Die aktuelle Reportage «Bauen mit Weitsicht» mit Text von Katrin Montiegel und Fotos von Bruno Helbling stellt das Haus am oberen Zürichsee mit dem nicht alltäglichen Betonelement-Pool, bestehend aus 43 verschieden grossen Betonelementen mit einem Gewicht von bis zu 2.4 Tonnen das Stück, auf über zehn Seiten ausführlich mit vielen Fotos, Text und Plänen vor.
Viele Projekte, die man als Architekt entwirft, landen im Papierkorb – viel Herzblut für nichts!? Nein. Ein Projekt, das nicht zur Ausführung kommt, ist nicht vergebens. Jeder neue Entwurf baut auf vergangenen Entwurfserfahrungen auf, die einem bei einem nächsten Projekt einen Schritt weiter bringen. Natürlich ist die Enttäuschung jedes Mal gross, wenn man sich wochenlang mit einem Entwurf beschäftigt hat und dann ein Projekt aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zur Ausführung kommt.
Entwurf für einen Pavillon an Villa in Bassersdorf – Realisation noch nicht sicher…
Was können mögliche Gründe sein, die ein Projekt scheitern lassen: Einsprachen, die Kosten oder einen zweiten Platz an einem Wettbewerb, um nur einige wenige aufzuzählen. Ohne die totale Identifikation mit einer Entwurfsaufgabe ist gute Architektur nicht möglich. Trotzdem muss man es aushalten, wenn viele Entwürfe nie zur Ausführung kommen. Es ist vielfach schwierig, diese Tatsache nüchtern zu betrachten, ohne daran zu zerbrechen, was dann oft dazu führt, dass man als Architekt spezielle Charaktereigenschaften entwickelt, wie Dickköpfigkeit, Tendenz zum Egozentriker oder Idealismus, damit man es trotz allem schafft, überdurchschnittliche Architektur zu realisieren, gegen oft unüberwindbar scheinende Wiederstände.
Sicher gibt es komfortablere Berufe als Architekt, bezüglich Aufwand und Ertrag. Sobald jedoch der Beruf Architekt zur Berufung wird, spielt der Aufwand nicht mehr die Hauptrolle, was oft eine Gratwanderung ist …
Das Buch «Glück und Architektur» von Alain de Botton war bei mir nicht auf der Liste zum Lesen. Ich habe ein paar Rezensionen über das Buch überflogen, das 2008 auf Deutsch erschienen ist, und hatte das Gefühl, was in diesem Buch steht, wisse ich doch schon lange. Bis mich meine ehemalige Mitarbeiterin letzten Frühling auf das Buch aufmerksam machte, und meinte, ich solle das Buch trotzdem lesen. Das Buch wäre ideal für unsere Bauherren, damit sie uns besser verstehen … Das hat mich dann natürlich neugierig gemacht.
Im ersten Kapitel «Die Bedeutung der Architektur» bringt de Botton eine aufschlussreiche Aussage über Architektur, die von Ludwig Wittgenstein stammt. Dieser gab für drei Jahre die Lehrtätigkeit auf, um seiner Schwester in Wien ein Haus zu bauen. «Wenn Du findest, Philosophie sei schwierig», schrieb der Verfasser des Tractatuslogico-philosophicus, «dann lass Dir gesagt sein, dass sie nichts im Vergleich zur Mühe ist, die es verlangt, ein guter Architekt zu sein.» Eine schmeichelhafte Aussage für jeden Architekten, welche die Funktion eines Architekten deutlich unterstreicht.
Im vierten Kapitel «Ideale des Daheimseins» beschreibt de Botten, warum uns die «abstrakte» oder «realistische» Kunst gefällt. Er nimmt Bezug auf den Kunsthistoriker Wilhelm Worringer, der sagt, dass Gesellschaften, die schon vieles erreicht haben und dadurch ein geordnetes Leben führen können, eher von der realistischen Kunst angezogen sind – also vom Gegenteil dessen, was man im Leben schon hat. Umgekehrt sollen Menschen, die in Gesellschaften leben, wo es hektisch zu und her geht, von der abstrakten Kunst angezogen sein. Mit dieser Betrachtung habe ich Mühe. Ich denke, es ist eher eine Frage der Auseinandersetzung mit der Kunst. Die «realistische» Kunst liegt uns näher, da wir die Motive aus unserem Leben kennen und so gut vergleichen können. Die «abstrakte» Kunst verlangt eine neue Ebene der Betrachtung, denn die «abstrakte» Kunst bietet keine Vergleichsmöglichkeiten aus unserem Leben.
In sechs Kapiteln wird anschaulich beschrieben, was ein schöner Kunstgegenstand oder ein schönes Möbel, ein gelungener Raum, ein gut proportioniertes Haus oder eine gelungene Stadt oder schöne Landschaft ausmacht. Das Buch sensibilisiert das Bewusstsein gegenüber Architektur & Kunst auf unterhaltsame Weise.
Alles in allem ein gelungenes Buch für unsere Bauherren, um sich bewusster mit Architektur & Kunst auseinander zu setzen.
Ich besuchte diesen Herbst die Ausstellung «Practical Utopias» im «Center For Architecture» in New York, welche noch bis zum 18. Januar 2014 läuft. Mich hat weniger der gedankliche Inhalt der Ausstellung mit dem Titel «Praktische Utopien» begeistert. Nein; die sechs exakt gleich grossen Stadtausschnitts-3D-Printing Modelle im Maßstab 1:5000, von NRI gesponsert, hatten es mir angetan. New York, Hongkong, Seoul, Shanghai, Singapore und Tokyo im direkten Vergleich bezüglich städtischer Verdichtung! Die Modelle haben mich an meine Studienzeit erinnert, als wir über den Stadtplan von Venedig jenen von Manhattan gelegt haben und so zwei Weltstädte aus verschiedenen Epochen städtebaulich vergleichen konnten.
Ich habe inzwischen vier der sechs oben aufgeführten Städte sowohl räumlich als auch inhaltlich erlebt: New York, Hongkong, Shanghai und im Jahr 2025 Tokio. Es wird ja immer wieder gesagt, dass Shanghai oder eine andere asiatische Stadt Manhattan in den nächsten Jahren als Hauptstadt der Welt ablösen wird. Als ich die Modelle betrachtete – der Modellausschnitt entspricht einer Grösse von 1.6 x 1.6 Kilometer und wurde jeweils im dichtesten Teil der Stadt gewählt – bestätigten sich meine Beobachtungen von Reisen deutlich: Keine der fünf asiatischen Städte hat bezüglich baulicher vertikaler Verdichtung auch nur den Hauch einer Chance, in den nächsten Jahren New York City als Hauptstadt der Welt abzulösen, siehe Fotos auf der linken Seite, welche ich in der Ausstellung geschossen habe. Je grösser der Grauanteil in den jeweiligen Modellfotos, um so grösser ist die vertikale Verdichtung.
Vertikale Verdichtung ist für eine zukünftige Hauptstadt der Welt ein zentrales und essenzielles Element. Ein spannungsvoller Mix aus Dienstleistung, (Sub-)Kultur, Tourismus und Wohnen kann nur entstehen in genügender baulicher Dichte. Verdichtung steht ja auch für «sich auf das Wesentliche zu konzentrieren». Es braucht physische Dichte, damit sich ein Ort inhaltlich überdurchschnittlich entwickeln kann. Natürlich reicht bauliche Verdichtung bei weitem nicht, wenn die politische Situation nicht genügend ist …
Was heisst Verdichtung in Bezug auf die Einwohner für die sechs erwähnten Städte: Die erste Zahl, siehe untenstehender Abschnitt, steht für die Einwohner der jeweiligen Metropolregion. Die zweite Zahl steht für die Einwohner der politischen Stadt und die dritte Zahl steht für die Einwohnerdichte pro Quadratkilometer und gibt auch Aufschluss über die vertikale Verdichtung der jeweiligen politischen Stadt:
New York 19.5 / 8.2 Millionen / 12’731 Einwohner pro m2 – Hongkong 10.0 / 7.1 Millionen / 6’396 Einwohner pro m2 – Seoul 23.8 / 9.8 Millionen / 16’175 Einwohner pro m2 – Shanghai 24.8 / 15.1 Millionen / 3’630 Einwohner pro m2 – Singapore 5.3 Millionen / 7’126 Einwohner pro m2 – Tokio 35.6 / 9.1 Millionen / 14’508 Einwohner pro m2
Eine eindrückliche Zahl bezüglich vertikaler baulicher Verdichtung sind die 27’475 Einwohner pro Quadratkilometer in Manhattan, die deutlich aufzeigt, warum New York City Hauptstadt der Welt ist. Manhattan grenzt sich räumlich als Insel klar von den restlichen vier Stadtteilen ab, in einer Grösse, die überschaubar ist. Die Insel ist 21,6 Kilometer lang und zwischen 1.3 und 3.7 Kilometer breit, nicht zu gross und nicht zu klein. Manhattan ist Konzentration pur und auf Felsgrund gebaut!
Übrigens: In der Stadt Luzern wohnen nur 2’700 Personen pro Quadratkilometer, es hat also noch genügend Platz – ohne, dass wir in Luzern Hochhäuser bauen müssen; siehe auch Post vom 3. Juni 2013 Hochhäuser in und um Luzern?
Der «Four Freedoms Park» liegt südlich auf Roosevelt Island, einer kleinen Insel im East River, zwischen Manhattan und den Queens. Ich wollte schon lange einmal nach Roosevelt Island gehen, nur schon wegen der Luftseilbahnfahrt … ein MUST! Zusätzlich gibt es seit einem Jahr für einen Architekten einen zusätzlichen Grund die Insel zu besuchen: den «Four Freedoms Park». Er wurde nach den Plänen von Louis L. Kahn letzten Herbst fertig gestellt – 38 Jahre nach seinem Tod in der Pennsylvania Station in New York.
Es ist mein erster Kahn-Bau, den ich am ersten Oktober- Samstag dieses Jahres besuchte. Ein Kahn, wie ich ihn erwartet habe: Kräftig, archaisch und monumental, der Bauaufgabe entsprechend. Ein gelungener Platz in New York vis-à-vis von Midtown Manhattan, mit seinem hochverdichteten Stadtzentrum und dem UN-Hauptquartier, mit dem Hochaus nach den Plänen von Le Corbusier und Oscar Niemeyer, am East River gelegen.
Tramway zwischen der 59th Street und Roosevelt Island – unten links Queensboro Bridge
Die Grundform des Parks ist ein gleichschenkliges Dreieck. Den Auftakt macht eine ca. 40 Meter breite monumentale Treppe mit einer Höhendifferenz von ungefähr 3,5 Meter, welche auf der Symmetrieachse liegt und die Breite der halben Basis des gleichschenkligen Dreiecks beansprucht.
Hat man die Treppe mit ihren 25 Granitstufen überwunden, steht man direkt gegenüber der Bronzebüste von Franklin D. Roosevelt, ungefähr 150 Meter entfernt! Die Büste hat eine Höhe von 2 Meter, sie wirkt wie ein Fluchtpunkt. Die perspektivische Wirkung wird verstärkt durch die zweiseitige Lindenbaum Allee, welche die dreieckige Rasenfläche zweiseitig räumlich abschliesst. Auf jeder Seite zum East River stehen 60 Lindenbäume. Die Rasenfläche, 100 Meter lang, ist leicht abfallend in Richtung Süden, wo der «Room» den Park abschliesst.
«Four Freedoms Park» Lindenbaum Allee – rechts das UN-Scheibenhochhaus.
Der «Room», eine quadratische Fläche von 18,3 Meter Seitenlänge, ist das Herz des Denkmals, welches dreiseitig gerahmt wird von kräftigen Granitstein-Mauern, mit einer Höhe von 3,50 Meter. Auf der vierten Seite, nach Süden, ist der «Room» offen mit Blick auf den Fluss.
Zurück kann man eine der beiden Rampen nehmen, direkt am East River, welche die Schenkel des Parks bilden, und das Monumentale des «Four Freedoms Park» räumlich erfahrbar machen. Ein Ort der Kraft!
Wie viel von der «Vier Freiheiten»-Rede – Redefreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not, Freiheit von Furcht – von Franklin D. Roosevelt vom 6. Januar 1941 übriggeblieben ist, diese Frage kann ein Park nicht beantworten, jedoch daran erinnern, dass es sie gegeben hat …
«Größter deutscher Seehafen, Stadt mit den meisten Brücken europaweit, Tor zur Welt: Hamburg hat viele Titel und Gesichter. Die mit rund 1,7 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Deutschlands ist vielseitig und bietet mit großen Grün- und Wasserflächen und breitem Kulturangebot eine hohe Lebensqualität.»
Man kann es aber auch anders sagen. Hamburg ist nicht nur Hafenstadt, Kultur- und Tourismuszentrum, sondern weit mehr als das. Eine Stadt der Gegensätze mit unverwechselbarem nordischen Charme und enormer Anziehungskraft. So konnten auch wir nicht widerstehen und organisierten unseren Büroausflug 2013 in die Stadt an der Elbe. Vier Tage lang eroberten wir im September die Architektur- und Stadtlandschaft der Hansestadt. Unser Hamburg-Programm enthielt dabei eindrückliche Abstecher, unter anderem an den Hafen, den Elbstrand, in die Altstadt, die Hafen City und die City Nord. Neben Bauten von damals und heute und grossräumigen Parkanlagen hat uns aber auch die kulinarische Vielfalt der Stadt beeindruckt. Facettenreiche Restaurants, Cafés und liebevoll geführte Läden überraschen in jeder Stimmungslage. Besonders ist uns dabei die Liebe zum Detail bei der Gestaltung von Räumlichkeiten und Waren sowie die damit verbundene Leidenschaft in Erinnerung geblieben.
Café Paris, Glasbausteine in der Bel Étage – Foto: Ursula Bünter-Fölmli
Die nordische Rauheit der Hamburger steht hier auch für ihre unverfälschte Art, die sich in vielen Ecken der Stadt wiederfinden lässt. So zum Beispiel im Café Johanna; im Herzen von St. Pauli. Ein szeniges Café mit gemütlichem Ambiente und viel Herzblut, sowohl beider Gestaltung als auch im Service und der Speisekarte. Auch das Café Paris in der Rathausstrasse im Zentrum der Stadt verwöhnt seine Gäste mit eindrucksvollen Frühstücksmenüs. Hinter dem stilvollen, französisch anmutenden Café aus dem 19. Jahrhundert verbirgt sich eine im Jahr 2000 umgebaute ehemalige Schlachterei. Die Gestaltung der Innenräume versetzt seine Gäste in eine liebevoll inszenierte Pariser Caféhauskulisse. Ein gelungener Ort, das Sonntagsfrühstück ausgiebig zu geniessenund dabei von der grossen, weiten Welt zu träumen.
Die Nähe zum Meer und der Hafen als Tor zur Welt charakterisieren den Charme der Strandperle. Beeindruckende Ausblicke auf einfahrende Containerschiffe bei Astra und Fischbrötchen belohnen den geduldigen Spaziergänger am Elbstrand. Die Vielseitigkeit und Leidenschaft der Hamburger Gastronomie lässt sich aber auch in anderen Bereichen der Stadtlandschaft wiederfinden. So kann man die gesehene Architektur, nicht nur die der Stadt Hamburg selbst, bei Sautter+Lackmann, einer authentischen Buchhandlung im Hamburger Zentrum, in gebundener Form zum Mitnehmen einpacken lassen. Diese wenigen Highlights stehen hier aber nur exemplarisch für die unzähligen Eindrücke, die wir neben einer imposanten Architekturkulisse mit zurück in den Arbeitsalltag nehmen konnten. «Hamburg – meine Perle», eine Erinnerung, die vor allem ich nach meinem Semester im Herbst 2012 an der Hafen City Universität mitgenommen habe, hat sich einmal mehr bestätigt und hoffentlich auf alle Mitreisenden übertragen.
Der von Markus Ganz gewählte Titel «Nur der Verputz ist kratzbürstig» trifft die Idee des Hauses gut! Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Dritte eine Entwurfsidee wahrnehmen. Die Fotos von Bruno Helbling komplementieren den Beitrag sehr schön.
Weitere Fotos von Bruno Helbling zum Objekt in Rieden SG werden im kommenden Frühling in einer vom Schweizer Magazin «Raum und Wohnen» geplanten Architekturreportage zu sehen sein, wo das Haus Stigler von Redaktorin Katrin Montiegel in einem mehrseitigen Bericht detailliert beschrieben und vorgestellt wird.
Seit die Satellitenaufnahmen von Google und anderen jedem leicht zugänglich sind (siehe auch Post vom 8. Januar 2009 «Google Earth und die fünfte Fassade …»), ist Architektur aus einer neuen Perspektive erlebbar. Heute kommt eine zusätzlich Dimension dazu: Luftbilder von Drohnen, welche von Privatpersonen realisiert werden.
Das Drohnenvideo «The Stigler House» wurde von Jens Margraf, einem Freund der Bauherrschaft, realisiert. Es ist faszinierend, das Haus aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Über den Pool zu gleiten, das Dach – die fünfte Fassade – zu überfliegen und der Fassade auf Augenhöhe gegenüber zu «stehen».
Drohnen können auch für sinnvolle Aufgaben eingesetzt werden …
Im Frühlingssemester diesen Jahres habe ich das Architekturstudium an der Hochschule Luzern im Fachbereich Technik und Architektur abgeschlossen. Die Entwurfsaufgabe der Masterthesis umfasste die Planung eines Hotels in einem stillgelegten Steinbruch zwischen Gersau und Brunnen. Die touristische Erschliessung und die damit verbundene Schaffung einer ortsspezifischen Identität erforderten eine direkte Auseinandersetzung mit der Charakteristik des Steinbruchs und seiner Umgebung. Die Aufgabe beinhaltete einen konzeptionellen Entwurf in den Bereichen Struktur, Material und Energie, sowie deren zum Verständnis notwendige Darstellung in Plänen, Modellen, Texten, Bildern und Schemen. Meine Annäherung an die Aufgabe erfolgte über eine detaillierte Ortsanalyse, sowie die Erarbeitung eines architekturtheoretischen Themas als Grundlage des Entwurfskonzepts. Die vorausgehende theoretische Betrachtung mit dem Schwerpunkt auf dem Klang in der Architektur war Basis meiner Projektentwicklung. Sie resultierte aus der eindrücklichen Atmosphäre bei der ersten Bauplatzbegehung. Die natürliche Klangkulisse Steinbruchs ist bestimmt vom Rauschen des Wasser mit wechselnder Intensität je nach Witterungslage, dem Pfeifen des Windes vom See her und den Geräuschen des Berges. Das leise Tropfen, das Rieseln von kleineren Steinen, das Knacken der Pflanzen, die sich ihren Lebensraum zurückerobern, offenbaren sich dem Besucher bei genauem Zuhören. Dazu gesellt sich eindrücklich das menschliche Stimmengewirr, dass an der massiven, glatten Felswand reflektiert wird. Je nach Jahreszeit verändert sich der Klang des Steinbruchs. Im Sommer kommen die Geräusche des Schifffahrttourismus hinzu. Das Horn des Schiffs erfüllt den angrenzenden Landschaftsraum, die Klänge von Seglern und Wassersportlern gesellen sich dazu. Auch die gedämpfte Akutstik im Winter durch den schneebedeckten Boden, wechselt sich mit einer helleren, intensiveren Klangkulisse im Sommer ab. Die klangliche Phänomenologie des Steinbruchs, sein sich wechselnder Klang, bildet die Grundlage des Entwurfs. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit dem Genius Loci des Steinbruchs und dem bewussten Umgang mit Klang, als Teil der lokalen Qualität und Mittel zur Verortung.
Die Form des Zylinders (Projektdoku – 17.3 MB), ähnlich einer Klangröhre resultiert aus dem Interesse den örtlichen Klang zu integrieren. Der Zylinder übernimmt dabei die Aufgabe, die Klänge einzufangen, zu reflektieren, zu filtern und zu verstärken. Hinzu kommt die Funktion eines Klangkörpers aus sich selbst heraus als akustische Inszenierung an diesem Ort. Die Aufgabenstellung ein Hotel im Steinbruch zu errichten bildet den räumlichen und akustischen Rahmen dazu. Der Ausdruck des Steinbruchs, visuell und akustisch, bedingen die Idee einen Rückzugsort zu schaffen, einen Ort der Kontemplation, Entspannung und Konzentration. Zusätzlich zur vorgegebenen Hotelnutzung, werden längerfristig nutzbare Wohn- und Atelierbereiche bereitgestellt. Die Kombination aus kreativem Arbeiten, Erholen und dem Wunsch nach Rückzug an diesem Ort ermöglichen eine zusätzliche Steigerung der örtlichen Klangwelt. Zu den natürlichen Klängen gesellen sich die Geräusche der Gäste, durch ihre Schritte, ihr Schaffen und ihr Verweilen. Das Hotel im Steinbruch schafft sich seine eigene Klangwelt aus den bereits vorhandenen örtlichen Klängen und dem Klang seines Gebrauchs und ermöglicht durch gezielte Eingriffe unterschiedliche akustische Eindrücke. Der Gast erfährt das Gebäude und den Ort an dem es verwurzelt ist durch das Zuhören.
Nein – das ist kein neues Apple-Produkt … Es ist eine ganz gewöhnliche Seifenschale. Schon lange wollte ich von dem üblichen Seifenspender auf sinnliche Naturhandseife in Bad und Küche umstellen. Jedoch musste ich lange suchen, bis ich eine praktische und schöne Seifenschale gefunden hatte. Die wertigen Naturseifen sollten nicht direkt in einer Schale im Wasser liegen, wo sie nur schlecht trocknen und so schnell Schaden nehmen. Eine durchdachte Seifenschale muss einen Rost haben, damit die kostbaren Seifen von unten Luft bekommen und so gut trocknen können.
Das Modell Birillo von Alessi erfüllt alle Kriterien, was eine funktionale Seifenschale ausmacht und ist auch noch schön. Dem Architekten, Grafiker und Designer Piero Lissoni aus Italien ist ein funktionaler und unaufdringlich Entwurf gelungen, welcher in jedes Bad und/oder Küche passt.