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Ronchamp – Sternenfenster

Es ist schön zu erfahren, dass auch ein grosser Architekt wie Corbusier gewisse Effekte dem Zufall zu verdanken hat. Bei der Besichtigung der Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp anlässlich unseres Herbstausfluges, machte uns der begleitende Architekturführer vom Vitra Design-Museum auf ein schönes Detail aufmerksam. In der Ostfassade leuchten kleine Öffnungen wie ein Sternenmeer oder Heiligenschein um das grosse Marienfenster. Laut unserem Begleiter entstanden diese faustgrossen Fensterchen per Zufall, als Corbusier während der Bauzeit diese noch offenen Lücken in der Mauer entdeckte. Im Gegensatz zu den minutiös geplanten Fensternischen in der Südseite ist das eine willkommene Bereicherung der ansonsten fast fensterlosen Ostseite des Baus.

Ronchamp ist nicht die einzige Kirche, die Corbusier geplant hat. Eine weitere Kirche, Saint-Pierre in Firminy, öffnete vor einem Jahr ihre Tore, rund 40 Jahre nach Corbusiers Tod. Der Architekt hat dort die Öffnungen von Ronchamp übernommen und diesmal in die Planung einfliessen lassen. Sie stellen das Sternbild des Orion dar, einem der grössten Jäger und Persönlichkeiten der griechischen Mythologie.

Unten: Corbusier-Kirche in Firminy mit dem Sternbild Orion (Bild: Maurice Bonhomme)

Von der Idee bis zur Ausführung

Die Holzfassade vom Haus Optiker in Bürglen bei Lungern mit seiner unregelmässigen horizontalen Reliefstruktur, ist eine Idee, die ich vor ungefähr 1 1/2 Jahren hatte.

Schnitt Holzfassade
Holzfassade mit Unterkonstruktion und Fensterdetail

Die verschieden hohen Holzlatten, 5/10/15 und 20 cm, in unregelmässiger Reihenfolge waren die Grundlage für die Holzfassade. Die rohe und starke Umgebung mit Felsen, Wald und Hügeln, war Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Fassade.
Die Idee, die verschieden hohen Holzlatten in der Tiefe zu versetzen, entstand während einer Entspannungsphase meinerseits. Durch das Versetzen der Latten in der Tiefe entsteht eine Reliefstruktur, die dem Haus Kraft gibt und dadurch Teil der Umgebung wird. Fragen fangen an sich im Kopf zu kreisen: Sieht das Ganze ausserhalb meines Vorstellungsvermögens genau so gut aus? Ist die Idee ausführbar? Was kostet es? In solchen Momenten bin ich sehr angespannt (das ist schön) und ich denke nur noch an «meine» Idee!

Die ersten Besprechungen mit Unternehmer zeigten, dass die Idee nicht ganz einfach umzusetzen ist: Wie kann liegendes Wasser verhindert werden? Wie ist die Unterkonstruktion ökonomisch auszuführen? Keiner der angefragten Unternehmer hatte bis anhin eine solche Fassade ausgeführt!

Mit der Firma Aregger Holzbau aus Eschenbach, ausführender Unternehmer, wurde ein Partner gefunden, welche die Details so weit entwickelte, dass die Holzfassade ästhetisch, konstruktiv und ökonomisch den Vorstellungen aller gerecht wurde.

Ein ungewohnter Lösungsansatz ist immer eine Herausforderung für alle Beteiligten. Bauherr, Baumanagement, Unternehmer und Bauleiter, müssen mit Freude und Überzeugung solche Entwicklungen begleiten, damit das Erdachte räumlich verwirklicht werden kann. Denn genau eine solche Idee kann den Unterschied ausmachen!

MoMA Store at Home

In zwei Monaten sind die Weihnachtstage bereits vorbei, die Zeit scheint jedes Jahr schneller zu vergehen! Nicht jeder kann seine Weihnachtsgeschenke in New York besorgen. Wer das Privileg besitzt, sollte nebst einem Besuch im Museum of Modern Art (MoMA) in Midtown Manhattan, unbedingt den MoMA Design Store im Soho, an der Ecke Spring Street und Crosby, aufsuchen. Der MoMA Design Store Soho bietet bessere Auswahl an Design-Gebrauchsgegenständen an, ebenso die Bücher-Abteilung im Untergeschoss ist interessanter, als die der beiden Shops an der 53 Street beim Museum. Der Besuch eines Museum Shops ist bereits eine Reise wert!

Mein Einkaufsgeschenktipp sind die Tischsets von der New Yorker Designerin Sandy Chilewich, diesen Herbst die neue „Dot Print Placemat, Brown Green“ Kollektion. Für alle, die die Möglichkeit nicht haben, nach New York zu reisen, um Christmas Shopping zu tätigen, können bequem alle schönen Dinge direkt über Internet bestellen. So bleibt einem die Entscheidung erspart, welchen von den drei MoMA-Shops Mann und Frau in Manhattan besuchen sollten, könnten oder müssten, wenn die «Zeit» reicht!

Strassen-Architekten …

Audrey Matlock Architects – 141 West Broadway

Wie alles in New York, sind auch die Architekten etwas extrovertierter als in Europa.

In Tribeca habe ich zwei Architekturbüros gesehen, Audrey Matlock Architects und Nicholas Grimshaw & Partners New York Office, beides renommierte Firmen, welche in ehemaligen Verkaufsläden ihre Arbeits- und Sitzungsräume eingerichtet haben.

So kann man durch das Schaufenster direkt den Architekten beim Arbeiten zusehen. Das kommt der Idee von New York doch sehr entgegen, offen für Neues, sich zeigen und sehr schnell zu sein.

Ohne Architekt!

Restaurant Province Chinese Canteen – Church and Walker Street

Das Restaurant Province Chinese Canteen in New York an der Church und Walker Street in TriBeCa wurde mit einfachsten Mitteln realisiert.

Die Inneneinrichtung ist mit handelsüblichen Holzplatten ausgestattet. In den vertikalen Flächen wurden in unregelmässigem Abstand Löcher in die Holzplatten gebohrt. Die Löcher bilden von der Strasse her einen Blickfang und geben dem Innenraum die nötige Leichtigkeit. Neben der gelungenen Innenarchitektur überzeugt auch das Essen und die Musik, manchmal Pink Floyd, was die Locharchitektur noch zusätzlich unterstützt!

Interessant: Das ganze wurde ohne Architekt realisiert!

Verpasste Chance …

Es wird nun gebaut am Ground Zero. Lange war nicht klar wer, was und wo baut. Doch nun scheint es definitiv, die Stahlträger für den Freedom Tower werden produziert, das Stück bis zu 20 Tonnen schwer!

Links Arbeiten an den Fundamenten für den Freedom Tower

Es gibt sicher jegliche Superlative für dieses Projekt, doch städtebaulich sind mir beim besten Willen keine Qualitäten aufgefallen. Santiago Calatrava baut den neuen Transportation Hub. Architektonisch interessant, doch ohne Bezug zu seiner alten und neuen Umgebung. Der Freedom Tower, ursprünglich von Daniel Liebeskind geplant, ist vom Hausarchitekten des Besitzers David M. Childs, Skidmore, Owings & Merrill Architekten zu einem beliebigen Design Objekt degradiert worden. Die weiteren Architekten, Norman Foster Tower 2, Richard Rogers Tower 3 und Fumihiko Maki Tower 4 machen im gleichen Stil weiter. Jeder versucht, für sich selber ein Denkmal zu setzen! New York hatte städtebaulich mit dem alten Word Trade Center, Tower 1 und 2 einen perfekten Abschluss in Downtown Manhattan. Die beiden Gebäude bildeten zusammen ein wunderbares Komposit und ordneten mit ihrer Klarheit und Grösse die ganze nähere Umgebung.

Als ich am Samstag am Ground Zero gewesen bin, war ich enttäuscht. Hatte ich doch immer wieder gehofft, dass bei den vielen Projektänderungen die grosse Chance genutzt wird.

Das erste «grüne» Hochhaus in Manhattan

The New York Times Building – 8th Avenue between 40th and 41st Streets

Die New York Times baute sich ein Bürohochhaus, welches der heutigen Zeit gerecht werden sollte. Renzo Piano hat auf die übliche Glasfassade eine zweite Haut aus vorgehängten Keramikscreens gelegt, die die Büros vor starker Aufwärmung schützen sollen. Mit den runden Keramikröhrchen kann nach Angaben des Bauherren 50% an Kühlenergie eingespart werden. Neben dem Energiespareffekt erzeugen die Keramikröhrchen eine besondere Mischung aus Reflexion und Transparenz, welche wechselnde Licht- und Wetterstimmungen auf dem Hochhaus sanft abbilden.

Turning out side in

Subway Line S

Gestern, als ich die Subway Line S vom Time Square nach Grand Central nahm, sah ich das erste Mal grossformatige Werbung im Wageninnern.

Wände, Decke und Sitzbänke sind für eine neue TV-Serie mit dem Namen «Chuck» von NBC beschriftet und mit den Hauptdarsteller bebildert.

Werbung im öffentlichen Raum, der sich niemand entziehen kann. Man sitzt in der «Klemme»

A Daily Dose of Architecture

John Hill

Der New Yorker Architekturstudent John Hill schreibt fast täglich, seit drei Jahren, in seinem Blog über seine architektonischen Entdeckungen. Sein Blog ergänzt er mit vielen interessanten Links zum Thema Architektur, Kunst, Städtebau und anderem. Ein Hub von Information rund um die Architektur!

Europäischer Tag des Denkmals

Der Denkmaltag 2007 widmet sich dem Thema Holz. Am 8. und 9. September sind in Europa verschiedene private und öffentliche Gebäude zugänglich. Es machen 48 Länder mit. In der Schweiz werden die Besichtigungen von den eidgenössischen, kantonalen und städtischen Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie organisiert.

Ein Holzhaus, das mir besonders gut gefällt, befindet sich auf der Rigi Scheidegg und wurde von den Architekten Fuhrimann Hächler Zürich gebaut. Es kann am Samstag, den 8. September von 14:00-17:00 Uhr besichtigt werden. Sicher ein schöner und inspirierender Herbstausflug!