ArchitekturCumulus

Meine «analogen» Architektur-Magazine

Meine «analoge» Architekturinformation und -inspiration kommt vorwiegend aus folgenden fünf Magazinen, die ich alle abonniert habe: «Archithese», «Detail», «Karton», «Tec21» und «Werk, Bauen + Wohnen».

Mein Informationsverhalten hat sich stark verändert, einerseits erfahrungsbedingt, andererseits durch die neuen digitalen Möglichkeiten. Als ich 1990 als Architekturstudent das «Werk, Bauen + Wohnen» und «Detail» abonniert habe, freute ich mich auf jede Ausgabe und studierte vieles sehr genau. Heute muss ich gestehen, dass ich diese fünf Architekturpublikationen oft nur noch sehr oberflächlich durchblättere. Vieles kenne ich schon aus den digitalen Architekturquellen oder aus anderen Print-Publikationen.

0192blog 25.04.16Wenn mich heute ein Thema interessiert, habe ich auf Knopfdruck oftmals mehr Informationen als mir lieb sind. Die Informationsflut hat zugenommen, die digitale wie die analoge. Neben meinen fünf abonnierten Architekturzeitschriften bekomme ich noch weitere Publikationen mehr oder weniger regelmässig frei Haus (Büro): «Architektur & Technik», «Modulør», «Hochparterre» und die «db», nur um die wichtigsten zu nennen.

Der Kaffeepausentisch im Büro ist oft kaum noch sichtbar, belegt mit Architekturzeitschriften und Firmenpublikationen. Durch die vielen Informations-Möglichkeiten geht der Reiz, sich zu informieren, bei mir etwas verloren.

Die fünf Magazine, die ich abonniert habe, sind mit viel Engagement und Können produziert. Ich frage mich jedoch, wie lange eine «nur» analoge Form eines Architekturmagazins künftig überleben kann.

«Archithese» ist das offizielle Organ des FSAI, der ca. 150 Mitglieder hat. Daraus ist zu schliessen, dass dieses Magazin bei einer Auflage von 8’500 Exemplaren viele Abonnenten haben muss. «Archithese» setzt seit dem Relaunch im Herbst 2015 auf analog & digital. Mit der neuen App ist es als Abonnent jederzeit möglich, auf alle «Archithese»-Ausgaben Zugriff zu haben.

«Detail» – eine deutsche Publikation mit einer Auflage von 26’000 Exemplaren, ist im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet und selbst in New York in einer englischen Version in Architektur- und Kunst-Buchhandlungen erhältlich. Ein «Must» für jedes Architekturbüro.

«Karton» ist ein Architekturmagazin, das sich mit der Architektur im Alltag der Zentralschweiz auseinandersetzt. Die Auflage von 4’500 Exemplaren ist erstaunlich hoch, da sich das mögliche Potential für Abonnenten in der kleinen Innerschweiz in Grenzen hält. Was für Tageszeitungen gilt, ist auch in der Architektur eine Tatsache. Das Regionale ist von Interesse, gerade wenn es so professionell und erfrischend gemacht ist, wie das die Leute von Karton machen!

«Tec21» ist das offizielle Publikationsorgan des SIA, der sich aus den Berufsgruppen Architekten, Ingenieurbau, Technik und Umwelt zusammensetzt. Jedes Mitglied bekommt «Tec21» einmal wöchentlich. Abgegolten wird es mit dem jährlichen Mitgliederbeitrag. Der SIA hat etwas mehr 12’000 Einzelmitglieder, davon sind ca. 7’500 Architekten.

«Werk, Bauen + Wohnen» ist offizielles Organ vom BSA, der ca. 1000 Mitglieder hat. Die Auflage für das Magazin ist mit 6’500 Exemplaren angegeben. Was ich bei diesem Magazin vermisse, ist eine digitale Ausgabe, gerade auf Architekturreisen wäre das ein Mehrwert!

Ich denke, es führt kein Weg an einem Angebot vorbei, das das Analoge und Digitale verbindet. Speziell eine gute «digitale Suchfunktion» ist heutzutage unentbehrlich bei der Suche nach einem Artikel, in einer digitalen oder analogen Ausgabe. Ebenso sind wir uns gewohnt – speziell die jungen Architekten – alle Informationen immer und überall zur Verfügung zu haben, gerade wenn sie mit einem Abonnement bezahlt sind.

Die Valser haben «ihre Therme» einem Grössenwahnsinnigen verschenkt…

Nun ist es vier Jahre her, seit die Stimmbürger der Gemeinde Vals über «ihre Therme» abgestimmt haben. Es wurde über eine Vorlage abgestimmt, ohne genau zu wissen, welchen Wert das ganze Geschäft hat. Zum Verkauf stand die weltberühmte Therme von Peter Zumthor, inklusive Hotel, Wasser und Grundstücke – die Hotel – und Thermalbad Vals AG. Leider wurde nie offiziell eine externe Geschäftsprüfung durchgeführt, um den möglichen Marktwert des Hotel Therme zu bestimmen. Auch wurde kein offenes und transparentes Bieterverfahren durchgeführt. Unter solchen Umständen ist die Rolle der Entscheidungsträger höchst fragwürdig, es hätte so nie eine Abstimmung geben dürfen.

Die Therme wurde 1996 eröffnet und entwickelte sich sofort zu einem Ort mit Weltruf. Ab 1999 wurde der Hotelbetrieb den Bedürfnissen von kulturinteressierten Gästen nach und nach angepasst. Das Unternehmen florierte, investierte laufend und zahlte Schulden zurück. Trotz dieser Erfolge versuchte die Gemeinde als Eigentümerin der Hotel Therme, ab 2006 einen Co-Investor zu finden; einerseits suchte man zusätzliches Kapital für einen Hotelneubau, andererseits sollte dieser über Know-how in der Betriebsführung verfügen. Die Gemeinde sollte als Hauptaktionär Miteigentümerin bleiben. Beauftragt mit dieser Suche war der damalige Verwaltungsratspräsident Pius Truffer. Seine Bemühungen blieben ohne Erfolg. Im Januar 2010 wurde Truffer von der Gemeindekommission, die für das gemeindeeigene Unternehmen zuständig war, nicht wiederbestätigt. Er verliess im Groll das Unternehmen. Dem Ganzen war auch ein Disput mit Zumthors vorausgegangen. Die Begründungen für die Absetzung waren indes sachlicher Natur: Ein jahrelanges, nicht den Reglementen entsprechendes Doppelmandat als Co-Direktor und Verwaltungsratspräsident, Kompetenzüberschreitungen und Missmanagement. Ein neuer Verwaltungsrat wurde eingesetzt und sollte die Geschicke des Unternehmens im Sinne der Gemeinde Vals führen.

Im Sommer 2010 kontaktierte das kantonale Amt für Wirtschaft die damalige Gemeindepräsidentin und teilte ihr mit, dass man einen Investor zur Hand hätte. Der Name sollte vorerst geheim gehalten werden. Auf Insistieren der Präsidentin – ohne Namensnennung sei keine Verhandlung denkbar – wurde der Name genannt: Remo Stoffel. Die Gemeindepräsidentin sagte dem Amtsleiter und dem bereits vorinformierten neuen Verwaltungsratspräsidenten Stephan Schmid ab. Die Begründung war, dass wenn der Name Remo Stoffel bekannt würde, die Gemeinde gespalten werden könnte. Dies, aufgrund des Rufes von Remo Stoffel in der Gemeinde und darüber hinaus.

Im Herbst 2011 wurde ein neuer Anlauf genommen. Die Regierung des Kantons Graubünden unter Martin Schmid, seine Amtstellenleiter und der Verwaltungsrat teilten dem überrumpelten Gemeinderat mit, man habe ein super Angebot für das Hotel Therme: 1 Million Franken in bar und die Zusage zu einem Hotelneubau für 50 Millionen. Der Investor: Remo Stoffel. Anlässlich einer Präsentation vom Verwaltungsrat im September 2011 wurde den Einwohnern dieses komplexe Geschäft als einmaliges und sehr gutes Angebot für Vals verkauft. Bereits Anfang Oktober sollte im Beisein von Regierungsrat Martin Schmid darüber abgestimmt werden. Das Angebot war nicht durchschaubar und es war schnell klar, dass es sich um ein «unfriendly take-over» handelte. Die unter Druck gesetzte Gemeindepräsidentin konnte den fahrenden Zug jedoch nicht stoppen. In Windeseile suchte sie weitere Mitbieter, in der Hoffnung, so Stoffel hindern zu können. Auch wurde schnell klar, dass der Verwaltungsrat und weitere Amtsträger die Seite gewechselt hatten.

Die Sieben auch die Glückszahl von Stoffel? Mit 7 Prozent Stimmenunterschied, hat er die Gemeindeabstimmung über den Verkauf der Hotel Therme für sich entschieden. Die drei Hauptprotoganisten haben alle 7 Buchstaben in ihrem Namen. Und der symbolische Verkaufspreis der Hotel Therme berträgt 7’777’777 Millionen Schweizer Franken…
Die Sieben auch die Glückszahl von Stoffel? Mit 7 Prozent Stimmenunterschied, hat er die Gemeindeabstimmung über den Verkauf der Hotel Therme für sich entschieden. Die drei Hauptprotagonisten haben alle 7 Buchstaben in ihrem Namen. Und der symbolische Verkaufspreis der Hotel Therme berträgt 7’777’777 Millionen Schweizer Franken…

Somit gab es in der Folge zwei, die sich um das Hotel Therme stritten: Die eine Offerte kam von der «Stoffelpart»-Gruppe, mit Remo Stoffel als Kopf und ab Januar 2012 mit dem plötzlich wieder auf der Bildfläche auftauchenden Pius Truffer als Wahlkampfhelfer. Stoffel ist ein im Immobilienbereich tätiger Unternehmer, Geldgeber und gebürtiger Valser. Truffer ist Mitbesitzer des Steinbruches und zweitgrösster Arbeitgeber in Vals und hat somit viel Einfluss auf das Dorf. Und er hatte jahrelang eine wichtige Rolle im Hotel Therme gespielt. Der zweite Bieter war eine Gruppe um Peter Zumthor mit dem Namen «IG Therme Vals». Alle vier Mitstreiter wie auch Zumthor sind keine Valser…

Die Valser entschieden sich am 9. März 2012 – nach einem intensiv, zum Teil diffamierenden Wahlkampf und vielen Versprechungen – mit 7 Prozent mehr Stimmen für die Offerte von Stoffel. «Stoffelpart» versprach den Valsern ein Mehrzweckzentrum im Boda. Speziell die jungen Valser fühlten sich so angesprochen. Wo es Gewinner gibt, gibt es auch immer Verlierer: Die 43 Prozent der Valser, die sich für die Offerte der «IG Therme Vals» entschieden haben. Sie müssen nun zuschauen, wie aus einem gut laufenden Betrieb ein lächerliches Marketing-Architektur-Projekt gemacht wird. Die zwei Verantwortlichen Stoffel und Truffer, die sich als Visionäre der alpinen Tourismus-Industrie geben, haben leider keine Ahnung – genau wie viele Valser übrigens auch – warum die Therme so erfolgreich war.

Die Architektur von Peter Zumthor ist nur der eine Teil, warum das Hotel und Bad zu einem Erfolg wurden. Der andere Teil ist der Inhalt – die Software – wie Peter Zumthor sein Konzept des Autorenhotels umschreibt. Was passiert in den Räumen, welcher Inhalt wird geboten. Und genau dieser Teil verstand seine Frau Annalisa Zumthor als Hoteldirektorin und Gastgeberin von 1999 bis 2009  vorbildlich zu kultivieren. Sie bespielte das Haus mit lebendiger Kultur wie Lesungen und Konzerten.

Peter Zumthor erhielt 1999 den Nobelpreis für Architektur – den Pritzker-Preis – von welchem das Hotel Therme profitierte und womit ein Hauch von Noblesse nach Vals kam. Es verkehrten Persönlichkeiten aus Kultur und Prominenz im Hotel Therme. Die Popularität von Peter Zumthor und die umsichtige Führung des Hotels durch Annalisa Zumthor war eine einmalige Mischung, die weder planbar noch einfach wiederholbar ist.

Die Idee von Peter Zumhor und seinen Mitstreitern der «IG Therme Vals» war es, den Betrieb mit einem Hotelneubau zu ergänzen und so behutsam in die Zukunft zu führen. Vals hatte sich bis dato einen Namen geschaffen, als kleine aber feine Kultur-Destination in den Schweizer Alpen.

Dieser Name scheint nun verspielt, die Kulturtouristen wendeten sich von Vals ab. Vals verzeichnete in den Erfolgsjahren 2001 bis 2010 einen Durchschnitt von 135’000 Logiernächten pro Jahr. Seit 2011 bis heute ging die durchschnittliche Besucherzahl um mehr als 30 Prozent zurück. Mit den beiden grössenwahnsinnigen Projekten, mit denen sich Stoffel und Truffer mit dem etwas fragwürdigen Namen «7132» (Postleitzahl von Vals) einen Namen schaffen wollen, kann sich der Gast, der sich von der Idee von Annalisa & Peter Zumthor abgeholt fühlte, nicht mehr identifizieren. Die beiden dümmlichen Projekte, ein 381 Meter hoher Wolkenkratzer vom amerikanischen Architekt Thom Mayne und der Park «im Boda» mit einer Grösse von 40’000 Quadratmeter vom japanischen Architekten Tadao Ando, sind eine falsch verstandene Art, einen Ort mit grossen Namen aus der Architekturszene zu entwickeln. Von einem Park wie auch einem Wolkenkratzer war vor der Abstimmung seitens Stoffel & Truffer noch keine Rede… Die Valser haben die Katze im Sack gekauft!

Ein «falscher» Volksentscheid kann aus einer kleinen Kultur-Perle ein durchschnittliches Bündner Bergdorf machen – mit all seinen wirtschaftlichen Folgen für alle Valser…

Tipp:
SRF Rundschau vom 9. März 2016: Eskalation um Valser Luxusresort | Theke: Remo Stoffel

Sockelleisten – Ein kleines, aber feines Detail

Sockelleisten bilden den Übergang vom Boden zur Wand – sind Schnittstelle zwischen Horizontalen und Vertikalen. Übergänge und Schnittstellen sind in der Architektur Themen, die viel über das architektonische Verständnis eines Architekten preisgeben.

Der Sockel dient einerseits als Schutzverkleidung in einem Bereich, wo die Mauer gegenüber mechanischer Abnützung und Verschmutzung exponiert ist. Neben dem funktionalen Aspekt sollte dem Sockel in gestalterischer Hinsicht in der Schnittstelle zwischen Horizontalen und Vertikalen genügend Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Für das Haus «Sunnerain» in Hertenstein bei Weggis haben wir eine Sockelleiste entworfen, die den funktionalen Aspekt abdeckt, gestalterisch überzeugt und preislich in einem vertretbaren Bereich liegt. Die Dreifaltigkeit in der Architektur: Funktion, Schönheit und Ökonomie.

Sockelleisten in MDF weiss gespritzt: Tiefen 35 mm und 55 mm, Höhe 30 mm mit ausgefräster Schattenfuge 10 x 10 mm.
MDF-Sockelleisten weiss gespritzt: Tiefen 35 mm und 55 mm, Höhe 30 mm mit ausgefräster Schattenfuge 10 x 10 mm.

Die MDF-Sockelleisten sind an die Weissputzwand geklebt. Durch die zwei verschiedenen Tiefen von 35 mm und 55 mm entstehen spannende, perspektivische Effekte. Die 1 cm hohe Schattenfuge ist anthrazit ausgespritzt und bekommt dadurch Tiefe, was dem Sockel zusätzliche Eleganz verleiht.

Mit den Sockelleisten ist es wie mit den Schuhen: Sie sagen viel über den Besitzer aus…

Architektur-Wettbewerbe: So stellt sich eine faire Fachjury zusammen

Seriöse Konkurrenzverfahren sind für Bauherrschaft und teilnehmende Architekten mit erheblichen Kosten verbunden. Daher finde ich es wichtig, dass eine Fachjury sorgfältig ausgewählt wird. Nachfolgend meine Überlegungen für eine faire Auswahl der Fachjury:

Eine Fachjury hat mindestens aus drei Personen zu bestehen, die innerhalb des Entscheidungsgremiums die Stimmenmehrheit haben. Die Fachjurymitglieder müssen aus unabhängigen, anerkannten Fachverbänden sein.

0189blog22.01.16.
BSA: Bund Schweizer Architekten | FSAI: Verband freierwerbender Schweizer Architekten | SIA: Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein

Beispiel für eine Fachjury, bestehend aus 3 Mitgliedern:
1 x SIA ArchitektIn
1 x FSAI ArchitektIn
1 x BSA ArchitektIn

Beispiel für eine Fachjury, bestehend aus 5 Mitgliedern:
2 x SIA ArchitektIn
2 x FSAI ArchitektIn
1 x BSA ArchitektIn

Wenn zwei oder mehr ArchitektInnen aus dem gleichen Fachverband in einer Jury vertreten sind, müssen sie zwingend aus verschiedenen Ortsgruppen sein, um eine unabhängige Jurierung zu gewährleisten. Es darf kein Fachverband eine Stimmenmehrheit haben.

Viele Architekturwettbewerbe werden zu Recht durch die öffentliche Hand initiiert, Projekte wie Schulhäuser, Altersheime, Verwaltungsgebäude und andere werden in der Regel durch Wettbewerbe vergeben. Es geht also meistens um grössere lukrative Projekte. Gerade deswegen muss sichergestellt werden, dass keine Bevorteilung durch eine Fachverbandangehörigkeit möglich ist, da es sich um Steuergelder handelt.

Was ist Kunst?

Was ist Kunst? Ich stelle mir diese Frage schon länger immer wieder, da die Aussage «Ich bin ein Künstler» vielen Zeitgenossen schnell über die Lippen kommt…

Ich bin mit Joseph Beuys einverstanden: «Jeder Mensch ist ein Künstler». Nur müsste sich auch jeder Mensch ausreichend mit sich selber auseinandersetzen, um zu merken, wo seine künstlerischen Möglichkeiten liegen.

Was Kunst ist, ist nicht messbar. Und trotzdem ist der Begriff Kunst bezogen auf unsere Zeitepoche verortbar. Meines Erachtens sollten folgende Prämissen vorhanden sein, um dem Begriff Kunst gerecht zu werden:

– Einmaligkeit
– Schlüssigkeit

Die Aufzählung ist nicht abschliessend, zeigt dennoch die Richtung, wie sich Kunst – auch die fünfte Dimension genannt – in unserer heutigen Zeit definieren lässt. Der Begriff Kunst ist auf alles menschliche Tun anwendbar, das komplexe Strukturen auf eine überzeugende Art «darzustellen» vermag. Um etwas überzeugend darzustellen, sind die Erkenntnis, das Können, die Beobachtung und das Unbewusste/Bewusste (auch Musse genannt) unverzichtbare Voraussetzungen im Prozess zur Kunst. Wer wird diesen Prämissen gerecht:

Steve Jobs
Thomas Bernhard
Andy Warhol
Pink Floyd
Peter Zumthor
Philippe Petit
Benoît B. Mandelbrot

Die Liste ist nicht vollständig und vor allem sehr persönlich geprägt. Zeigt jedoch den Massstab, um dem Begriff Kunst gerecht zu werden.

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Das Wort Kunstakademie finde ich unglücklich; ein irreführendes Wort, eine Worthülse, mit der manchem Studierenden eine Last auferlegt wird, an der er früher oder später oftmals zerbricht. Kunst lässt sich nicht an einer Schule lernen, die Essenz der Kunst liegt im Menschen, kann jedoch durch Impulse von aussen wie an einer Schule für Gestaltung, um bei der Bildenden Kunst zu bleiben, gefördert werden.

Auf dem Thron der Kunst hat es nur für wenige Platz. Überdurchschnittliches Können eines Meisters ist nicht zu verachten, muss jedoch nicht immer Kunst sein…

Tipps:
Was ist Kunst? | Herausgeber Fondation Beyeler | Hatje Cantz Verlag
Die Wirkung von schlechter «Architekturluft» auf unser Unterbewusstsein Post 08. 02.11
Ist doch Geschmacksache… Post 18. 05. 08

Das virtuelle «3D-Gemeindevolumenmodell» – Grundlage für künftige Planungen!

Die Zukunft ist jetzt! Google Maps & Smart Maps machen es vor, wie man sich heute im virtuellen Raum bewegen kann.

Das virtuelle 3D-Modell von Landschaften, Dörfern und Städten wird in Zukunft für die Darstellung von neuen Projekten im Kontext von bestehenden Landschaften und Bauten eine nicht mehr wegzudenkende Rolle einnehmen.

Für die Ortsplanungsrevision der Gemeine Wolhusen benützen wir* ein «3D-Gemeindevolumenmodell», das die Topografie und alle bestehenden und auch geplanten Gebäude abbildet.

Wolhusen: virtuelles 3D-Volumenmodell (Planteam S, Luzern)
Wolhusen: virtuelles 3D-Volumenmodell (Planteam S, Luzern)

Das 3D-Modell wurde vom Planteam S aus Luzern aus den Geodaten der Schweizerischen Landesvermessung aufbereitet.

Mit diesem virtuellen 3D-Modell (siehe Video 1.25 Min.) ist es möglich, neue Gebäude als Volumen darzustellen, zusätzliche Geschosse von Gebäuden ein- und auszublenden, in den Strassenraum zu stehen, den Strassenraum auf Augenhöhe zu betrachten, um so den bestehenden und den neu geplanten Strassenraum virtuell zu vergleichen, damit dann hoffentlich die «richtigen» Schlüsse für mögliche zukünftige baulichen Veränderungen gezogen werden.

In der Gemeinde Wolhusen müssen heute neue Projekte in einer ersten Phase – betrifft in einem ersten Schritt nur die Kernzone – als virtuelle 3D-Volumenmodelle mit der Fachkommission Architektur besprochen werden. Das hat den grossen Vorteil, das der planende Architekt sich städtebaulich ohne all zu grossen Aufwand schnell einen Überblick verschaffen kann, was machbar ist in einem bestimmten Gebiet.

Aus dem virtuellen 3D-Datenmodell kann heute zusätzlich relativ einfach mit einem 3D-Drucker ein physisches 3D-Modell generiert werden, was für eine vertiefte Diskussion für anspruchsvollere Gebiete unerlässlich ist.

Die Schweiz wird sich in den nächsten Monaten bezüglich «3D-Gemeindevolumenmodell» rasant entwickeln, und daraus werden ganz neue planerische Möglichkeiten entstehen, welche hoffentlich eine weniger paragraphenlastige Architektur ermöglicht.

Gute Architektur kann besser über ein Modell entwickelt werden, als durch unzählige Baugesetzartikel, die oftmals gute Lösungen verunmöglichen…

* Schnieper Architekten sind Mitglied der Fachkommission Architektur, in Wolhusen

Tipps:
Smart Maps: Intelligente 3D-Karten für die Stadtplanung der Zukunft (architekturvideo.de)
«The Stigler House» aus der Sicht eines Vogels Post vom 27. 08. 2013
Google Earth und die fünfte Fassade… Post vom 08. 01. 2009

Nach den Architektur- und Olympia-Spielen…

Olympic Realities, Birkhäuser Verlag
Olympic Realities, Birkhäuser Verlag

Architektur & Olympia – ein Gespann mit langer Geschichte. Ein Beispiel der Superlative in jüngerer Zeit waren natürlich die Sommer-Spiele in Beijing 2008.

China stellte sich über die Olympischen Sommerspiele mit grossartiger Architektur der Welt als moderne Gesellschaft vor. Doch was passierte nach knapp drei Wochen mit den vielen Sportstätten, welche mit grossem Aufwand realisiert wurden? Dieser Frage ging der Fotograf Bruno Helbling aus Zürich im neu erschienenen Buch «Olympic Realities» nach, in welchem er sechs ehemalige Olympia-Städte fotografisch dokumentiert: Athen (1896, 2004), Berlin (1936), Sarajevo (1998), Turin (2006), Peking (2008) und Sotschi (2014).

Ein Buch, das beim Durchblättern nachdenklich stimmt; ungenützte Sportstätten, die vor sich hin altern… Einige wenige werden genutzt, was jedoch eher die Ausnahme ist. Die Fotos von Bruno Helbling machen den Grössenwahn und die vielen Fehlplanungen auf ästhetische Art und Weise sichtbar.

Beijing Olympia Zirkus... Foto: © Bruno Helbling
Beijing Olympia Zirkus… Foto: © Bruno Helbling – Olympic Realities

Text-Essays von ausgewiesenen Kennern der jeweiligen Städte wie Werner van Gent, Peter Dittmann, Ahmed Buric, Francesco Pastorelli, Barbara Lüthi und Martin Müller ergänzen die Bilder.

Das Buch ist ein MUST für jeden Architekten. Die Diskussionen um zukünftige Olympische Spiele haben erst begonnen. Sportstätten zu bauen, welche nur drei Wochen genutzt werden, können und sollten wir uns nicht mehr leisten… Architekten, die sich zukünftig an solchen Projekten beteiligen, haben nicht viel begriffen – und nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht wahr!

Tipps:
Ikonenarchitektur… Post vom 18. Mai 2010
Ein Nest ohne Vögel… Post vom 16. Mai 2009

One World Trade Center: Two in One…

Ich habe schon viel über das World Trade Center Projekt in Downtown Manhattan geschrieben. Siehe Links am Ende dieses Posts. Der Besuch des neuen One World Observatory letzten Samstag, welches Ende Mai dieses Jahres eröffnet wurde, war meinerseits mit vielen Vorurteilen verbunden.

one world trade center _ 1. A3Die architektonische Überarbeitung des Freedom-Towers, Architekt war Daniel Libeskind, zum One Word Trade Center durch David Childs von Skidmore, Owings and Merrill Architekten, ist geometrisch betrachtet interessant. Das Two in One Konzept «zwei Quader in einem» besticht. Mit einem Fussabdruck von 61 x 61 Meter, gleiche Grösse wie die 1970-Jahre Zwilligstürme, welcher sich nach oben um 45 Grad verdreht zu einem zweiten kleineren Quadrat, mit den Massen 43 x 43 Meter, entsteht eine skulpturale Figur, welche in der Geometrie als Antiprisma bezeichnet wird. Der Nord- und Südturm aus den 70-Jahren in einem Gebäude; eine überraschende Idee.

Neben der starken Antiprisma-Idee, welche mit 357 Meter Höhe 6/9 der ganzen Gebäudehöhe ausmacht, wird das Hochhaus mit zwei weiteren Elemente ergänzt. Der Sockel mit 60 Meter Höhe und der Dachabschluss mit «Krone» und Antenne, welche zusammen 124 Meter messen.

Der Sockel und der Dachabschluss bilden formal keine Einheit mit dem Antiprisma. Sockel, Mittelteil und Dachabschluss stehen architektonisch ohne Beziehung zueinander.

Der Sockel, ein Massivbau aus Beton und ohne Fenster, 20 Stockwerke hoch, wirkt sehr abweisend. Nur vier relativ kleine Eingänge auf jeder Seite mit (zu) kleinen Vordächern, stellen eine Verbindung zur Umgebung dar. Der fensterlose Sockel ist Ausdruck der Angst vor möglichen Terroranschlägen, welche einen architektonisch würdigen Eingangsbereich verunmöglichte… Im Sockelbereich ist vorwiegend Haustechnik untergebracht.

Der Mittelteil, der in seiner Idee bestechend ist, vermag in seiner architektonischen Ausformulierung die Erwartungen nicht ganz zu erfüllen. Die Glasfassade ist zu glatt, eine subtile Profilierung würde dem Gebäude gut tun. Auch sind die Gläser bezüglich Oberfläche nicht alle von gleicher Qualität, was die Fassade minderwertig wirken lässt.

Der Dachabschluss – ein runde, 20 Meter hohe Krone, darauf aufgesetzt die Antenne – bildet der dritte Teil des One World Trade Center. Reine Infrastruktur-Nutzung, welche dem Wolkenkratzer zu seiner Höhe von 541.3 Meter verhilft und so die Idee von Daniel Libeskind wieder aufnimmt. Die Spitze des Freedom-Towers sollte beim Entwurf von Libeskind eine Abstraktion des Arms der Freiheitsstatue darstellen und mit einer Gebäudehöhe von 1776 Fuss (541.3 Meter) an das Jahr der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten erinnern.

Das One World Trade Center entspricht genau der aktuellen «Verfassung» der USA. Für grosse und neue Ideen fehlt es an Mut. Die Zwillingstürme aus den 1970-Jahren lassen sich nicht einfach in einem Turm zusammenfassen. Zum Glück!

Tipps:
Fotostream vom 19. September 2015 von Patrick J. Schnieper (PDF 114 MB)
9/11 Memorial – New York Post vom 23.09.2011
World Trade Center Construction Site Post vom 27.09.2010
Außergewöhnliche Architektur zieht außergewöhnliche Menschen an… 0
Das Fundament für den Freedom Tower steht! Post vom 10.09.2009
Es wird langsam gebaut… Post vom
Lange Schatten über Ground Zero Post vom
Verpasste Chance… Post vom

A Sweet Home: Alex Kayser 1949 – 2015

Ich lernte den Kunstfotografen Alex Kayser 1998 in New York kennen, als ich auf der Suche nach einem Trainee Job als Architekt war.

Alex wohnte seit 1972 in Manhattan. Er war in den 1970er- und 80er-Jahre Teil der legendären Rock’n’Roll-Zeit in New York City: Studio 54, Max’s Kansas City, CBGB, Mudd Club, Palladium und viel andere Clubs waren sein zweites Zuhause.

Er lebt und arbeitete ohne Kompromisse; bis zum Schluss. Einziger Einschnitt in seinem Leben war der Alkoholentzug mit Ende Dreissig.

Artists' Portraits 1981: Alex Kayser & Andy Warhol 1974
Aus dem Buch: Artists‘ Portraits 1981 – Alex Kayser & Andy Warhol

Als Kunstfotograf machte er keine Werbeaufnahmen, das sei Prostitution. Er fotografierte lieber Leute wie Andy Warhol, Mick Jagger, Phillip Johnsen, Salvador Dalí, David Hockney, Gilbert & George und viel andere. Die Idee seiner Arbeit als Fotograf war das schnelle Erfassen einer Situation. Das Spielen und Ausprobieren war ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Die Nachbearbeitung musste schnell gehen, das Rohe, Unverfälschte war ihm sehr wichtig.

Auch seine zweite Leidenschaft, der Computer und seine Möglichkeiten, war ein bedeutender Teil in seinem Leben. Er begriff Ende der 1980er-Jahre sehr schnell, welches Potenzial in dieser Technologie steckte.

Alex Kayser mit Kunstobjekt «Stuka» Touchscreen 1992
Alex Kayser mit Kunstobjekt «Stuka» Touchscreen 1992

Im Jahr 1992 baute Alex zusammen mit seiner damaligen Freundin Renate Sturmer das interaktive Kunstobjekt «Stuka». Der Name setzt sich aus Sturmer & Kayser zusammen. Der Touchscreen wurde in New York am 495 Broadway im Swiss Institut ausgestellt. «Stuka» wurde über das Internet aus dem Loft von Alex am 211 West Broadway mit Uptdates bestückt. Alex faszinierte an diesem Kunst-Projekt am meisten, wie die Besucher auf die damals absolut neue Technologie des interaktiven Screens reagierten.

«Stuka» brachte Alex grosse Aufmerksamkeit und interessante Aufträge, wie das AT&T Projekt «Mobile 2000», welches die Smartphon-Technologie von heute vorwegnahm. Auch in der Schweiz fand «Stuka» durch die Präsentation an der Art Basel Beachtung. Alex baute daraufhin für die Bergbahnen Laax und für die Uhrenfirma Swatch deren erste Webseiten.

Von 1998 bis 2000 führte Alex zusammen mit seiner Freundin Joy Rider †, einer begnadeten Sängerin, den Rhythm Club. Der Club war direkt gegenüber seinem Loft in TriBeCa. Alles war illegal ohne Bewilligungen, einfach machen, das war oft sein Motto. Es funktionierte, die Polizei hatte Freibier und bezahlte keinen Eintritt… Alex erzählte mir viel aus den 1970er- und 80er-Jahren, als alles noch authentischer gewesen sei. Er vermisste das alte TriBeCa mit den Handwerkergeschäften, Pubs & Bars, wo sich Künstler, Handwerker und Anwälte trafen und zusammen Bier tranken.

1999 lebte ich ein halbes Jahr in New York. Ich arbeitete für Alex und unser neugegründetes Büro in Kriens. Ich half im Rhythm Club und baute ein 3D-CAD-Modell vom Club. Das war im sehr wichtig. Der Club und das Haus gibt es heute nicht mehr. Durch das ArchiCAD-Video (1.05 Min.) aus dem Jahr 1999, unterlegt mit einem Song von Joy Rider, lebt der Rhythm Club weiter.

Die Arbeit mit Alex war immer extrem fordernd, er hatte ein unbestechliches Auge. Er sagte oft: Der hat mir noch nie eine interessante Frage gestellt… Er war einer, der alles sehr genau anschaute mit seinen grossen Augen. Er konnte es nicht verstehen, dass so viele Menschen so oberflächlich durchs Leben gehen, und dadurch auch keine interessanten Fragen stellen können…

Ab 2001 wohnte ich bei Alex in seinem Loft, wenn ich jeweils für drei Wochen im Herbst in New York war. Das rote Backsteinhaus mit Feuerleiter, den überhohen Räumen, dem massivem Eichenboden und an bester Lage im Süden von Manhattan am 211 West Broadway & Franklin Street, mit der Subway Station Nr. 1 und 9 direkt vor dem Haus: Ein Glücksfall! Das grosszügige Loft war ein Treffpunkt für viele, und für mich ein zweites Zuhause.

Für Alex war es wichtig, dass er nie aus seinem Loft ausziehen musste. Er lebte bis am Schluss in seinem geliebten Loft: A Sweet Home…

Tipps:
– Film: Alex Kayser – Swiss Memoria by Tom Gibbons (8:11 Min.)
– Sonntags Blick 22. April 1984 – Der Maler mit der Kamera (PDF)
Heads by Alex Kayser 1984
Artists‘ Portraits by Alex Kayser 1981
– Du 1975 Nr. 415 – Zehn amerikanische Photographen: porträtiert von Alex Kayser (PDF)

Die neue Überbauungsziffer und ihre Schwachpunkte…

Im Kanton Luzern wird in den nächsten Jahren die Ausnützungsziffer «AZ» durch die Überbauungsziffer * «ÜZ» ersetzt. Die Umsetzung in den Gemeinden erfolgt nun im Rahmen der ordentlichen Zonenplanrevision. Die Befreiung von der AZ stellt für Architekten wie auch für Behörden eine grosse Erleichterung dar, da die Rechnerei, was zur AZ zählt, wegfällt.

Am 11. Juni in diesem Jahr lud der BSA Zentralschweiz zu einer Infoveranstaltung unter dem Titel «ÜZ – simple Formel versus freie Gestaltung?» ein. In der Einführung zur ÜZ, durch Roger Michelon vom Planteam S Luzern, fielen folgende zwei Schwachpunkte auf:

Das Festhalten am Fussabdruck lässt eine Gliederung in der Fläche nicht zu, ohne an der Ausnützung Abstriche zu machen. Diese Vorgabe führt zu schemenhaften Volumen ohne Vor- und Rücksprünge, welche eine differenzierte Architektur über das Volumen verunmöglicht. Balkone dürfen maximal 1.5 Meter über den Fussabdruck ÜZ-Fläche auskragen, was faktisch dazu führt, dass niemand mehr Balkone macht, da alles, was über 1.5 Meter tief ist, zu Lasten der Ausnützung geht.

Im Grundsatz zielt die ÜZ in die richtige Richtung, jedoch sollte eine Baute nicht über den Fussabdruck definiert werden, sondern über die maximale Geschossfläche, multipliziert mit einer Geschosshöhe, in der Regel von 3 Meter, um das sichtbare Volumen zu definieren, ab gewachsenem Terrain. Folgende zwei Beispiele (Skizzen) sollen den Unterschied aufzeigen. Grundlagen der beiden Modellbeispiele: Grundstück 1000 m2, ÜZ 0.3 (300 m2), viergeschossig.

Die erste Skizze (gelbes Haus) zeigt ein viergeschossiges Gebäude mit 300 m2 Grundfläche (Fussabdruck), wie es die geplante ÜZ vorsieht. Die maximale Geschossfläche von 1200 m2 kann nur realisiert werden, wenn der maximale Fussabdruck von 300 m2 nach oben kopiert wird.

Die zweite Skizze (oranges Haus) zeigt ebenfalls ein Haus mit 1200 m2 Geschossfläche. Jedoch beziehen sich die Flächen nicht auf den Fussabdruck von 300 m2. Die maximale Geschossfläche wird auf die vier Geschosse frei verteilt. Das Erdgeschoss hat eine Fläche von 375 m2, die beiden Obergeschosse 340 m2 und das Attikageschoss 145 m2.

Die zweite Skizze der ÜZ-Anwendung lässt die Möglichkeit offen, Gebäude zu entwerfen, welche nicht nur schematisch einem Fussabdruck folgen. Natürlich müssten die gesetzlichen Gebäudelängen und Grenzabstände eingehalten werden.

Um auf die Körnigkeit – d.h. Grösse der einzelnen Volumen in einem Gebiet – Einfluss zu nehmen, ist die maximale Gebäudelänge ein bewährtes Instrument.

Der Thematik der Balkongrössen könnte mit dem Weglassen einer maximalen Auskragung begegnet werden. Balkone sollten in einer beliebigen Grösse an ein Bauvolumen angefügt werden können, immer unter Berücksichtigung der gesetzlich maximalen Gebäudelängen und Grenzabstände.

Diese zwei Anpassungen in der ÜZ-Anwendung könnten viele zusätzliche Paragraphen verhindern, ohne die architektonische Vielfallt einzuschränken.

* Die Überbauungsziffer gibt an, welcher Teil der anrechenbaren Landfläche mit oberirdischen Gebäuden (An- und Nebenbauten eingeschlossen) belegt werden darf.