Die Ausstellung «Bauen in der Landschaft» wurde am Freitag in Adligenswil mit einer Einführung von Otti Gmür, Architekt und Publizist aus Luzern, eröffnet. Er erzählte, wie er als Sechsjähriger 1938 mit seiner Familie nach Adligenswil zog, in eine Gemeinde mit 600 Einwohner, keine Strasse war asphaltiert. Heute hat Adligenswil 6000 Einwohner… Was das für die Landschaft bedeutet, kann heute jeder selber sehen!
Die Ausstellung «Bauen in der Landschaft» ist nach Willisau nun in Adligenswil im St. Martinskeller bis am 12. Juli 2009 zu Gast. Im Herbst wird die Ausstellung noch in Stans zu sehen sein.
Ein Teil der Ausstellung (inkl. Haus Optiker, Lungern) «Bauen in der Landschaft», welche erstmals in Willisau in der Stadtmühle von Januar bis März diese Jahres gezeigt wurde (siehe Blogbeitrag vom 16.01.2009), ist vom 26. Juni bis 12. Juli 2009 im St. Martinskeller in Adligenswil zu sehen.
Vernissage: Freitag, 26. Juni 2009, von 19:00 Uhr – 21:00 Uhr, mit einer Einführung von Otti Gmür, Architekt und Publizist Luzern.
Leider darf uns die «hochparterre-wettbewerbe»-Redaktion aus urheberrechtlichen Gründen nur unser Projekt als PDF-File zur Verfügung stellen.Wer mehr über den Projektwettbewerb erfahren will, muss die aktuelle «hochparterre.wettbewerbe» Ausgabe kaufen, oder den Bericht des Preisgerichtes als PDF-File herunterladen.
Nach vielen Diskussionen und Gedanken zwischen dem Bauherrenpaar, dem Architekten und der Künstlerin Adriana Beretta ist das zweite Werk von Adriana im Haus Optiker, zusätzlich zur Metallskulptur «Costruire il vuoto», am letzten Mittwoch im Entrée platziert und gefeiert worden!
Oberflächenstrukturen der vier Oelbilder
Die vier raumhohen Bilder in den beiden Farben Rot und Gelb, mit drei unterschiedlichen Oberflächenstrukturen (siehe unten) geben dem Entrée eine positive Energie ohne aufdringlich zu wirken. Die Antizipation ist immer etwas schwieriges. Welche Farbe soll die Wand haben; Gold, Rot oder Anthrazit? Wo soll der funktionale Teil wie Sitzbank und Spiegel platziert werden?
Das Entrée gibt dem Gast, der ein Haus betritt, einen ersten Einduck der Menschen die dort leben. Und die Bewohner betreten oder verlassen das Haus immer über diesen Raum – ein wichtiger «Durchgangsraum», der mehr oder weniger bewusst immer wieder neu erlebt wird, mit all den Gedanken, die man in sich trägt.
Das atmosphärisch Geglückte ist ein Zusammenspiel von Teilen, welche nicht gedacht werden können.
Das Olympia Stadion «Birds Nest», nördlich und ausserhalb des Zentrums von Beijing, zwischen vierter und fünfter Ringstrasse, ist im Moment nur noch eine Touristenattraktion: Siehe Weltwoche 19/09 «Zerzaustes Vogelnest».
Foto: dpa
Ich habe die Baustelle im Herbst 2007 selber besucht und mich damals schon gefragt, als ich gesehen habe, wie die vielen Stahlteile vor Ort zusammengeschweisst wurden, wie das Stadion wohl in ein paar Jahren aussehen wird, bei der nicht gerade sauberen Luft in Beijing! Nun – die Konstruktion ist das eine. Viel wichtiger war für mich damals schon die Frage, warum ein so wichtiges und teures Stadion nicht an zentralerer Lage gebaut wird? Der Standort des «Beijing Workers Stadium», im unmittelbaren Herzen von Beijing, wäre für mich ein viel besserer Standort gewesen.
Das Workers Stadium liegt im Ausgangsviertel «Sanlitun», wo auch die beiden Botschaftsviertel «Sanlitun Embassy Area» nördlich und das «Ritan Embassy Area» südlich liegen – einer Gegend voller Leben. Die Idee der Architekten Herzog de Meuron, dass das Olympia Stadion ein öffentlicher Platz werden soll, wäre am Ort, wo das Workers Stadion steht, sehr gut umsetzbar gewesen. Ein multifunktionales Stadion für Fussballspiele, Golden League Leichtathletik-Meetings, Konzerte und vieles mehr, ähnlich dem Madison Square Garden in New York.
Leider ist es anders gekommen: Das Workers Stadium (gebaut 1959) wurde für die Austragung der Fussballspiele an den Olympischen Spielen 2008 renoviert. Nun hat Beijing mit dem Workers Stadium ein architektonisch mittelmässiges Stadion, welches rege genutzt wird und mit dem «Birds Nest» ein Kunstwerk, das am falschen Ort steht, und dem dadurch das Schicksal vom schleichenden Zerfall droht, wie es schon vielen Olympia Stadions ergangen ist!
Vögel schauen immer genau, wo und wie sie ihre Vogelnester bauen, damit das Nest auch mehrmals genutzt werden kann…
Dank einer frühzeitigen und engen Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Kantonalen Denkmalpflege und den Unternehmern ist ein Haus entstanden, welches nicht hundertprozentig dem Baugesetz entspricht und sich trotzdem oder gerade deswegen, bestens in die bestehende Umgebung einfügt.
Die Krise: Immobilienkrise, Bankenkrise und Industriekrise – alles ein Resultat einer Gesellschaftskrise? Wo steht die Architektur in dieser Gesellschaftskrise? Wie sagt man doch so schön: Die Architektur, das Gebaute kann immer nur ein Spiegel der Gesellschaft sein.
Ist die Gesellschaftskrise in der Architektur sichtbar, lesbar? Diese Frage lässt sich natürlich in 20 Jahren oder später leichter und klarer beantworten als heute. Doch welche architektonischen Verfehlungen, ohne die grossen Bausünden irgendwelcher Immobilienspekulanten aufzuzählen, sind heute schon sichtbar? Ich spreche von der «grossen» Architektur von Architekten, welche sich zu einer Elite zählen. Die Wünsche der Bauherren (Gesellschaft) und die Lösungen der Architekten (gehören auch zur Gesellschaft) wurden in den letzten Jahren immer ausgefallener. Alles scheint möglich zu sein. Als wichtiger Architekt konnte man sich im Namen einer Marketing-Strategie eines Bauherren (Firma, Stadt, Region) mit einem «schrägen» Gebäude, welches möglichst originell materialisiert ist, einen Namen machen und wurde in allen Life-Style-Heftlis gefeiert.
Über die Nachhaltigkeit bezüglich architektonischer Sprache machten sich nicht mehr alle Architekten Gedanken … Ich denke, dass die Krise positiv für die Zukunft der Architektur und der Gesellschaft ist. Die Gesellschaft muss sich neu orientieren, davon bin ich fest überzeugt, ebenso die Architektur. Nur hoffe ich, dass wir Architekten eine intelligente Rolle in der Ausgestaltung der zukünftigen Welt einnehmen werden und uns nicht verführen lassen von so genannten grossen Projekten, welche uns erlauben, mit Formen und Materialien zu spielen, welche unter allen Umständen originell sein müssen und zu Totgeburten führen wie am Ground Zero in New York (siehe Blogbeitrag vom 3. Oktober 2007 Vepasste Chance …), wo sich für mich die Krise architektonisch und gesellschaftlich in all seinen Abgründen manifestiert.
Zum gleichen Thema erschien am Freitag den 17. April, im Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 16/2009, ein sehr interessanter Beitrag mit dem Titel: Ich! Ich! Ich! von Stephen Bayley
Immer mehr Architekturbüros, Architektur-Zeitschriften und spezielle Architektur-Online Magazine entdecken die Wichtigkeit der «aktiven» Online-Präsenz. Ich besuche die für mich interessanten architekturspezifischen Websites, Blogs, Videoblogs, Tweets (Twitter ist ein Mikro-Blogging Dienst) ungefähr alle zwei Wochen, um mir einen Überblick zu verschaffen, was meine Kollegen so treiben…
Ein sehr guter Architekturblog und schon fast ein Klassiker: A Daily Dose of Architecture, ein Webblog direkt aus meiner Lieblingsstadt New York. Berichtet täglich über die Stadt und die ganze Welt zum Thema Architektur (siehe auch Blogbeitrag A Daily Dose of Architecture vom 17.09.2007). Archispass von Ruebe Maleczek aus Österreich steht für mehr Spass in der Architektur und ist eine Kampfansage an die seriösen langweiligen Architekten! Hochparterre International betreibt diveres Blogs aus verschiedenen Städten wie Amsterdam, Barcelona, Dubai, New York, Peking, Shanghai und Zürich/Schweiz zu den Themen Architektur, Design und Kunst. Hochparterre Schweiz setzt auf den Videoblog von Stadtwanderer Benedikt Loderer, der alle zwei Wochen zum Architektur-Volk spricht… mit dem Markenzeichen der rot-weissen Hochparterre-Zipfelmütze. Eine weitere Video-Webseite ist architekturvideo.de, welche viele Videos zum Thema Architektur sammelt und online zur Verfügung stellt. Das Online Magazin Internet für Architekten von Eric Sturm berichtet über aktuelle Meldungen und nützliche Tipps zum Thema Architektur und Marketing. Das deutsche Archimag, «Das Architekturmagazin im Netz», ist neu, und hat neben einem Blog zum Thema Architekur und Interviews mit Architekten auch ein sehr gutes Architekturblog- und Architekturtwitterverzeichnis.
Die Auswahl ist subjektiv und eine Momentaufnahme, alle oben aufgeführten Links sind auch auf meinem Blogroll verfügbar. Viel Spass beim Architektur-Surfen!
Wir, die Arbeitsgemeinschaft Schnieper Architekten Kriens (Architektur und Planung) und Battagello + Hugentobler Stansstad (Baumanagement), haben den Zuschlag im eingeladenen Submissionsverfahren (dritt günstigstes Angebot) für die Sanierung des Krauer Schulhauses in Kriens bekommen.
Südansicht Schulhaus Krauer – links die Schwimmhalle
Das Sichtbetonschulhaus (Brutalismus) aus dem Jahre 1972 des Architekten Ernst Müller aus Kriens steht auf zwei Sporthallen (Schwimm- und Turnhalle), welche links und rechts unter das Schulhaus geschoben sind. Mittig über den beiden Hallen, welche nordwestseitig an die Hangkante anschliessen, ist die offene Pausenhalle, welche durch die Stützen und Unterzuge des darüberliegenden auf einem Betontisch stehenden Primarschulhauses gegliedert wird. In den ersten zwei Obergeschossen des Schulhauses befinden sich acht Klassenzimmer, symmetrisch angeordnet mit den dazugehörenden Nebenräumen. Das Attikageschoss, mit Lehrerzimmer und Büros für die Lehrerschaft, schliesst das Gebäudekomposit nach oben ab.
In einer ersten Phase, im Sommer/Herbst 2009, wird die Gebäudehülle inklusive Haupteingang erneuert. In einer zweiten Phase, vorausichtlich 2010, wird das Schulhaus innen sanft saniert.