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ArchitekturCumulus


Architekturgeschichte: Vorlesungen von Dr. André Meyer

10. Februar 2015 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Ich hatte leider nur zwei Semster Architekturgeschichte am Abendtechnikum der Innerschweiz (Atis) in Horw. Jedoch standen die Vorlesungsabende in den Jahren 1995 bis 1996 immer für den Wochenhöhepunkt an unserer Schule! Unser Dozent Dr. André Meyer war in dieser Zeit in verschiedenen Funktionen für das Bundesamt für Kultur am Europarat in Strassburg tätig. Als ehemaliger Kantonaler Denkmalpfleger des Kanton Luzern und mit einer Ausbildung in Architektur- und Kunstgeschichte an der Universität Zürich, eine bestens geeignete Persönlichkeit aus Luzern.

P 0000 jul architekturgeschicht

Es gab in den Vorlesungen keine Unterlagen, wir mussten uns selber eine Zusammenfassung mit den dazugehörigen Plänen und Bildern schreiben, und das alles vor der bequemen digitalen Suche… Am Ende aller Vorlesungen hatten wir eine mündliche Diplomprüfung zu bestehen.

Ich nahm mir vor, jede Vorlesung auf einem A4-Blatt zusammenzufassen, nur das Wichtigste – was natürlich sehr subjektiv ist – um so eine Grundlage zu haben für die Vorbereitung auf die Diplomprüfung. Den Text schrieb und gestaltete ich auf Adobe PageMaker, das Vorgängerprogramm von Adobe InDesign. Bilder und Pläne kopierte ich aus Büchern und klebte sie zwischen den Text und kopierte dann das ganze noch einmal… Übergang von der analogen in die digitale Zeit!

Architekturgeschichte ist Grundlage, um sich bewusst mit Architektur auseinanderzusetzen. Architektur steht immer im Spannungsfeld von Gesellschaft, Technologie, Politik, Religion und Kunst. Dr. André Meyer hatte die Gabe, in packender Art und mit guten Vergleichen, wichtige politische und religiöse Ereignisse, technische Entwicklungen und Einflüsse der Kunst auf die Architektur uns in nur 31 Vorlesungsabende näher zu bringen und die Neugierde in uns zu wecken für eine selbständig vertiefte Betrachtung.

Die Vorlesungen in Architekturgeschichte von Dr. André Meyer, zusammengefasst von mir, ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit, unter dem selbstgewählten Titel «Von der Minoischen Kultur bis zum Englischen Garten», finde ich einen guter Einstig in die Geschichte der Architektur, auch für nicht ArchitektInnen.

Architekturgeschichte öffnet einem die Augen für vieles – man kann nur sehen, was man weiss – und Wissen kommt von Bildung.

Tipp:
Architekturgeschichte: Von der Minoischen Kultur bis zum Englischen Garten (Atis Horw: A46 / Dozent: Dr. André Meyer / Zusammenfassung: Patrick J. Schnieper)


Edition Hochparterre – Grundrissfibel Alterszentren

18. Januar 2015 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Imhbd_bericht_wettbewerb_IH_vorlage | Version 1.0 November 2014 erschien die Publikation Grundrissfibel Alterszentren, ein Büchlein, das 44 Architekturwettbewerbe in der Schweiz zwischen 2002 und 2014 beleuchtet. Jedes der 240 Projekte wird auf einer Doppelseite in Form von Plänen, mit Figurgrund, Erdgeschoss, Regelgeschoss und Schnitt vorgestellt.

Darin ist auch ein Beitrag von unserem Büro vertreten: Projektwettbewerb Alters und Pflegeheim «Da Casa Val Lumnezia» in Vella, in welchem wir 2009 den 4. Rang ereichten. Schon 2009 wurde im “hochparterre.wettbewerbe” Nr. 3 unser Wettbewerbsbeitrag vorgestellt.

Ein gelungenes Nachschlagewerk, welches in jedes Architekturbüro gehört, das sich mit Alterszentren beschäftigt!


Raum und Wohnen Nr. 12/14 ⋅ 1/15

17. Dezember 2014 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

blog raum und wohnen 12_1Unter dem Titel: «Die Leichtigkeit des Steins» erscheint heute, 17. Dezember 2014, in der Zeitschrift RAUM UND WOHNEN eine 13-seitige Reportage über das Haus Meyer-Berni in Vals.

Die Idee, eine Winterreportage zu machen, wurde zur Geduldsprobe für die Fotografin Francesca Giovanelli aus Birr. Eine Winterreportage braucht Schnee – am besten 50 cm Neuschnee – und blauen Himmel… Und genau das sollte nicht sein im Winter 2012/13. Dieses Jahr am 7. und 8. Februar 2014 hat es dann geklappt. So kann es dann schon drei Jahre dauern von der Idee bis zur Publikation einer Reportage.

Eine gute Idee braucht oft etwas länger Zeit… auch beim Bauen!


Villa Arpel – Symbol für spiessige Modernität?

14. November 2014 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Wer Jacques Tatis Oscar-gekrönte Filmkomödie «Mon Oncle» einmal gesehen hat, wird sie nie mehr vergessen. Die Villa Arpel steht im Zentrum dieses zeitkritischen Films aus dem Jahre 1958, welcher den ungebrochenen französischen Fortschrittsglauben auf amüsante Art auf die Schippe nimmt. Die Villa – ein supermodernes Haus in gestalterischer wie technischer Hinsicht – lässt die Bewohner sonderbar angestrengt aussehen; die Antithese zur Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf…

blog villa arpel grossVilla Arpel mit den charakteristischen Bullaugenfenster und Fischspringbrunnen im Garten

Das Haus steht für das moderne Nachkriegsleben der französischen Elite: Was technisch machbar war, wurde im Haus integriert, die Technik hat den Menschen zu dienen. Auch der architektonische Ausdruck des Hauses verkörpert diese Modernität: Ein Manifest geometrischer Grundformen, welche für Fortschritt stehen. Alles scheint kontrollierbar… Nur das Leben der Bewohner nicht, durch die vielen gestalterischen und technischen Tücken, die so ein modernes Haus bietet. Der Fischspringbrunnen und seine Bewohner bilden einen schönen Kontrapunkt zum Formalismus von Haus und Garten.

Wo sind die Grenzen der Gestaltung in der Architektur? All dies wird in diesem Film auf unterhaltsame Weise aufgezeigt. Alles ist arrangiert und klinisch sauber. Die Architektur als Kunstwerk – «Bitte nicht berühren». Eigentlich stören nur die Arpels mit ihrem Sohn Gérard und ihren Gästen die durchdachte Ästhetik.

Irgend jemand hat mal gesagt: «Was ein Klo hat, kann keine Kunst sein».

Aufgelockert wird das Ganze durch den arbeitslosen Onkel, Monsieur Hulot, welcher der beste Freund des 9jährigen Sohns Gérard ist, ihn regelmässig von der Schule abholt und natürlich mit der Technik auf Kriegsfuss steht!

Tipps:
Jacques Tati Mon Oncle – Trailer / DVD
The Magnificent Tati – Film
Mon Oncel – Poster


Herzog & de Meuron: «Legohochhaus» in Tribeca New York

23. Oktober 2014 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

blog 56 leonard01Die Basler Architekten bauen natürlich auch in Manhattan. Das erste Projekt war ein «kleineres» Apartment Gebäude an der 40 Bond Street. Aktuell wird eifrig an einem stattlichen Hochhaus mit 60 Stockwerken und 146 Luxus-Wohnungen mit dem Namen 56 Leonard Street im Süden von Manhattan gebaut. Der Start verlief harzig: Im Herbst 2008 wurde die Sales & Design Gallery an der 75 Leonard Street eröffnet, die ich mit dem Fotografen Alex Kayser am Abend des 28. Septembers 2008 zufällig besichtigen durfte… Ein Nachtwächter öffnete uns die Tür und zeigte uns voller Stolz den ganzen Showroom! Eine eindrückliche Verkaufs-Location.

Der Baustart war dann 2009. Die Arbeiten dauerten nicht lange; nach den Fundationsarbeiten wurde der Bau wegen der Rezession eingestellt. Diesen September, als ich für drei Wochen am 211 West Broadway und Franklin Street wohnte, eine Strasse nördlich von der Leonard Street, konnte ich jeden Tag zuschauen, wie am «Legohochhaus» die ersten Fenster und Glas-Balkonbrüstungen von Wohnungen über den Sockelnutzungen montiert wurden, jede Woche ein Geschoss.

Charakteristisch für den architektonischen Ausdruck sind die auskragenden Balkone und Erker, welche in unregelmässigen Lagen und Abständen angeordnet sind. Die Unregelmässigkeit der beiden auskragenden Gebäudeteile nimmt mit zunehmender Gebäudehöhe zu. Ein weiteres gestalterisches Element sind die Sichtbeton-Decken in unterschiedlichsten Stärken, die von innen nach aussen durchlaufend ausgeführt sind. Die konkave Formgebung der Beton-Deckenstirnen ist nur aus sehr kleiner Entfernung erkennbar. Neben Beton ist Glas das zweite markante Element, das gleichzeitig die Wohnungs- und Balkonbegrenzung bildet.

blog 56 leonard02

Das Thema Balkon bekommt mit diesem Hochhhaus eine ganz neue Dimension. Normalerweise haben Häuser mit einer Gebäudehöhe von über 300 Metern Höhe keine Balkone. Dazu sind die Balkonbrüstungen dreiseitig aus Klarglas.

Die äussere Erscheinung des Hochhauses ist in meinen Augen nicht besonders gelungen. Die vielen unregelmässig nach aussen laufenden Betonplatten wirken unfertig und fragil. Eine klare Struktur, die dem Haus Ruhe und Kraft geben würde – zwei Elemente, die ein gutes Hochhaus ausmachen, fehlt. Die Fassadenreinigung mit den vielen zufällig vorspringenden Gebäudeteilen dürfte nicht ganz einfach werden. Auch die hochglanzpolierte, organisch geformte und in den Eingangsbereich gedrückte Chromstahl-Skulptur von Anish Kapoor, die in einem starken Kontrast zur geometrischen Architektur von Herzog & de Meuron steht, kann nicht wirklich überzeugen.

Die unregelmässige geometrische Struktur des Hochhauses erinnert an Legosteine, die von einem Kind zufällig und ohne Plan gestapelt wurden, bis der Turm schliesslich kippt. Die Wohnungen sind bis auf zwei alle verkauft, zu einem Quadratmeterpreis von 30’000 Franken. Der Markt hat bekanntlich ja immer recht… Was braut sich da am Börsenhimmel zusammen?


«Intelligentes Bauen» Werkschau – Schnieper Architekten

26. September 2014 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Die Fachzeitschrift «Intelligentes Bauen» publiziert in ihrer Rubrik Werkschau, im September 2014, einen Beitrag über unser Büro. Auf einer Doppelseite hatten wir die Möglichkeit uns, unsere Arbeitsweise und drei von uns realisierte Projekte vorzustellen.

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Die Fachzeitschrift ist auch online unter «Intelligentes Bauen» verfügbar.