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ArchitekturCumulus


Die Schwierigkeit der Entscheidungsfindung im «unverbindlichenunendlichen» Zeitalter…

1. April 2015 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Bauen bedeutet, sich für etwas zu entscheiden, eine Wahl zu treffen aus einer endlichen Auswahl. Entscheidungen beim Bauen können nicht so einfach rückgängig gemacht werden, was dem digitalen «Unverbindlichenunendlichen» wiederspricht.

Wir sind uns heute gewohnt, in vielen Situationen relativ unverbindlich durchs Leben zu gehen, dank der Online-Kommunikationsmöglichkeiten, die das Nicht-Entscheiden-Müssen fördern, was vielen entgegenkommt – nicht nur der «Generation Maybe». Die Angst zu entscheiden wird einem durch das digitale «Unverbindlicheunendliche» abgenommen. Was beutetet das für unsere Lebensweise: Vieles ist oft im Fluss, eine «definitive» Entscheidung wird für viele immer schwieriger, eventuell kommt noch etwas besseres… Eine unendliche Informationsflut in einem noch nie dagewesenen Tempo. Eine gute Entscheidung zu treffen bedeutet, das richtige Gefühl für etwas zu entwickeln. Das richtige Gefühl entwickeln kann nur, wer ein gesundes Fundament an Wissen und Reflexionfähigkeit hat. Zwei Grundlagen, welche viele Menschen durch den oberflächlichen Gebrauch der digitalen Möglichkeiten und der daraus resultierenden Lebensweise kaum noch erlangen. Das Wissen und die Reflexion bleibt oft knapp, was für wichtige Entscheidungen nachteilig sein kann…

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«Architektur-Margerite» Soll ich bauen – soll ich nicht bauen – soll ich…

Was für das Leben gilt, gilt auch für die Architektur. Nur wenige nehmen sich die Zeit, sich mit etwas genauer auseinanderzusetzen. Für gute Architektur reicht es nicht, wenn sich der Architekt im Idealfall vertieft mit einer Fragestellung auseinander setzt. Auch der Bauherr sollte sich genügend Zeit nehmen, um nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Ein Haus ist keine App, welches mit einem einfachen Update neu gestaltet werden kann. Das Spannungsfeld zwischen den «unverbindlichenunendlichen» digitalen Möglichkeiten, wo das ständige Anpassen immer möglich ist, versus der verbindlichen und endlichen archaischen Architektur, wo das Ändern nachträglich nur schwer möglich ist, wird für viele immer grösser.

Niemand will oder kann entscheiden, man ist sich schon gewohnt, vieles immer wieder anzupassen, oft unreflektiert aufgrund von neuen Informationen… diese Art zu Leben und Arbeiten führt zu Konflikten – nicht nur in der Architektur, wo Entscheidungen von einer gewissen Tragweite gefällt werden müssen. Wenn wir nicht mehr lernen, reflektierte Entscheidungen zu treffen, und auch die Verantwortung dafür zu übernehmen und auszuhalten, führt das früher oder später zu unangenehmen Situationen. Das Wechselspiel in der Entscheidungsfindung zwischen Input- und Reflexionsphase sollte gelernt sein, gerade bei den «unverbindlichenunendlichen» Informationsmöglichkeiten von heute, um Entscheidungen mit Tiefgang zu treffen.

Grundlage guter Entscheidungen ist das Beobachten, die Achtsamkeit… Achtsamkeit braucht jedoch Ruhe und Zeit, da gibt es keine Abkürzungen, auch nicht in Form der «unverbindlichenunendlichen» digitalen Hilfsmittel.

Wer nicht selber mit einer gewissen Weitsicht entscheiden kann, für den wird irgendwann entschieden…


db Nr. 3/15: Schwerpunkt Putz – Schulhaus Krauer in Kriens

2. März 2015 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

DB--_003_2015_0001_P40614Das Schwerpunktthema der März-Ausgabe 2015 der Deutschen Bauzeitung «db» ist dem Putz gewidmet.

Ich wurde anfangs Jahr von «db»-Redakteur Martin Höchst bezüglich einer Publikation zur Fassadensanierung des Schulhaus Krauer in Kriens angefragt. Es ist schön und ein gutes Zeichen, wenn für einen Bau, der 2009 fertig gestellt wurde, immer noch ein Interesse für eine Publikation besteht.

Die fünf verschiedenen Putzstrukturen beim Schulhaus Krauer stehen in ihrem Ausdruck und in ihrer Materialqualität für einen Trend, der sich in den letzten Jahren noch verstärkt hat: Weg vom glatten, schnell und kostengünstig aufgetragenen Kunststoffputz, hin zur expressiveren, grobkörnigeren verputzten Hausfassade in mineralischen Qualität, die das sinnliche und naturnahe Wohnen verbindet.

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Der Beitrag «Stilgerechte Kruste» von Manuel Pestalozzi, beschreibt auf fünf Seiten die architektonische Idee der fünf verschiedenen Putzstrukturen, welche die Sichtbetonfassaden aus dem Jahr 1972 optisch durch eine ausdrucksstark verputzte Aussendämmung ersetzten.

Tipp:
2012 – Coviss Nr. 6 «Strukturgebende Putzsubstanz ersetzt Sichtbeton»


Architekturgeschichte: Vorlesungen von Dr. André Meyer

10. Februar 2015 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Ich hatte leider nur zwei Semster Architekturgeschichte am Abendtechnikum der Innerschweiz (Atis) in Horw. Jedoch standen die Vorlesungsabende in den Jahren 1995 bis 1996 immer für den Wochenhöhepunkt an unserer Schule! Unser Dozent Dr. André Meyer war in dieser Zeit in verschiedenen Funktionen für das Bundesamt für Kultur am Europarat in Strassburg tätig. Als ehemaliger Kantonaler Denkmalpfleger des Kanton Luzern und mit einer Ausbildung in Architektur- und Kunstgeschichte an der Universität Zürich, eine bestens geeignete Persönlichkeit aus Luzern.

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Es gab in den Vorlesungen keine Unterlagen, wir mussten uns selber eine Zusammenfassung mit den dazugehörigen Plänen und Bildern schreiben, und das alles vor der bequemen digitalen Suche… Am Ende aller Vorlesungen hatten wir eine mündliche Diplomprüfung zu bestehen.

Ich nahm mir vor, jede Vorlesung auf einem A4-Blatt zusammenzufassen, nur das Wichtigste – was natürlich sehr subjektiv ist – um so eine Grundlage zu haben für die Vorbereitung auf die Diplomprüfung. Den Text schrieb und gestaltete ich auf Adobe PageMaker, das Vorgängerprogramm von Adobe InDesign. Bilder und Pläne kopierte ich aus Büchern und klebte sie zwischen den Text und kopierte dann das ganze noch einmal… Übergang von der analogen in die digitale Zeit!

Architekturgeschichte ist Grundlage, um sich bewusst mit Architektur auseinanderzusetzen. Architektur steht immer im Spannungsfeld von Gesellschaft, Technologie, Politik, Religion und Kunst. Dr. André Meyer hatte die Gabe, in packender Art und mit guten Vergleichen, wichtige politische und religiöse Ereignisse, technische Entwicklungen und Einflüsse der Kunst auf die Architektur uns in nur 31 Vorlesungsabende näher zu bringen und die Neugierde in uns zu wecken für eine selbständig vertiefte Betrachtung.

Die Vorlesungen in Architekturgeschichte von Dr. André Meyer, zusammengefasst von mir, ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit, unter dem selbstgewählten Titel «Von der Minoischen Kultur bis zum Englischen Garten», finde ich einen guter Einstig in die Geschichte der Architektur, auch für nicht ArchitektInnen.

Architekturgeschichte öffnet einem die Augen für vieles – man kann nur sehen, was man weiss – und Wissen kommt von Bildung.

Tipp:
Architekturgeschichte: Von der Minoischen Kultur bis zum Englischen Garten (Atis Horw: A46 / Dozent: Dr. André Meyer / Zusammenfassung: Patrick J. Schnieper)


Edition Hochparterre – Grundrissfibel Alterszentren

18. Januar 2015 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Imhbd_bericht_wettbewerb_IH_vorlage | Version 1.0 November 2014 erschien die Publikation Grundrissfibel Alterszentren, ein Büchlein, das 44 Architekturwettbewerbe in der Schweiz zwischen 2002 und 2014 beleuchtet. Jedes der 240 Projekte wird auf einer Doppelseite in Form von Plänen, mit Figurgrund, Erdgeschoss, Regelgeschoss und Schnitt vorgestellt.

Darin ist auch ein Beitrag von unserem Büro vertreten: Projektwettbewerb Alters und Pflegeheim «Da Casa Val Lumnezia» in Vella, in welchem wir 2009 den 4. Rang ereichten. Schon 2009 wurde im “hochparterre.wettbewerbe” Nr. 3 unser Wettbewerbsbeitrag vorgestellt.

Ein gelungenes Nachschlagewerk, welches in jedes Architekturbüro gehört, das sich mit Alterszentren beschäftigt!


Raum und Wohnen Nr. 12/14 ⋅ 1/15

17. Dezember 2014 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

blog raum und wohnen 12_1Unter dem Titel: «Die Leichtigkeit des Steins» erscheint heute, 17. Dezember 2014, in der Zeitschrift RAUM UND WOHNEN eine 13-seitige Reportage über das Haus Meyer-Berni in Vals.

Die Idee, eine Winterreportage zu machen, wurde zur Geduldsprobe für die Fotografin Francesca Giovanelli aus Birr. Eine Winterreportage braucht Schnee – am besten 50 cm Neuschnee – und blauen Himmel… Und genau das sollte nicht sein im Winter 2012/13. Dieses Jahr am 7. und 8. Februar 2014 hat es dann geklappt. So kann es dann schon drei Jahre dauern von der Idee bis zur Publikation einer Reportage.

Eine gute Idee braucht oft etwas länger Zeit… auch beim Bauen!


Villa Arpel – Symbol für spiessige Modernität?

14. November 2014 von Patrick J. Schnieper  l  Kommentar hinzufügen

Wer Jacques Tatis Oscar-gekrönte Filmkomödie «Mon Oncle» einmal gesehen hat, wird sie nie mehr vergessen. Die Villa Arpel steht im Zentrum dieses zeitkritischen Films aus dem Jahre 1958, welcher den ungebrochenen französischen Fortschrittsglauben auf amüsante Art auf die Schippe nimmt. Die Villa – ein supermodernes Haus in gestalterischer wie technischer Hinsicht – lässt die Bewohner sonderbar angestrengt aussehen; die Antithese zur Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf…

blog villa arpel grossVilla Arpel mit den charakteristischen Bullaugenfenster und Fischspringbrunnen im Garten

Das Haus steht für das moderne Nachkriegsleben der französischen Elite: Was technisch machbar war, wurde im Haus integriert, die Technik hat den Menschen zu dienen. Auch der architektonische Ausdruck des Hauses verkörpert diese Modernität: Ein Manifest geometrischer Grundformen, welche für Fortschritt stehen. Alles scheint kontrollierbar… Nur das Leben der Bewohner nicht, durch die vielen gestalterischen und technischen Tücken, die so ein modernes Haus bietet. Der Fischspringbrunnen und seine Bewohner bilden einen schönen Kontrapunkt zum Formalismus von Haus und Garten.

Wo sind die Grenzen der Gestaltung in der Architektur? All dies wird in diesem Film auf unterhaltsame Weise aufgezeigt. Alles ist arrangiert und klinisch sauber. Die Architektur als Kunstwerk – «Bitte nicht berühren». Eigentlich stören nur die Arpels mit ihrem Sohn Gérard und ihren Gästen die durchdachte Ästhetik.

Irgend jemand hat mal gesagt: «Was ein Klo hat, kann keine Kunst sein».

Aufgelockert wird das Ganze durch den arbeitslosen Onkel, Monsieur Hulot, welcher der beste Freund des 9jährigen Sohns Gérard ist, ihn regelmässig von der Schule abholt und natürlich mit der Technik auf Kriegsfuss steht!

Tipps:
Jacques Tati Mon Oncle – Trailer / DVD
The Magnificent Tati – Film
Mon Oncel – Poster