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Die Zukunft der urbanen Mobilität: 20 Zoll oder 29 Zoll?

Ich habe seit zwei Jahren ein Tourenfahrrad so wie ein Elektroauto. Zwei Möglichkeiten von Mobilität, mit der ich meine Pendlerstrecke von 10 km in eine Richtung bewältigen kann. Da mein Arbeitsweg einer optimalen Fahrradstreckendistanz entspricht, habe ich mir vorgenommen, dass ich jedes Jahr 50x mit dem Fahrrad zur Arbeit pendle.

Das 29 Zoll Rad ist im urbanen Verkehr im Vorteil – im direkten Vergleich mit den 20 Zoll Räder! GIF-Foto: Roger Kaufmann

Ich kann mich noch gut an meine Studienzeit erinnern, wo wir im Fach Raumplanung über den PW-Verkehr und seine Emissionen gesprochen haben. Das Thema «Saurer Regen» war auch anfangs der 90-er Jahre sehr präsent. Ich war klar der Auffassung, dass das Auto in Zukunft hinsichtlich Umweltbelastung keine Rolle mehr spielen wird, jedoch im urbanen Umfeld verschärft durch Staus und Parkplatzsuche eine räumliche Herausforderung darstellt. Bezüglich Umweltbelastung war ich auf der Zeitachse etwas zu optimistisch, was den technologischen Fortschritt der Batterie betrifft und der bewusst zögerlichen Herangehensweise der deutschen Automobilindustrie im Bereich Elektromobilität, siehe auch Brand eins Nr. 4/21: Besser spät als nie. Seit Anfang dieses Jahrzehnts zeigt sich deutlich, wohin die automobile Zukunft geht. Emissionen, welche von Autos kommen, werden künftig eine immer kleinere Rolle spielen. Themen wie Kreislaufwirtschaft, Solarstrom und Power-to-Gas werden immer präsenter. Ist das Auto also doch nur noch ein raumplanerisches Thema?

Mit meinen jährlich 50 Velofahrten ins Büro – entspricht 1’000 km – reduziere ich meine automobile Pendler-Präsenz um 20 Prozent. Neben dem räumlichen Nutzen, welches mein Verhalten gegenüber der Allgemeinheit mit sich bringt, sind die gesundheitlichen Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Der VCÖ mit Sitz in Wien hat ausgerechnet, dass durch regelmässiges Fahrradfahren bis zu 1’300 Euro an Gesundheitskosten pro Person und Jahr eingespart werden kann.

Es reicht heute im urbanen Umfeld nicht mehr mit einem nachhaltigen Auto unterwegs zu sein, ebenso ist der räumliche Aspekt gebührend zu berücksichtigen bei der Wahl der Radgrösse! Man stelle sich vor jeder, dem es beruflich möglich ist, macht 1x die Woche Homeoffice und alle anderen fahren 1x wöchentlich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Mit dieser kleinen Anpassung der persönlichen Gewohnheiten kann viel betreffend unnötiger Verkehrsstaus und der dazugehörenden Stresssituationen verändert werden. Wenn jeder bereit ist, seine Gewohnheiten hinsichtlich persönlicher Pendler-Mobilität zu überdenken, könnte künftig bestimmt auf die eine oder andere Umfahrungsstrasse verzichtet werden.

In der aktuell angenehm warmen Jahreszeit entscheide ich mich so oft wie möglich für die 29 Zoll und brause dann vergnügt vom Nordpol herkommend der Reuss entlang Richtung Luzern!

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