duomo di Santa Maria Nascente (Mailänder Dom) , Höhe 108 M, 1385 | Galleria Vittorio Emanuele II, Architekt Giuseppe Mengoni, 1867
Torre Velasca, Höhe 106 M, Architekt BBPR, 1958 | Monumento a Sandro Pertini, Architekt Aldo Rossi, 1990
Nova sede Università Bocconi, Grafton Architects, 2008 | Uffici e abitazioni in Corso Italia, Architekt Luigi Moretti, 1956
Villa Necchi Campiglio, Architekt Piero Portaluppi, 1935 | Ca’ Brutta, Architekt Giovanni Muzio,1922
CityLife – Residenze Hadid, Architektin Zaha Hadid, 2013 | Condominio in Via Nievo, Architekt Luigi Caccia Dominioni, 1957
Milano Centrale, Breite 200 M / Höhe 72 M, Architekt Ulisse Stacchini, 1935 | Grattacielo Pirelli, Höhe 124 M, Architekten Gio Ponti & Pier Luigi Nervi, 1960
Pirelli HangarBicocca, Architektenbüro Studio April, 2014 | Fondazione Prada, Architekt Rem Koolhaas – OMA, 2015
Bosco Verticale, Höhe 80 / 110 M, Architektenbüro Boeri Studio, 2014 | Casa d’abitazione in Viale Tunisia 50, Architekten M. Asnago & C. Vender, 1936

Tipps:

Architettura e Espresso

Bis zum diesjährigen Büroausflug hatte ich Mailand noch nie besucht. Für mich stand diese Stadt  stellvertretend für die Expo 2015, die Möbelmesse und den Mailänder Dom. Wir genossen die mailändische Architektur – «Case Milanesi» – feine Espressi und Nachtessen im «Ombra» und «Erba Brusca». Der erste Tag startete im historischen Stadtkern, der sich um den Mailänder Dom konzentriert.

Blick vom Dach des Mailänder Domes. Links: eine Fiale des Domes, Mitte: «Torre Velasca», Rechts: «Torre Martini»

Die italienische Moderne, die ihren Anfang nach dem ersten Weltkrieg fand, erlebt man, sobald man den Domplatz verlässt.

Bis zur 18. Etage befinden sich Büros, die darüberliegenden sieben Stockwerke sind auskragende Wohngeschosse

Der «Torre Velasca» charakterisiert die Italo-Moderne ausgezeichnet. Er hebt sich mit seiner Höhe von 106 Metern von der Umgebung ab und prägt somit das Stadtbild. Das Faszinierende ist seine untypische Form. Anstelle einer Verjüngung in die Höhe, geschieht bei diesem Gebäude das Gegenteil; die oberen Geschosse ragen pilzförmig an den Betonstreben aus. Dadurch erhält der Turm eine fragile Wirkung und gibt dem Betrachter das Gefühl, die auskragende Kante könnte abbrechen. Mit vier vertikalen Pfeilern wird die Querfassade dreigeteilt (sechs vertikale Pfeiler teilen die Längsfassade). Weiter wird die Fassade durch spangenförmige, fensterhohe Lisenen in der Vertikalen durchgängig gegliedert. Zwischen die Lisenen spannt sich eine unregelmässige, Tetris-artige Struktur, welche aus Fenstern, Balkonen und schmalen Betonelementen besteht. Die horizontalen, geschlossenen Brüstungsbänder stehen in einem Kontrast zu den vertikalen Fassadenelementen. Trotz des italienischen «Dolce Vita» schien mir die Fassadengestaltung bei den meisten modernen Gebäuden sehr strukturiert. Themen, wie beispielsweise die Gewände um die Fenster, werden wiederholend aufgegriffen.

Salonraum mit den doppelten Fenster der Villa Necchi Campiglio

Am Samstag besuchten wir die «Villa Necchi Campiglio ». Das Gebäude wurde 1935 für die süditalienische Unternehmerfamilie Necchi gebaut und lädt heute mit einer halbrunden Treppe und dem gleichförmigen Vordach ein. Die Villa ist sorgfältig und grosszügig mit verschiedenen Holzarten und Natursteinen eingekleidet. Das im modernen Stil erbaute Gebäude hat einen Raum, der mich sehr beeindruckte. Der Salonraum, welcher den Bewohnern möglichst viel Tageslicht bietet, sollte die Privatsphäre der Bewohner nicht vernachlässigen. Der Architekt plante doppelte Fenster mit 50 cm Luft dazwischen, welche eine terrariumartige Funktion haben. Dazwischen setzte er die Bepflanzung, die als Sichtschutz dient. Das Gefühl, durch Glas von der Aussenwelt getrennt zu sein, verschwindet. Die Führung lohnt sich!

800 Bäumen, 4’500 Sträucher und 15’000 weitere Pflanzen werden auf den beiden Hochhäusern bewirtschaftet.

Am dritten Tag besuchten wir die im 2014 fertig gestellten Zwillingstürme «Bosco Verticale», übersetzt der senkrechte Wald. Die zwei Wohntürme wurden vom italienischen Architektenbüro Boeri Studio geplant und realisiert. Das Konzept eines begrünten und nachhaltigen Wolkenkratzers mit mehreren Hunderten Pflanzen, schien trotz des grauen Himmels und des Regens eine Lebendigkeit auszustrahlen. Die von Glasfassaden geprägte Umgebung bilden einen extremen Gegensatz und lassen das Gebäude noch stärker wirken. Den Abschluss unserer Architekturreise bildete das Fondazione Prada. Hier begegnete uns wieder der Architekt Rem Koolhaas, dessen Ikonen wir schon von Rotterdam kannten. Den Empfang des Komplexes bildete das vergoldete Gebäude einer ehemaligen Destilliere. Der Komplex, der aus bestehenden und neuen Bauten zusammengesetzt ist, begeisterte mich vor allem durch seine Materialvielfalt und Widersprüchlichkeit. Ein Beispiel davon sind die OSB-Platten und der weisse Beton, die er Wand an Wand in den Ausstellungsräumen einsetzt, ein Gegensatz von teuren und günstigen Materialien, jedoch ein Kontrast, der Koolhaas gelingt.

Ein kleiner Ausschnitt der bedeutungsvollen Architektur haben wir gesehen. Mit dem Wissen über viele weitere Gebäude und der Erfahrung, dass man überall guten Espresso bekommt, wird das nicht der letzte Ausflug nach Mailand gewesen sein.

Tipps: