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Baustellen-«Kunstverpackung» von Yayoi Kusama im Meatpacking District

In New York entsteht ein neues Luxux-Apartmenthaus mit dem Namen 345 Meatpacking. Die 37 Wohnungen, verteilt auf 10 Stockwerke plus Eingangsgeschoss, werden hinter einer «Kunstverpackung» der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama versteckt hochgezogen.

Manhattan Ecke 14th Street und 9th Avenue – Foto: pat

Die architektonischen Erwartungen bezüglich Bauprojekt sind natürlich entsprechend der gelungenen Verpackung hoch, welche übrigens nonstop von Passanten fotografiert wird.

Tipp: Aktuell gibt es im Whitney Museum of American Art in New York eine Ausstellung mit der Künstlerin Yayoi Kusama, wo das dreiteilige Werk «Yellow Trees» aus dem Jahr 1994, welches als Vorlage für die «Kunstverpackung» diente, auch zu sehen ist.

Sanierung Schulhaus Krauer Kriens in Coviss Ausgabe September 2012

Schulhaus Krauer Putzstrukturen – Foto: Ursula Ochsenbein

In der aktuellen Ausgabe von Coviss berichtet Gregor Eigensatz unter dem Titel «Strukturgebende Putzsubstanz ersetzt Sichtbeton» über die markanten Putzstrukturen des Krauer Schulhaus in Kriens, welche speziell in Zusammenarbeit mit Jörg Niederberger Farbkonzepter aus Büren / NW für die Sanierung der Fassaden entwickelt worden sind.

Der Coca-Cola-Musik-Pavillon an den Olympischen Spielen in London

Der Pavillon kurz vor der Fertigstellung am 30. Juni, es wird auch am Samstag gearbeitet…

Wie schon im Post vom 7. Juli 2012 «Besuch des Olympia Parks in London» berichtet, ist der Coca-Cola-Pavillon das architektonische Highlight an den Olympischen Spielen 2012 in London. Ich hatte die Gelegenheit, den Musik-Pavillon dank August Keller einen Monat vor der Eröffnung zu besichtigen. Er war der Projektverantwortliche für den Pavillon, der durch die Firma Nüssli aus Hüttwilen realisiert worden ist.

Die Fassade des Pavillon besteht aus 230 ETFE-Kissen. Jedes der Kissen – Grösse 1 x 5 Meter – hat eine andere Position und Neigung in der Fassade. Das bedeutet sehr hohe Anforderungen an die Planung und Montage, da jeder Aufhängepunkt anders ist. Vierzig dieser Kissen sind interaktive Klangkissen, in welche sowohl ein Tiefton-, als auch ein Hochton-Lautsprecher eingebaut ist. Damit die interaktiven Klangkissen zum Tönen gebracht werden können, sind sie mit einen Bewegungssensor ausgestattet. Dieser reagiert je nach Programmierung ab ca. 30 cm Abstand bis zur endgültigen Berührung und spielt zusammen mit einem LED-Blitzlicht verschiedene vorgegebene Tonschlaufen über die integrierten Lautsprecher ab. Zusammen mit der stets laufenden Grundmelodie, komponiert von Mark Ronson, ergeben sich so unzählige variierende Musikstücke. Alle 230 Kissen können zusätzlich mit weissem oder rotem LED-Licht illuminiert und in der Nacht zum Strahlen gebracht werden. Diese besonderen Membran-Kissen wurden von der Basler Firma iArt in nur einem Monat Entwicklungszeit realisiert und sind in jedem Fall einen Ausflug wert.

Besuch des Olympia Parks in London

Letztes Wochenende hatte ich die Möglichkeit, den Olympia Park in London Stratford einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele 2012 zu besichtigen. Die Sportstätten mit den zugehörigen Erschliessungen sind schon länger fertig. Was noch nicht ganz fertig war, sind die Firmen-Pavillons von BMW, EDF und Coca Cola.

Den Bodenbelag aus verschiedenfarbigen kreisrunden Tartan-Elementen in der

Der Coca-Cola-Pavillon ist für mich architektonisch das grösste Highlight an den Olympischen Spielen in London. Das junge Architektenpaar Pernilla & Asif’s aus London überrascht mit einer interaktiven musikalischen Fassade mit dem Namen «A building with a beat».

Leider darf ich im Moment nicht mehr über den Pavillon verraten … werde jedoch am Freitag 27. Juli, wenn die Olympischen Spiele 2012 eröffnet sind, einen Post über den Coca-Cola-Beatbox-Pavillon publizieren, mit intressanten Hintergrundinformationen.

Zweitwohnungsinitiative …

Die Volksabstimmung zur Zweitwohnungsinitiative vom 11. März 2012 hat es deutlich zu Tage gebracht; viele Stimmbürger sind mit der Direkten Demokratie überfordert. Bei einer so komplexen und offen vorgelegten Vorlage bezüglich Umsetzung wie die von Initiant Franz Weber stellt sich die Frage: Sollen wir über Initiativen abstimmen können, welche betreffend Umsetzung nicht auf Machbarkeit geprüft worden sind? Es ist drei Monate nach der Abstimmung immer noch nicht klar, ab wann die Initiative in Kraft tritt. Für mich sind das unhaltbare Zustände für ein Land wie die Schweiz, wo die Rechtssicherheit so gross geschrieben wird. Es wird immer mehr zur Mode, Initiativen zu lancieren, welche sehr populistisch daher kommen und nicht oder nur schwer umsetzbar sind. Auffallen um jeden Preis, scheint die Devise gewisser Parteien und Organisationen zu sein, der schnelle Erfolg zählt, die nächsten Wahlen stehen ja bereits wieder an.

Dass die Landschaft geschützt werden muss, steht ausser Zweifel, siehe auch Blogbeitrag vom 23. November 2010: Zersiedlung Schweiz – 500′000 neue Wohnungen ohne einen Quadratmeter zusätzliches Bauland! Nur ist es leider der völlig falsche Weg, wie es die Gruppe um Franz Weber will. Die Annahme der Initiative mit 50,63 Prozent Ja-Stimmen zeigt, wie delikat die Sache ist. Ich bin überzeugt, viele Stimmberechtigte würden heute Nein stimmen, wenn sie gewusst hätten, hätte man wissen können, wenn man sich informiert hätte …, wie problematisch die Umsetzung ist. Die Umsetzung ist mit vernünftigen Mitteln kaum machbar: Wo jemand seinen Wohnsitz und/oder Lebensmittelpunkt hat, arbeitet und schläft, ist heute nicht mehr so einfach zu definieren. Viele Menschen haben keinen fixen Arbeitsplatz mehr durch den Computer. Oder die Ehefrau kann ja Wohnsitz nehmen im schönen Bergdorf… Ab wann ist ein Bett wirklich warm … Wieviele Zweitwohnungen hat Zürich wirklich mit all den Wochenaufenthalter aus der ganzen Schweiz … Für solche Kontrollen müssten Systeme entwickelt werden, welche sicher die allerwenigsten Stimmbürger, die Ja gestimmt haben, wirklich wollen.

Um Zersiedlung zu stoppen, gibt es bessere Mittel. Die Bauzonen in den Dörfern, nicht nur Bergdörfern, müssen unter städtebaulichen Aspekten beurteilt und definiert werden. Fast alle Dörfer haben grosses Potenzial bezüglich Verdichtung nach innen. Warum hat die Gemeinde Vals einen Grossen und Kleinen Grenzabstand von 12 Metern respektive 6 Metern für ein 3-geschossiges Haus mit 10 Metern Gebäudehöhe. Im gleichen Kanton, in der Gemeinde Zernez, sind für ein gleich hohes Haus der Grosse und Kleine Grenzabstand mit nur 5 Metern und 2.5 Metern geregelt. Über 100 Prozent Differenz … Die grossen Grenzabstände in Vals machen städtebaulich keinen Sinn, der alte Dorfkern mit sehr kleinen Grenzabständen wirkt kompakt und in sich stimmig. Der neuere Dorfteil ist räumlich uninteressant, es gibt weder kleine noch grössere Freiräume zwischen den Häusern, das Dorf wirkt wie ein Einfamilienhausquartier im Mittelland. Eine bessere Ausnützung der Grundstücke würde viele Probleme lösen. Bergdörfer, welche kompakt in Erscheinung treten, bilden einen spannenden Kontrast zur umliegenden Ressource Natur.

Rigide Quotenregelungen, wie das die Zweitwohnungsinitiative will – maximal 20 Prozent Zweitwohnungen pro Ortschaft – sind wenig sinnvoll. Es gibt Bergdörfer mit einer Infrastruktur, welche weit über 20 Prozent Zweitwohnungen problemlos zulassen, ohne dass das Dorf dadurch ein «Geister-Dorf» sein muss. Umgekehrt gibt es kleinere Dörfer, die mit 20 Prozent Ferienwohnungen bereits zerstört sind in ihrer Struktur. Es leben immer mehr Menschen in der Schweiz, welche die Berge und Natur erleben und geniessen wollen, und das ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Bergdörfer, den es zu akzeptieren gilt. Es gibt bis heute noch keine Initiative zur Einschränkung von Büroflächen im Mittelland … Zum Glück! Eine Gesellschaft muss sich entwickeln können, und das braucht Platz. Diesen Platz habe wir, ohne zusätzliches Land zu verbauen, wenn viele unserer Baugesetzparagraphen, (Grenzabstände / Ausnützung / Gebäudehöhen / Dachneigungen / etc.) kritisch hinterfragt werden und sich gleichzeitig jeder Bürger die Frage stellt: Wie viel Quadratmeter Wohnfläche brauche ich wirklich? Siehe dazu auch den Blogbeitrag vom 1. Mai 2011 – Klein ist besser?

Eine intelligente Wohnraumentwicklung kann nicht mit technokratischen Lösungen erreicht werden, wie es die Leute um die Fondation Franz Weber wollen. Das Gegenteil wird leider passieren … Schade!

Zu Gast bei «Ede»

Vor einigen Wochen stürzte ich mich in die Planung für unseren diesjährigen Büroausflug. Die Wahl des Ausflugsziels kam nicht von ungefähr. Immerhin habe ich bereits einige Zeit in dieser Stadt verbracht und denke oft an ihre Vielfältigkeit, ihren Geruch und ihre versteckte Schönheit, an ihre kauzigen aber einzigartigen Bewohner, die durch ihre unverblümte Direktheit einen ganz speziellen Charme versprühen. Das Ziel war also unverkennbar Berlin. Bereits während der Recherche für das 3-Tagesprogramm eröffneten sich ungeahnte und vor allem unzählige Möglichkeiten. Das Programm in nur drei Tage Reisezeit zu pressen, war eine grosse Herausforderung. Immer wieder sind Anlaufpunkte dazu gekommen oder von der Liste verschwunden, haben sich wieder eingeschlichen, um dann doch wieder verworfen zu werden. Nachdem das Programm stand und wir vom Basler Flughafen Richtung Berlin steuerten, machte sich bei unserer kleinen Reisegruppe eine überraschende Vorfreude breit. Und als dann über die Lautsprecher im Flugzeug die Durchsage «Willkommen im sonnigen Berlin» erklang, begann unser Architekturmarathon durch die Hauptstadt. Wir absolvierten täglich einen fast 20 km umfassenden Stadtspaziergang durch Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte, Charlottenburg und Moabit, um nur die wichtigsten Gebiete zu nennen. Zu den Programmpunkten gehörten neben den Klassikern wie dem Neuen Museum, einigen besonders hervorstechenden Botschaftsbauten, dem Bebelplatz, dem Jüdischen Museum und dem Fernsehturm auf dem Alexanderplatz auch einige verborgene Schätze, wie das Tacheles Areal, Clärchens Ballhaus, die Ruine des Franziskanerklosters und verschiedene der beeindruckenden Schinkelwerke, wie die Elisabethkirche. Wir durchstreiften einige der vielen Siedlungen der Moderne, von Architekten wie Mies van der Rohe, Bruno und Max Taut, sowie das Hansaviertel, als auch alte Markthallen voller Charme und natürlich aktuelle Neu- und Umbauten, welche die Vielseitigkeit der Berliner Architekturgeschichte fortschreiben.

Siedlung Schillerpark – Erstes großstädtisches Wohnprojekt von Bruno Taut 1924-30

Unzählige Eindrücke machten sich breit, positive, humorvolle aber auch bedrückende, wie sie die Berliner Geschichte mit sich bringt. Der Umgang mit dieser bewegten Geschichte ist in Berlin besonders schwierig händelbar und doch auf eine feinfühlige und eindrucksvolle Weise umgesetzt worden. Wenn man sich auf diese Reise in die Geschichte einlassen möchte, kann man sie mit jeder Pore spüren und wird förmlich mitgerissen von den vielen Schicksalen, die sich diese bewegte Zeit teilen. Eine neutrale Zusammenfassung unserer Reise zu schreiben, ist für mich kein leichtes Unterfangen. Die 3,5 Millionen Stadt lässt sich nur schwer in we­nigen Worten beschreiben, da sie immer wieder neue Facetten zeigt, jeder Besuch ein wenig anders ist und jeder eine andere Beziehung zu ihr aufbaut. Unumstritten ist jedoch der Charme dieser Stadt zwischen Metropole und Kleinstadtidyll, zwischen urbanen Bebauungen und verträumten grünen Inseln, zwischen Berliner Charisma und internationalem Flair. Auch Kulinarisch lässt sich die Palette kaum auf wenige Farbtöne begrenzen und bietet von der einfachen Currywurst bis zum Champagner Diner alles was das Herz begehrt. Jeder einzelne Stadtteil zeigt sich von seiner sich eigenen Seite, so dass man, egal in welcher Stimmung, einen Wohlfühlort findet, an dem man die Seele baumeln lassen kann oder sich mitreissen lassen kann von seiner Umgebung. Ich hoffe, ich konnte unserer kleinen Reisegruppe einen Teil meiner Faszination für Berlin und seiner tausend Gesichter weitergeben und hoffe, es war für sie nicht der letzte Besuch gewesen.

Ai Weiwei — 4 Blogbeiträge zum Thema Architektur

Letztes Jahr im August besuchte ich im Fotomuseum Winterthur die Austellung «Interlacing» von Ai Weiwei. Ich war sofort fasziniert von der künstlerischen und politischen Kraft seiner Werke. Ein «Kunst-Politiker», der weit über den Tellerrand hinausschaut… Und mit den neuen Medien genauso virtuos umgehen kann wie mit der archaischen Architektur.

Ai Weiwei in seinem Studio in Peking 2010.

Im Buch zur Austellung «Interlacing» sind Blogbeiträge von Ai Weiweis weltbekanntem Blog ins Deutsche übersetzt, zu Themen wie Politik, Kunst, Philosophie und Architektur. Nachfolgend vier Blogposts aus dem Buch zum Thema Architektur: Architektur und Raum / Ideale Städte und Architekturen gibt es nicht / Gewöhnliche Architektur / Einige Gedanken über zukünftige Städte. Alle vier Blogbeiträge sind zwischen 2006 und 2009 entstanden. Im Fruhjahr 2009 wurde sein viel beachteter Blog von den chinesischen Behörden stillgelegt.

Nach der Beschäftigung mit seinen Schriften kommt man nicht nur als Architekt zu dem Schluss, dass lebenswerte Architektur eine wichtige Grundlage für eine gesunde Gesellschaft ist: Siehe auch mein Blobeitrag vom 8. Februar 2011 – Die Wirkung von schlechter «Architekturluft» auf unser Unterbewusstsein

Tipp:

Sanierung Schulhaus Krauer in Kriens

Die Sanierungsarbeiten am Schulhaus Krauer in Kriens wurden letzten Herbst abgeschlossen. Sie dauerten drei Jahre, da nur während der Sommerferien gearbeitet werden durfte. Siehe auch Blog-Beiträge vom 16. Febraur 2009 und 3. November 2009. Zusätzlich wurden die ganzen Sanierungsmassnahmen durch den unerwarteten Nutzerwechsel um ein Jahr verzögert. In der Startplanung ging man von einem Primarschulhaus aus, nach der ersten Sanierungsetappe 2009 kam der Wechsel zum Oberstufenschulhaus. Seit Herbst 2011 ist nun die «Sportschule Kriens» mit sechs Klassen im Schulhaus Krauer untergebracht.

Nordwestfassade – Foto Marco Homberger, Luzern / Berlin †

Durch die Bereitschaft der Gemeinde Kriens und der beteiligten Ämtern über den Tellerrand hinaus zu schauen, ist das Schulhaus Krauer ein gutes Beispiel, wie mit einer intakten Bausubstanz umgegangen werden kann, siehe Fotos Vor- und Nachher von Marco Homberger. Es braucht von Seiten der Behörden Personen, welche das nötige architektonische und kulturelle Verständnis mitbringen, um Aspekte wie Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft bzw. Sozialverträglichkeit in die Planung differenziert einzubeziehen.

The Fine Art of Crema Espresso …

Seit Anfang Dezember 2011 haben wir in unserem Büro eine Olympia Maximatic Kaffeemaschine, eine halbautomatische Zweikreis-Kolben-Maschine. Genügend Zeit also, um Erfahrungen zu sammeln:

Olympia Maximatic

Vorab: Die Kaffeequalität ist phänomenal! Zeit, Erfahrung und Musse sind notwendig und Voraussetzungen für einen feinen Crema Espresso. Die gleichen Zutaten wie für gute Architektur. Das Zubereiten des Kaffees ist kein Nespresso-Quickie!

Das Kaffee machen und das Geniessen ist jedes Mal ein kleines Ritual. Kleinste Veränderungen im Mahlgrad, beim Andruck mit dem Tamper oder der Luftfeuchtigkeit haben Auswirkung auf die Crema Espresso Qualität. Diese kleinen Veränderungen zu beobachten und zu geniessen, machen das Kaffeetrinken zu einer Leidenschaft.

Wer gerne sehr guten Crema Espresso trinkt und Espresso-Kaffee nicht mit «Expresso Kaffee» verwechselt, wird mit einer Olympia Maximatic, in Glarus hergestellt, lebenslänglich glücklich und wird es fortan schwierig haben, in einem Restaurant einen Kaffee zu bestellen …

Tipp:

  • Spielhofkaffee Glarus: Kaffeemischung San Andrea

Wann ist ein Haus ein Hochhaus?

Wann ein Gebäude als Hochhaus empfunden wird, ist immer eine Frage des Massstabes und des städtebaulichen Kontextes.

An der Fifth Avenue in NYC: St. Patrick’s Cathedral und rechts das Luxus-Einkaufshaus Saks.

Die St. Patrick’s Cathedral in New York City wirkt von aussen klein, fast wie eine Kapelle, zwischen den Hochhäusern in Midtown Manhattan. Man hat nie das Gefühl, dass diese Kirche hoch ist zwischen den vielen Hochhäusern. Dieses Empfinden ändert sich schlagartig beim Betreten der Kirche. Die dreischiffige neugotische Kirche bietet Platz für 2’400 Menschen, ist 123 Meter lang und 53 Meter breit. Wie kann es sein, dass eine 101 Meter hohe Kirche als nicht gross empfunden wird von aussen? Das nahe gelegene Rockefeller Center ist mehr als doppelt so hoch, und es ist nicht das einzige Gebäude in der näheren Umgebung der Kirche, welches so hoch ist. Für die meisten Betrachter ein ungewohnter Anblick, dass die Kirche das kleinste Gebäude ist, was unser gewohntes Massstabsgefühl irritiert, und unsere Erfahrung sagt, das kann keine Kirche sein … Eventuell ist es eine Kapelle. Selbst eine über hundert Meter hohe Kirche wird nicht als grosses Gebäude wahrgenommen, wenn die umliegenden Häuser deutlich höher sind.

Die Basilika Sant’Andrea in Mantua von Leon Battista Alberti.

Umgekehrt wird der ca. 20 Meter hohe Renaissance-Portikus der Basilika Sant’Andrea in Mantua/Italien als überdurchschnittlich hoch wahrgenommen. Warum? Wer schon durch die schmalen Gassen in Mantua spaziert ist und plötzlich auf dem relativ kleinen Platz vor der Kirche steht, kennt das Gefühl; die Eingangsfassade wirkt in ihrer Höhe und Breite gewaltig. Die Fassade sprengt in ihrer Höhe den gewohnten Massstab um das Doppelte. Auch der Platz vor der Basilika, verglichen mit den schmalen Gassen, wirkt gross. Der Platz und die Höhe der Eingangsfassade sind grösser und höher als das durchschnittliche Gebäude in der Altstadt von Mantua, was die Kirche grösser erscheinen lässt, als sie tatsächlich ist.

Ob ein Haus ein Hochhaus ist, lässt sich nicht über Stockwerke oder Meter definieren; es ist eine Frage der Massstäblichkeit eines Ortes, welcher über den grössten gemeinsamen Nenner definiert ist.