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Architekturstudium: 7. Semester

Im letzten Blogbeitrag umschrieb Fabienne Ottiger, die seit letztem November bei uns das Praktikum macht, ihren Weg zum Architekturstudium. Während Sie ganz am Anfang der Ausbildung steht, ist für mich das Ende des Studiums an der Hochschule für Architektur und Technik in Sicht. Im Januar habe ich das siebte und zweitletzte Semester abgeschlossen und möchte nun vor dem bevorstehenden Bachelor Diplomsemester darauf zurückblicken.

Im Entwurfsmodul des siebten Semesters sollte das Wissen der vorherigen Semester gebündelt angewandt werden. Bei der Projektentwicklung wurde der Fokus auf die tektonische Umsetzung und Atmosphäre gelegt. Ausgearbeitet wurde dies von den Studierenden in Form von Plänen und Visualisierungen. Zudem ging es darum, die Arbeit möglichst selbstständig zu bewältigen. Mit Letzterem ist gemeint, dass wir Studierenden im Entwurfsprozess weniger intensiv von den Dozenten begleitet wurden, wie das in den vorherigen Semestern der Fall war. Entscheidungen sollten eigenständig mit nachvollziehbaren Argumenten getroffen und das freie Arbeiten für die Bachelorarbeit trainiert und gefördert werden.

Die Aufgabenstellung im Entwurfsszenario beinhaltete das Umbauen, Umnützen und Erweitern der ehemaligen Fabrik- und Verwaltungsgebäude der Leinenweberei in Bern Wankdorf. Auf dem Areal soll der neue Standort für die Schauspielschule der Hochschule für Künste entstehen. Die Werkhalle wird um die doppelte Fläche erweitert und an die Anforderungen der neuen Nutzerschaft angepasst.

Die bestehende Leinenweberei ist ein Stahl-Skelettbau, welche ein Sheddach trägt und von einer Backsteinfassade umschlossen wird. Der Ausdruck des Innenraums ist durch das Stützenraster geprägt. Die Prägnanz der Tragkonstruktion zeichnet den ursprünglichen Bau von 1911 aus. Neben der Fabrikhalle steht das Verwaltungsgebäude.

Der Neubau als Leuchtkörper in der Nacht.

Mein Konzept beruht auf der Idee, dass zur historischen Bausubstanz der denkmalgeschützten Halle mit einem modernen sechsgeschossigen Erweiterungsbau ein sichtbarer Kontrast gesetzt wird. Der Erweiterungsbau ist ein kubisch transluzider Monolith, der die Idee einer Laterne aufgreift. Am Tag ist das Gebäude weiss und zurückhaltend, in der Nacht wird es zum leuchtenden Wegweiser. Zudem wird die Halle um zwei Achsen bis an den Verwaltungsbau mit Walmdach und Lukarnen erweitert. (Um detaillierter in das Projekt einzutauchen, siehe Semesterabgabe 31 MB).

Die Theaterschule ist zum Wohnquartier hin adressiert. Der Eingang befindet sich im Übergang von Bestand und Neubau. Der Auftakt zu den Wohnbauten, welcher als öffentlicher Platz gestaltet und von der Wylerringstrasse abgeschottet ist, wird dadurch aktiviert und mit der Quartierstrasse verbunden. Im Eingangsbereich werden die zentralen Räume für den Publikumsverkehr angeordnet. Durch einen begrünten Innenhof wird der Publikumsverkehr von den Projekträumen der Studierenden getrennt. Die Verglasung ermöglicht jedoch den Durchblick durch das Gebäude. Der Verwaltungsbau wird durch eine Erweiterung ganzheitlich mit der Halle verbunden und wird auch zukünftig für Büroräumlichkeiten genutzt.

Der Neubau knüpft mit seiner Struktur an das 6 x 6 Meter Raster der Shedhalle an. Er ist als Stahl-Skelettbau konzipiert. Die vertikale Erschliessung wird als skulpturales Element in das Foyer gestellt und signalisiert die Wegführung für die Besucher. In den Obergeschossen sind die Räume je nach Relevanz für den Publikumsverkehr angeordnet.

Abschliessend hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr Zeit gehabt hätten, die Aufgabe weiter zu vertiefen und detaillierter auszuarbeiten, jedoch sprengt das den Rahmen des 14-wöchigen Semesters. Ich freue mich, dass ich Fortschritte in Sachen Arbeitsweise machen konnte und den Grad an Selbstständigkeit erreicht habe, der von mir gefordert wurde. Das vergangene Semester gibt mir Sicherheit für die bevorstehende Diplomarbeit und ich bin gespannt, was mich dabei erwartet.

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