ArchitekturCumulus

Rotterdam: Architektur-Selfie 2.0 :-)

Das im letzten Jahr auf unserem Büroausflug nach Kopenhagen spontan etablierte Architektur-Selfie hat uns – Ursi Bünter, Stanislava Janjic sowie mich – natürlich auch auf unserem diesjährigen Büroausflug nach Rotterdam beschäftigt.

Was letztes Jahr spontan passierte – die Idee mit dem Architektur-Selfie – wurde in diesem Jahr schon mit mehr Bewusstsein weiter verfolgt. Zum Bespiel war die Frage ein Thema, wo wollen wir uns aufstellen, um die Idee der Architektur einzufangen, ohne die übliche Touristenperspektiven zu wählen.

«Rotterdam: Architektur-Selfie 2.0 🙂 » im Uhrzeigersinn: Centraal Station by CROSS Architecture, De Rotterdam by Rem Koolhaas OMA, Markthalle by Winy Maas MVRDV, Kunsthal by Rem Koolhaas OMA.

Spontan und lustig war es trotzem bei jeder Aufnahme immer wieder… Das Gebäude und die Köpfe unter einen Hut (Foto) zu bringen, war nicht immer ganz einfach! Es gab vor jedem Objekt viel zu lachen.

Natürlich haben wir uns beim Fotografieren nicht nur mit Architektur und Architektur-Selfies beschäftigt, wie das Foto mit der Katze «RIPNDIP» beweist. Es gab in Rotterdam und Den Haag neben gutem Kaffee und Essen auch noch viele andere interessante und lustige Dinge zu entdecken, wenn man nur die »Augen« genügend weit offen hat und die Architektur-Brille bei Seite lässt…

Ich freue mich jetzt schon auf den Büroausflug 2019!

Tipps

Rotterdam – die ruhige, moderne Hafenstadt

Bereits die Ankunft am Hauptbahnhof von Rotterdam war beeindruckend. Das Gebäude der «Centraal Station» besitzt eine Fensterfront, die dem Besucher bei seinem Empfang den ersten Blick auf die Stadt gewährt und gleichzeitig den Raum mit Licht durchflutet. Auch von aussen ist die «Centraal Station» ein Hingucker. Das auskragende Dach, das an ein weit aufgerissenes Haimaul erinnert, wies uns den Weg Richtung Stadtzentrum. Obwohl Rotterdam die zweitgrösste Stadt der Niederlande ist, gehört sie zu den weniger typischen Reisezielen. Das merkt man der Stadt ziemlich schnell an. Entspanntheit und Ruhe scheinen hier zum Alltag dazuzugehören.

Das markante Dach des Hauptbahnhofes «Centraal Station»

Die Hafenstadt, deren Stadtzentrum im zweiten Weltkrieg fast vollständig ausgelöscht wurde, schaffte sich in den letzten 70 Jahren ein neues Gesicht. Der Wiederaufbau bietete damals den idealen Nährboden für die moderne Baukunst. Aus diesem Grund machten wir uns auf die Spuren der progressiven Architektur. Der weltberühmte Architekt Rem Koolhaas spielte für uns auf dieser Reise natürlich eine wichtige Rolle. Der niederländische Architekt zeichnet sich selber nicht nur durch seine Bauwerke aus, sonder auch über seinen Bücher «S, M, L, XL» oder das «Delirious New York». Das erste Gebäude von Koolhaas, dass wir besichtigten, war das «Timmerhuis». Dieses wurde direkt an das L-förmige, massive Bestandsgebäude aus dem Jahr 1954 angebaut. In dieser erstaunlich ruhigen Stadt sind das nicht die einzigen Gebäude, die so kontrastreich nebeneinander stehen. So setzt sich das Aufeinanderprallen der verschiedenen Zeitepochen im Stadtzentrum fort. Die spätgotische Kirche steht neben der riesigen Markthalle, welche seit der Eröffnung 2014 zu einem der wichtigsten Wahrzeichen Rotterdams zählt. Mit vielen verschiedenen Gerüchen von den zahlreichen Food-Ständen in der Nase bewunderten wir in der hufeisenförmigen Halle das eindrückliche Gemälde an der Decke. In Sichtweite Richtung Osten davon entfernt befand sich das nächste Highlight – die Kubushäuser von Piet Blom. Mit den um 45 Grad geneigten Wänden und der schmalen Treppe, die durch das dreigeschossige Haus führt, hatten wir die Möglichkeit, ungewohnte Architektur zu erleben.

Als wir am Ufer der «Nieuwe Maas» standen, wo sich die Silhouetten der Wolkenkratzer am Horizont abzeichneten, waren wir von neuem beeindruckt. Eine architektonische Ikone neben der anderen streckte sich in den Himmel. Das Gebiet «Kop van Zuid», das als Insel von der «Nieuwe Maas» umschlossen wird, ist ein «must-see». Die Hochhäuser umrahmen die Insel und im Kern findet man ältere Gebäude, die mit Dacherweiterungen zu trendigen Hotels transformiert wurden. Wenn man die Insel durchquert hat und die Werke von Renzo Piano und Rem Koolhaas genießen konnte, steht man schon an der Spitze der Insel und blickt zurück. Das weltbekannte Hotel New York, welches 1917 das Hauptverwaltungsgebäude des grössten Kreuzfahrtunternehmens war, wird links und rechts durch zwei Hochhäuser flankiert. Wieder findet sich hier ein gelungener Gegensatz zwischen dem Neuen und Alten, Hohen und Niedrigen. Die Erasmusbrücke, benannt nach dem Theologen und Humanisten Erasmus von Rotterdam (1466 – 1536), welcher auch 15 Jahre in Basel wirkte, bildet die Verbindung zurück zum Festland. Auffallend elegant wirkt die Brücke mit dem weissen, angewinkelten Pylon und den gespannten Schrägseilen.

Im Museumspark trafen wir wieder auf den Stararchitekten Rem Koolhaas. Hier entwarf er die «Kunsthal», die mit einem ungewohnten Mix aus verschiedenen Materialen und der Erschliessung über Rampen einen spannenden Rundgang durchs Museum garantiert. Weitere Museen wie das «Het Nieuwe Instituut», wo zeitgenössische Kunst und Architektur ausgestellt wird, bieten viel mehr als nur eine gute Ausstellung. Die Gebäude für sich sind schon einen Besuch wert.

Frühstück im Dachgarten des «Op Het Dak»

Kulinarisch können wir Rotterdam nur loben. Ob im kleinen, aber extrem feinen «De Matroos en het Meisje» zum Nachtessen oder über den Dächern der Stadt im «Op Het Dak» zum Frühstück, jedes mal mussten wir fast traurig gehen, weil das Essen schon wieder vorüber war. Im gleichen Gebäude wie das «Op Het Dak» findet sich im Erdgeschoss der Architekturhub OMI, welcher mit seiner Bücherauswahl sehr empfehlenswert ist.

Am Tag unserer Abreise brachen wir nach einer Stärkung im witzigen Café «Man Met Bril» nach Den Haag auf. Den Haag, allen bekannt angesichts des internationalen Gerichtshofes, lag für uns auf dem Weg zum Flughafen in Amsterdam. Das Erste, was uns auffiel, war die Menge an Touristen, die sich hier aufhielten. Da die Gebäude im zweiten Weltkrieg in Den Haag weniger leiden mussten als in Rotterdam, ist hier die Geschichte viel präsenter. Zudem liegt die Stadt am Meer, was ebenfalls ein Touristenmagnet ist und an diesem warmen Julitag alle ans Wasser lockte, was für uns der Grund war, umgehend zurück in das liebliche Stadtzentrum zu flüchten. Auf der Suche nach gutem Kaffee entdeckten wir zufällig das kleine Café und Ladengeschäft «Esspresso Perfetto», was ein gelungener Abschluss unserer eindrücklichen Reise war.

Tipps

WM-Ball 2018: farblich top – grafisch ein Flop!

Ab heute steht der Ball «Telstar18» für einen Monat im Mittelpunkt. Adidas zeichnet seit der Fussballweltmeisterschaft 1970 für den WM-Ball verantwortlich. Design und Technik haben sich seitdem stetig weiter entwickelt, siehe auch Post vom 12. Juni 2014: FIFA WM-Ball: Design Evolution 1970- 2014.

FIFA WM-Bälle: 2018 «Telstar18», 1978 «Tango» und 1970 «Telstar»

Das Design des aktuellen Balls «Telstar18» soll von den russischen Städten inspiriert sein… Haben die Leute von Adidas da wohl an die trostlosen Plattenbauten der Vorstädte gedacht? Mich erinnert das Pixel-Design höchstens an den CNF-Chip, der im Ball steckt. Der aktuelle Fussball soll an den ersten «Telstar» von 1970 und sein grossartiges Design mit den schwarzen Pentagonen und weissen Hexagonen erinnern. Die Gestaltung dieses «Telstars» wurde bewusst stark abstrahiert, um eine möglichst gute Sichtbarkeit des Balls am Fernseher zu gewährleisten. Das aktuelle verpixelte Design bewirkt gerade das Gegenteil. Viele Torhüter haben sich anfänglich beklagt, das der «Telstar18» ein «Flatterball» sei, was natürlich nicht stimmt. Das Gefühl kommt vom ungleichmässigen Muster, das den Ball flatterig erscheinen lässt. Auf die perfekte Geometrie einer Kugel gehört ein gleichmässiges Design, wie das beim «Telstar» aus den Jahren 1970 und 1974 der Fall war, oder beim «Tango» ab 1978 bis 1998.

Was mir am neuen Ball gefällt ist das schwarzweisse Design und die goldigen Beschriftungen, welche dem «Telstar18» eine edle Note geben. Der farbige «Brazuca-Ball» der letzten WM fand ich wenig überzeugend. Ein Ball sollte eine farblose, gleichmässige Musterstruktur haben.

Weniger Farbe wäre auch bei den Fussballschuhen oft mehr. Die Farben der Nationalmannschafts-Tenues sollten optisch im Mittelpunkt stehen und nicht die papageiartigen Fussballschuhe der Spieler. Da erinnere ich mich gerne an die klassischen, schwarzweissen Fussballschuhe zurück.

Das Schwarzweiss des WM-Balls 2018 ist top, die unregelmässige Pixelgrafik jedoch ein Flop. Um an die «Telstar»-Legenden aus den 1970er-Jahre anzuknüpfen, braucht es gestalterisch etwas mehr. Der aktuelle WM-Ball hat aus meiner Sicht den Namen «Telstar» nicht verdient.

Tipps:

Smart Metropolitan Car – BMW i3

Ich werde mir einen BMW i3s kaufen, sobald die neue Batterie mit 45 kWh verfügbar ist und somit eine realistische Reichweite von 300 km möglich wird. Das Auto sollte diesen Sommer vorgestellt werden. Mit der neuen Batterie wird dieser kleine Flitzer eine richtig gute Alternative zu einem Verbrenner. Das heisst für mich als Luzerner, dass ich die beiden Metropol-Regionen Zürich und Basel mit einer Batterieladung problemlos erreichen kann und erst wieder Zuhause laden muss.

Das stufenlose Beschleunigen und das geräuschlose Dahingleiten machen das Fahren zu einem Erlebnis. Was mir speziell am BMW i3 gefällt, ist das smarte Gesamtkonzept. Das Auto wurde von Grund auf als Elektroauto entworfen. Das spürt man an seinem futuristischen Design: Grosse Räder, die den Rollwiderstand minimieren, oder die eigenständige Silhouette, welche sich speziell durch das abgesetzte Fenster in der Hintertür auszeichnet, mit der Idee, dass Kinder einen besseren Blick nach aussen haben.

Sehr vorteilhaft finde ich auch, dass das Auto nur 3.99 Meter lang ist, was das Parkieren in der Stadt zu einem Kinderspiel macht. Der Wenderadius beträgt lediglich 10 Meter! Auch ist die erhöhte Sitzposition sehr komfortabel bezüglich Übersicht, ähnlich einem SUV, was aus dem BMW i3 jedoch keinen Aerodynamik-Weltmeister macht. Die Carbon-Fahrgastzelle hat nicht nur Gewichtsvorteile, Carbon ist auch elastisch, so dass sich kleinere (Park-)Schäden selber wieder zurückbilden.

Ein entscheidender Punkt bei einem Elektroauto bezüglich Nachhaltigkeit ist, dass die Batterie nicht zu schwer ist. Die Batterie plus der Elektromotor sollten nicht schwerer sein als ein Verbrennermotor plus Getriebe, Abgasanlage und Tankfüllung. Die Batterie im aktuellen Modell wiegt ca. 260 kg und der Elektromotor 50 kg. Das ganze Auto ist durch die Carbon Hülle nur 1300 kg schwer. Im grosszügigen Innenraum werden Naturfasern verwendet und das Leder wird mit Olivenblättern umweltschonend gegerbt. Das Auto ist zu 95% recyclebar und wird aus 100% erneuerbarer Energie produziert.

Um die Idee des BMW i3 zu verstehen, sollte man das Auto hinsichtlich Design und Technik mit einem unvoreingenommenen Blick betrachten – oder testen. Das Fahren mit diesem Elektro-Flitzer macht richtig Spass!

Tipp

Mein erster Kurs als Dozent bei den Studierenden für Einrichtungsgestaltung an der HFTG in Zug

Als ich im letzten Sommer vom Schulleiter Andreja Torriani angefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, an der Höheren Fachschule für Technik und Gestaltung HFTG zu unterrichten, freute mich das sehr. Die HFTG bildet EinrichtungsgestalterInnen berufsbegleitend in zwei Modulen aus. Der Basislehrgang dauert 10 Monate und der Diplomlehrgang 15 Monate. Unterrichtet wird jeweils am Freitag den ganzen Tag sowie am Samstagmorgen. Mein Pensum im Basislehrgang für das Fach «Raumgestaltung und Funktion» beträgt 40 Lektionen plus die Vorlesung erarbeiten und die Arbeiten bewerten.

Schlussabgabe von Brigitta Marti, Iréne von Euw, Barbara Kuhnke – Klasse GE10

Nach einer Woche Bedenkzeit und Gesprächen mit Freunden habe ich entschieden, mich auf diese Herausforderung einzulassen…

Es war der richtige Entscheid. Die Schule gab mir eine Carte Blanche bezüglich Unterrichtsinhalt. Das Fach «Raumgestaltung und Funktion» lässt vieles zu! Ich wusste, dass die Personen, welche den Kurs besuchen werden, aus ganz unterschiedlichen Berufsrichtungen und Altersstufen stammen. Auf den ersten Blick schien dieser Aspekt herausfordernd: Von der Kindergärtnerin über die KV-Angestellte bis zur Architektin war alles dabei. Wie sich jedoch schnell herausstellte, spielen weder das Alter noch der Beruf wirklich eine Rolle, wie sich ein Student oder Studentin entwickelt. Viel wichtiger ist, dass man sich voll auf die Aufgaben einlassen kann und so eine Leidenschaft entwickelt für das was man macht.

Es war beeindruckend zu sehen, was die einzelnen Studierenden mit so unterschiedlichem Background in den nur drei Monaten, in denen ich sie unterrichtete, erreichten. Neben einem theoretischen Teil, wo die Grundlagen zum Thema Raum erarbeitet wurden, stand das Raummodell im Vordergrund, mit dem sich jede Studentin und jeder Student in drei Übungen zu verschiedenen Raumaspekten praktisch beschäftigte.

Es war für die Studierenden grösstenteils neu, sich so abstrakt mit dem Thema Raum zu befassen. Die drei Übungsabgaben wurden jeweils vor der ganzen Klasse präsentiert und besprochen. Für die Mehrzahl der Studierenden war das Modell bauen, das CAD sowie die grafische Gestaltung eines A3-Blattes Neuland. Die praktischen drei Übungen mussten die Studenten und Studentinnen am Abend und Wochenende zuhause bearbeiten, was neben einem 80% Arbeitspensum sehr anspruchsvoll ist. Ich habe grössten Respekt von den eindrücklichen Schlusspräsentationen, welche ich am letzten Schultag zu sehen bekommen habe!

Die Bewertungen der Arbeiten war anspruchsvoll. Eine gerechte Bewertung in diesem Fach braucht Zeit. Zeit die ich mir jedoch gerne genommen habe.

Ich freue mich nun auf meine zweite Klasse, welche ich im Oktober dieses Jahr das erste Mal unterrichten werde.

Tipp

  • Der Dokumentarfilm «Archiculture» begleitet fünf US-amerikanische Architekturstudenten des Pratt Institute bei Ihrer Thesis

Mein erstes Semester als Architekturstudentin

Das erste Semester des berufsbegleitenden Architekturstudiums liegt bereits hinter mir und ich befinde mich schon fast wieder in der Hälfte des zweiten Semesters. In diesem Blogbeitrag schildere ich einen Rückblick auf den Start meines Architekturstudiums an der Hochschule Luzern. Am Anfang ist die Mehrheit der Fächer so ausgelegt, dass in erster Linie interdisziplinär unterrichtet wird. Die fächerübergreifende Zusammenarbeit ist einer der Schwerpunkte der Hochschule Luzern für Architektur und Technik und wird schweizweit nur in Horw angeboten. Dabei arbeiten Architekten mit Innenarchitekten, Bauingenieuren und Gebäudetechniker zusammen. Diese Unterrichtstechnik soll die spätere Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen am Bau erleichtern. Den Studenten werden die gleichen Grundlagen beigebracht und jeder Studiengang wird dann fachspezifisch ergänzt.

Bei den Architekten ist dies das Entwurfsfach. Es nennt sich «Die Grundlagen der Architektur» und findet für alle Architekturstudenten im ersten Semester statt. Das Fach setzt sich aus verschiedenen Atelierthemen zusammen, die von den Studenten je nach Interesse gewählt werden konnten. Durch das Semester hindurch wurden die Studenten von den Dozenten, die die verschiedenen Ateliers führen, begleitet. Wöchentliche Tischkritiken und monatliche Zwischenkritiken halfen bei der Reflexion des eigenen Entwurfes und forderten jeden auf, seine Arbeit immer wieder von neuem zu überarbeiten.

Detailaufnahme aus dem Gipsmodell der Schlussabgabe.

Ich habe mich für das Atelier «Raum, Licht und Schatten» entschieden. Die Aufgabe für die Schlussabgabe war es, eine dreizellige Raumsequenz zu entwerfen. Die Räume sollten nutzungsneutral sein. Die gegebene Situation für unseren Entwurf war das Seeufer in Horw im Gebiet Winkel, welches nahe an der Hochschule Luzern liegt. Der erste Schritt war es, eine Beziehung zum Ort und zur Topographie herzustellen. Danach mussten wir uns mit den Räumen befassen, wie das Öffnungsverhalten sein sollte, damit eine spannende Lichtstimmung entstand. Das Ganze dokumentierten wir mit handgezeichneten Plänen und Gipsmodellen. Die Gipsmodelle waren einerseits sehr schön zum Anschauen, andererseits mussten wir uns beim Schalungsbau mit der Negativform des Raumes auseinandersetzen, was mir zu Beginn schwer gefallen ist. Jedoch war für mich der Schalungsbau am Schluss wie eine letzte Kontrolle, ob das Modell so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich im Architekturstudium meine Freizeit meistens in der Hochschule verbringen werde. Als berufsbegleitende Studentin ist es für mich ein Pendeln zwischen der Schule und dem Arbeitsplatz. Es bleibt wenig Freiraum für Privates. Jedoch kann ich rückblickend bestätigen, dass es sich gelohnt hat, diese vielen Stunden an der Schule zu verbringen. Ich habe sehr viel gelernt und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Entwurf.

Tipps:

Meine Kolumne «Schlusspunkt» im RAUM UND WOHNEN

In der aktuellen Februar-Ausgabe Nr. 2/18 habe ich im Magazin RAUM UND WOHNEN meine erste eigene Kolumne mit dem markanten Namen «Schlusspunkt». RAUM UND WOHNEN, das führende Schweizer Magazin für Architektur, Wohnen und Design, hat eine Auflage von 27’000 Exemplaren und erreicht ca. 109’000 Leser pro Ausgabe.

Ausschnitt aus der aktuellen Kolumne «Schlusspunkt» im Raum und Wohnen 2/18

Auf der vielbeachteten letzten Seite habe ich die Gelegenheit, meine Beobachtungen und Gedanken zu bedeutenden Bauten in der Schweiz wie auch im Ausland – welche ich selber besucht habe – zu beschreiben und mit einem Foto zu bebildern.

In meinem ersten «Schlusspunkt» steht das Hotel Therme in Vals von Peter Zumthor mit dem Titel «Update» im Focus. Fast ein Heimspiel für mich, da ich oft in Vals bin. Denn mein bester Jugenfreund hat eine Valserin geheiratet, so habe ich die ganze Geschichte rund um die Therme Vals «hautnah» miterlebt…

Ich freue mich auf die nächsten Ausgaben von RAUM UND WOHNEN – und meinen «Schlusspunkt», wo ich weitere architektonische Perlen beschreiben und kommentieren darf.

Tipps:

Ein Eidgenössisches Planungs- und Baugesetzt muss her!

Die Schweizer Baugesetzgebung gleicht einem «Dschungel», in diesem gedeihen und wuchern verschlungen Gesetze und Verordnungen. Sie sorgen für unnötigen Aufwand und schaffen teure Ineffizienz. Konkret bedeutet dies, dass jeder Kanton über eigene Planungs- und Baugesetze verfügt, jeweils mit entsprechenden Verordnungen, Reglementen und Weisungen. Dem unterstellt sind die Bau- und Zonenordnungen der Gemeinden. Total gibt es in der Schweiz über 140’000 Gesetzes- und Verordnungsartikel im Planungs- und Bauwesen.

Eine massive Vereinfachung wäre ein Eidgenössisches Planungs- und Baugesetz. Dieses übergeordnete Gesetz würde für die ganze Schweiz die wichtigsten Parameter wie Fassadenhöhe, Geschossigkeit, Gebäudelänge, Nutzungsziffern, Grenzabstände, Strassenabstand und mehr einheitlich regeln. Bestrebungen in diese Richtung laufen bereits unter dem Begriff «Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe» (IVHB).

Die beiden Skizzen zu Gebäudelänge – sie werden schon von einigen Kantonen angewendet – sind das Resultat der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe IVHB

Auf kantonaler Ebene würden nur noch übergeordnete Planungsaufgaben geregelt wie Richtpläne und Nutzungspläne.

Auf Ebene der Gemeinde gebe es weiterhin die Bau- und Zonenordnungen, welche Bauzonen definiert und ortsspezifische Besonderheiten regelt wie Firstrichtungen, Dacheindeckungen (Material), maximale Gebäudelängen und weitere lokale Regeln, die sinnvollerweise vor Ort gelöst werden müssen.

Das würde eine massive Vereinfachung für Bauherren, Planer aber auch Kantone und Gemeinden bedeuten. Heute «bastelt» jeder Kanton sein eigenes Planungs- und Baugesetz. Das Resultat ist oft nicht nur wenig erhellend sondern auch sehr aufwändig. Ein aktuelles Beispiel ist der Kanton Luzern, der die Ausnutzungsziffer (AZ) durch die Überbauungsziffer (ÜZ) ersetzen möchte, was grundsätzlich zu begrüssen ist und eine Vereinfachung darstellen sollte. Jedoch ist der Kanton nicht in der Lage, das Gesetz so auszuarbeiten, dass es nicht mit Dutzenden von Ergänzungen und Ausnahmen ergänzt werden müsste! Siehe auch den Beitrag vom vom 29. Juli 2015: Die neue Überbauungsziffer und ihre Schwachpunkte…

Ziel muss es sein, dass ein Eidgenössisches Planungs- und Baugesetz übergeordnetes Recht schafft, wie die Brandschutzvorschriften, welche seit 2015 gesamtschweizerisch geregelt sind. Dadurch wird eine weitere Kultivierung der Schweizer Architekturentwicklung erreicht. Und, Bauherren, Planer, Architekten, Beamte und Politiker laufen so weniger Gefahr, sich im «Dschungel» zu verirren.

Tipp:

Hudson Yards: «Vessel» – der Weg ist das Ziel!

«Vessel» soll die Besucher direkt vom «High Line Park» in die «Hudson Yards» locken. «Hudson Yards» ist momentan das Mega-Vorhaben in New York City. Am Ende des High Line Parks zwischen der 30. und 34. Strasse, entsteht über den Abstellgleisen der Penn Stadion, dem verkehrsreichsten Eisenbahnknotenpunkt in Nordamerika mit über 500’000 Besucher täglich, das Hudson Yards-Projekt. Eine Ansammlung von Hochhäusern mit Büros und Wohnungen, einer Shopping-Mall mit 100 Luxusshops und diversen Restaurants. Doch die zwei eigentlichen Hauptattraktionen werden «The Shed» und «Vessel» sein. «The Shed» ist eine multifunktionale Kunsthalle auf Schienen, welche einen Platz von 17’000 Quadratmeter überdecken kann. «Vessel» steht in direkter Nachbarschaft zu «The Shed» und ist eine »sinnfreie« Treppenanlage über den Gleisen der Penn Station.

«Vessel» zwischen den Hochhäusern von «Hudson Yards» über den noch sichtbaren Abstellgleisen der Penn Station (Fotos 05.10.2017 / pat)
Im Hintergrund ist «Vessel» zu sehen – vorne ein Teil der fahrbaren Dachkonstruktion von «The Shed»

«Vessel» hat 2’500 Stufen, ist 600 Tonnen schwer und 45 Meter hoch. Der britische Designer Thomas Heatherwick liess sich von den indischen Stufenbrunnen inspirieren. Die Analogie mit den indischen Stufenbrunnen ist stimmig – mit einem kleinen Hacken für uns Besucher: Das Wasser folgt immer dem Weg des geringsten Widerstandes – nach unten – und wir sollen uns »sinnfrei« von unten nach oben schlängeln, über acht kranzartige Balkone. Bis heute war das freiwillige Treppensteigen immer mit der Belohnung verbunden auf dem höchsten Punkt einer Gegend zu stehen. «Vessel» macht da zwischen den «Hudson Yards»-Hochhäusern eine Ausnahme. Bis ins Jahr 2025 sollen in direkter Nachbarschaft zu «Vessel» total 15 High-Riser gebaut werden, und  «The Hudson Spire» soll mit 549 Metern das höchste Hochhaus in Manhattan werden und so das One World Trade Center um 8 Meter überragen, «Vessel» sogar um 504 Meter! Die «sinnfreie» Treppenanlage ist gerahmt von einer beeindruckenden Kulisse von Hochhäusern, mit Sicht auf die Urban Plaza, welche über den Gleisen der Penn Station zu stehen kommen soll und so ein angemessenes Ende für den sehr beliebten High Line Park bildet. Siehe auch Post vom 18. Oktober 2011: The High Line Park – again and again…

«Vessel» – ein meditatives Treppensteigen frei von Zielen: Der Weg ist das Ziel – ich freue mich auf den Herbst!

Tipps:

Swiss Engineering publiziert in der aktuellen Ausgabe meine drei «BIM»-Posts!

In der November Ausgabe der Zeitschrift «Swiss Engineering» werden unter dem Titel «Die Methode steht erst ganz am Anfang» meine drei «BIM»-Blogbeiträge, die ich letztes Jahr auf ArchitekturCumulus geschrieben habe, publiziert. Der Grund, warum Thomas Meier, Chefredaktor der Zeitschrift Swiss Engineering, die Blog-Serie publiziert: «Da ist jemand, der sich positiv kritisch mit dem Thema BIM beschäftigt hat.»

Der Begriff «BIM» bekommt eine immer stärkere Kontur

Diese Aussage freut mich natürlich. Ich begrüsse es sehr, wenn sich möglichst viele in der Baubranche mit dem Thema vertraut machen, um sich so auf Augenhöhe mit CAD-Distributoren und anderen austauschen zu können. Ich habe einige Rückmeldungen auf meine letztjährigen drei BIM-Posts gehabt: Es haben sich Architekten, CAD-Distributoren und Studenten bei mir gemeldet.

Dass sich jetzt die führende Fachzeitschrift «Swiss Engineering» – mit über 10’000 abonnierten Exemplaren das auflagenstärkste polytechnische Fachmagazin in der Deutschschweiz – dem Thema BIM annimmt, tut der Debatte nur gut.

Tipps: